Atemnot, grünlich-wässriger Durchfall, Augen- und Nasenausfluss oder gar plötzliche Todesfälle können bei Geflügeltieren Anzeichen für die sogenannte Newcastle-Krankheit sein. Deutschland ist drei Jahrzehnte lang frei gewesen von diesem Geflügelvirus, nun sind aber wieder Fälle in Brandenburg und Bayern aufgetreten. Grund genug für die Stadt Mülheim, einmal besonders an alle Geflügelhalterinnen und -halter zu appellieren.
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Die Krankheit betrifft vor allem Hühner und Puten und wird wegen der ähnlichen Symptome aus als „atypische Geflügelpest“ bezeichnet. In Deutschland gibt es seit Längerem eine Impfpflicht. Diese erfolgt in der Regel über das Trinkwassser und muss alle sechs bis acht Wochen wiederholt werden.
Newcastle-Krankheit: So wird das Geflügelvirus übertragen
„Da fragt man sich natürlich schon, wie das trotzdem passieren kann“, sagt Mülheims Amtstierärztin Heike Schwalenstöcker-Waldner. Sie vermutet, dass das Virus nach mehreren Ausbrüchen in Polen und Tschechien von dort aus auch nach Deutschland weitergetragen wird. „Vielleicht kriegen nicht alle Tiere etwas ab oder die Impfintervalle sind doch zu lang“, könne man über die tatsächlichen Gründe nur mutmaßen. Auch dreckiges Schuhwerk oder infizierte Geräte könnten Übertragungswege sein.
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Einfache Maßnahmen wie saubere Kleidung, das Desinfizieren von Geräten und das Fernhalten von Wildvögeln können eine Ausbreitung verhindern. Betriebsfremden Personen sollte nur kontrolliert Zugang gewährt werden.
Wieviele gemeldete Geflügeltiere es aktuell in Mülheim gibt
In Mülheim gibt es aktuell 34.500 gemeldete Geflügeltiere in 384 Betrieben. Diese reichen von größeren Haltungen bis zur Privatperson mit einem einzigen Huhn im Garten. Die großen Betriebe werden regelmäßig kontrolliert, die Unterlagen ebenso wie der Zustand der Tiere. „Grundsätzlich halten sich wirklich alle an die Vorgaben“, betont die Amtstierärztin.
Dass sich Menschen anstecken, ist selten, kann aber in Einzelfällen zu Augenentzündungen führen.
Heike Schwalenstöcker-Waldner, Mülheimer Amtstierräztin
Ebenso würden tot aufgefundene Wildtiere untersucht. Schließlich können sie am ehesten Träger der „klassischen“ Vogelpest sein. „Dieser Virus zirkuliert“, betont Heike Schwalenstöcker-Waldner. Dieses und letztes Jahr habe es in Mülheim aber keine infizierten Wildvögel gegeben.
Wird das Virus nachgewiesen, müssen Bestände getötet werden
Was passiert, wenn doch ein Virus nachgewiesen wird? Sollten vermehrt Tiere sterben oder die Leistung deutlich nachlassen, sollte umgehend eine Untersuchung durch einen Tierarzt erfolgen. Wird das Virus bestätigt, müssen die Bestände getötet werden, in manchen Fällen sogar in Nachbarbetrieben.
Für den Menschen ist die Newcastle-Krankheit harmlos. Bei direktem Kontakt kann es zu einer Bindehautentzündung kommen.





