Zusammenfassung

  • Freddy aus Witten weint vor der Kamera um seine Frikadelle am Freitag.
  • Der WDR war dabei und hat Freddy für die Lokalzeit gefilmt.
  • Der Clip vom weinenden Wittener Busfahrer hat sich verbreitet wie ein Virus.

Eigentlich wollte sich Freddy Külpmann (64) nur von seinem Wittener Lieblingsimbiss verabschieden. Als er hörte, dass der Frikadellenkönig seinen Wagen aufgibt, konnte er es kaum glauben. Ein letztes Mal machte er sich auf, um eine der beliebten Buletten zu verspeisen. Doch dann kam der WDR und Külpmann kamen die Tränen. Der Clip vom weinenden Schulbusfahrer hat sich rasend schnell im Netz verbreitet. „Frikadellen-Freddy“ ist jetzt ein Internet-Star. Selbst bei TV-Total war er schon zu sehen.

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„Wofür haben Sie sich heute entschieden?“ „Ja, für die Frikadelle am Freitag, wie jeden Freitag. Fehlt, wenn die weg sind“, sagt Freddy Külpmann mit Blick in die Kamera und verzieht die Mundwinkel. Seine Stimme bricht, ihm schießen die Tränen in die Augen. Wenige Worte und starke Emotionen - der knappe Ausschnitt aus der WDR-Lokalzeit ist Ruhrpott pur.

Internetsensation: Busfahrer aus Witten weint wegen Frikadellen

„Ich muss erstmal abbrechen. Euer Busfahrer is am Heulen wie ein Schlosshund“, soll der Kameramann gesagt haben, erinnert sich Uwe Gambalat. Der Frikadellenkönig von Witten hat kürzlich seinen Betrieb wegen Personalmangels geschlossen. 18 Jahre lang haben er und seine Frau Heike ihre Kunden mit Fleischbällen, Schnitzeln und Eintöpfen verwöhnt. Nicht nur das: Sie hatten immer einen flotten Spruch auf den Lippen und ein offenes Ohr für die Kundschaft.

Frikadellenkönig legt sein Zepter nieder in Witten
Heike und Uwe Gambalat mussten den Frikadellenkönig von Witten begraben. Sie haben kein neues Personal gefunden.© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

„An dem Tag ist es mir bewusst geworden. Das ist jetzt die letzte Frikadelle und dann sind die weg“, sagt Freddy mit zitternder Stimme. Noch heute nimmt ihn der Abschied mit. Dass er als weinender Busfahrer nun in den sozialen Medien viral geht, kann er kaum glauben. Überall werde der Clip geteilt - auf Facebook, Instagram, TikTok.

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Sogar Stefan Raabs Nachfolger Sebastian Pufpaff zeigte den Videoschnipsel bei TV total. „Die Lehrerinnen kommen jetzt auf mich zu und wollen Autogramme haben“, sagt der Busfahrer. Natürlich haben auch die Schulkinder den Trubel um Freddy mitbekommen. „Guck mal, du bist im Fernsehen“, sagen die Kids und halten ihm ihre Handys unter die Nase.

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Frikadellen-Freddy: „Dann kaufe ich mir einen eigenen Schulbus“

Doch während andere mit seinem Gesicht Klicks sammeln und Geld verdienen, hat der Schulbusfahrer bisher kein Geld erhalten. „Wenn ich für jeden Aufruf zehn Cent bekommen würde, würde mir das reichen“. Allein auf Instagram hat der Clip über fünf Millionen Aufrufe. Das wäre eine stattliche Summe. „Damit würde ich mir dann einen eigenen Schulbus kaufen.“ Klingt wie ein Witz, ist aber ernst gemeint.

Freddy Külpmann Schulbus Witten Frikadellenkönig
Freddy Külpmann aus Witten in seinem Schulbus. Er liebt es deftig - und ist tieftraurig, dass der Frikadellenkönig aufgehört hat. Das macht ihn gerade berühmt.© WAZ | Florian Peters

Denn die Arbeit mit Kindern hat Freddy aus einem tiefen Loch geholt. Als Linienbusfahrer in Hagen sei er mehr als unglücklich gewesen. Irgendwann war die Endstation erreicht. „Es hat sich angefühlt, wie Spanngurte auf der Brust. Mit jedem Zentimeter, die der Bus gefahren ist, zogen sie sich weiter zusammen“, erinnert er sich. Nach einem Nervenzusammenbruch schmiss er hin, wollte kein Busfahrer mehr sein. „Ich war mal ein harter Hund, aber seitdem bin ich nah am Wasser gebaut“, sagt er.

Frikadellen-Gesicht: Wittener Busfahrer hofft auf Werbedeal

Von einem alten Freund mit einem Busunternehmen ließ er sich aber zu einem Comeback überreden. Freddy stieg um in den Schulbus und erlebte einen zweiten Frühling. „Die Kinder lieben mich und ich liebe die Kinder. Auch am Ferienende freue ich mich auf die neuen i-Männchen. Das ist mein Hobby: Busfahren und Frikadellenbrötchen“, so der 64-Jährige. Einen Traum hat er noch. Er hofft auf einen Werbedeal mit einem großen Bulettenhersteller. Denn ein Nebenjob als „Frikadellen-Gesicht“ wäre ganz nach seinem Geschmack.

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