Prof. Dr. Metin Senkal vom Wittener Marien Hospital ist ein echter Abnehm-Experte. In seiner Klinik unterstützt er Menschen aus Witten und Umgebung dabei, ihre überflüssigen Pfunde loszuwerden. Dabei kommen unterschiedliche Methoden zum Einsatz - meist handelt es sich um Operationen. Auch das Mittel „Ozempic“, in den Medien auch als „Abnehm-Spritze“ bekannt, kann helfen. Doch Senkal sieht auch Nachteile.

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Was vereint Elon Musk und Michael Schanze? Beide haben Gewicht verloren und beide haben sich vorher eine Spritze verabreichen lassen. Seit Monaten häufen sich die Berichte über Stars und Sternchen, die mithilfe einer „Abnehm-Spritze“ Gewicht verloren haben. Zu den beliebtesten Mitteln zählt das Diabetesmedikament „Ozempic“. Tesla-Besitzer Musk hingegen behauptet, mithilfe des Mittels „Mounjaro“ abgenommen zu haben. Doch was können diese Mittel?

Wittener Arzt über das „Wunder“ Ozempic

Ursprünglich wurden sie für die Behandlung von Diabetes entwickelt. „Vor rund zwei Jahren ist dann allen bekannt geworden, dass man damit auch das Körpergewicht reduzieren kann“, so Senkal. Daraufhin kam es zu einem „Run“ auf die Apotheken, die Bestände wurden von abnehmwilligen Menschen geplündert. So entstand zwischenzeitlich ein Versorgungsengpass. Die Menschen, die die Mittel wirklich brauchten - die Diabetiker - konnten es nicht mehr bekommen. „Es ist ein richtiger Hype entstanden und in fast jeder Talkshow ging es um die Wunder, die man damit bewirken kann.“

Max Nowag Witten
Der Wittener Schausteller Max Nowag hat mithilfe von Prof. Dr. Metin Senkal rund 100 Kilo verloren. Er wurde allerdings operiert. © WAZ | Jürgen Theobald/Jörg Schimmel

Ob der „Hype“ um die Abnehm-Spritze gerechtfertigt ist, verrät Dr. Senkal nicht. Sagt aber: „Es ist tatsächlich so, dass diese Medikamente sehr hilfreich sind.“ Trotzdem gibt es Einschränkungen. So helfe die Spritze zwar beim Abnehmen, allerdings nicht so drastisch wie eine Operation und auch nicht so langfristig. Mittels einer Operation, so der Arzt, könnten Betroffene beinahe ihr gesamtes Übergewicht innerhalb eines Jahres loswerden. Dabei geht es nicht um eine Fettabsaugung oder ähnliches. Gemeint sind unterschiedliche Methoden zur Magenverkleinerung. Die Spritzen wirken aber anders.

Wittener Arzt: Das können Abnehm-Spritzen wirklich

Wer auf sie setzt, muss Geduld mitbringen. Mit ihnen lassen sich laut Senkal etwa acht Prozent des Übergewichts pro Jahr wegspritzen. „Wir reden also nicht über eine Therapie innerhalb von sechs Monaten. Man müsste das Medikament über einen Zeitraum von drei, vier, sogar fünf Jahren verabreichen“, so der Mediziner.

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Welche Langzeitwirkungen dabei auftreten können, ist allerdings noch nicht bekannt. Doch schon heute weiß man um Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. „Wenn solche Symptome auftreten, haben die Patienten oft keine Lust mehr, diese Medikamente zu nehmen“, sagt Senkal.

Metin Senkal Marien-Hospital Witten
Prof. Dr. Metin Senkal leitet das Exzellenzzentrum für Adipositas- und Metabolische Chirurgie am Wittener Marienhospital.© St. Elisabeth Gruppe | St. Elisabeth Gruppe

Außerdem hat die Spritzen-Therapie einen weiteren entscheidenden Nachteil: „Sobald sie weggelassen wird, nehmen die Menschen wieder zu, weil sie ihre Lebensgewohnheiten nicht ändern.“ Im Gegensatz dazu werden Adipositas-Patienten vor und nach Eingriffen intensiv von Ernährungstherapeuten betreut und stellen ihre Ernährung um. Aber warum nicht einfach eine Diät machen?

Wittener Arzt: Diese Methode verlängert das Leben um Jahre

„In manchen seltenen Fällen schafft man es vielleicht, nachhaltig von leichten Adipositasformen herunterzukommen und Normalgewicht zu erreichen“, stellt Senkal klar, ergänzt aber: „Ich habe noch niemanden mit einem BMI über 40 gesehen, der es mit konservativen Mitteln geschafft hat.“ Wie wertvoll das Normalgewicht für die Gesundheit ist, lässt sich übrigens an Zahlen ablesen. Nach einer Operation steigt die Lebenserwartung eines Adipositas-Patienten um ganze acht Jahre.

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