„Den Tieren geht es sehr gut“ - mit diesen beruhigenden Worten versuchen die Verantwortlichen des Archeparks Witthausbusch etwas von der Sorge zu nehmen, die Besucher ereilen kann, wenn sie lesen, dass Hühner, Gänse, Puten, Enten und Sittiche vorerst in „geschützten Ställen“ gehalten werden. Der Grund: Schutzmaßnahmen vor der Vogelgrippe.

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Die Betreiber des Witthausbusch verweisen in ihrem aktuellen Aushang darauf, dass bereits in den Nachbarstädten Essen und Duisburg Fälle von Vogelgrippe bei Kanadagänsen nachgewiesen wurden. Um das eigene Federvieh des Mülheimer Tiergeheges davor zu schützen, sind die Vögel nun in abgeschlossenen Bereichen untergebracht.

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Vogelgrippe bereits in Mülheims Nachbarstädten nachgewiesen

In Essen wurde das Virus bei einer Kanadagans festgestellt, die in der Stadtmitte im Bereich der Grünen Mitte nahe dem Einkaufszentrum Limbecker Platz gefunden worden war. Die Untersuchung der toten Kanadagans führte laut Stadt Essen zunächst zum Nachweis von Geflügelinfluenza. Ob es sich dabei um die hochansteckende Form der Vogelgrippe (Geflügelpest) handelt, sei noch unklar und würde weiter untersucht. 

Das Tiergehege und der Archepark in Mülheim am Witthausbusch kann weiter besucht werden. Allein das Geflügel und die Sittiche sind derzeit nicht zu sehen.
Das Tiergehege und der Archepark in Mülheim am Witthausbusch kann weiter besucht werden. Allein das Geflügel und die Sittiche sind derzeit nicht zu sehen.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Auch in Duisburg ist das Vogelgrippe-Virus bei einer Kanadagans nachgewiesen worden. Der tote Wildvogel, der am Freitag, 24. Oktober, in Walsum in der Nähe des Rheins gefunden wurde, war mit dem Virus H5N1 infiziert. Aus Mülheim liegen aktuell noch keine Nachweise der Vogelgrippe vor.

Gefiederte Bewohner des Mülheimer Tiergeheges in Stallungen

Davon sollen die gefiederten Bewohner des Tiergeheges Witthausbusch nach Möglichkeit auch verschont bleiben. „Wir möchten unsere Tiere bestmöglich schützen. Deshalb gilt diese Maßnahme rein vorsorglich und zeitlich begrenzt“, erklären die Verantwortlichen angesichts der Unterbringung des Geflügels in geschützten Ställen. Dort, darauf weist das Tierpflege-Team ausdrücklich hin, fehle es den Tieren an nichts.

Volieren und Ausläufe von Vögeln und Geflügel im Tiergehege im Witthausbusch in Mülheim bleiben vorerst leer. Als Vorsichtsmaßnahme zum Schutz vor der Vogelgrippe sind die gefiederten Bewohner bis auf Weiteres in Ställen untergebracht.
Volieren und Ausläufe von Vögeln und Geflügel im Tiergehege im Witthausbusch in Mülheim bleiben vorerst leer. Als Vorsichtsmaßnahme zum Schutz vor der Vogelgrippe sind die gefiederten Bewohner bis auf Weiteres in Ställen untergebracht.© Fabian Strauch Photography / WAZ | Fabian Strauch

„Sie haben es in ihren Innenbereichen gemütlich, mit frischem Einstreu, natürlichem Licht, ausreichend Platz, gutem Futter und täglicher Betreuung“. Die Tierpfleger kümmerten sich „liebevoll“ darum, dass es den Tieren gut gehe. Die Schutzmaßnahme werde täglich neu bewertet, man sei dazu in enger Abstimmung mit dem Veterinäramt der Stadt. Sobald die Lage es zulasse, „dürfen die Tiere natürlich wieder ins Freie und ihren gewohnten Auslauf genießen“, heißt es seitens des Archeparks.

In Mülheims Nachbarstädten gilt: Hunde an die Leine

In den Nachbarstädten sind Tierhalter bereits von Seiten der Stadtverwaltungen dazu aufgefordert worden, ihrerseits Schutzmaßnahmen zu treffen. So rät das Duisburger Veterinäramt Geflügelhaltern, ihre Sicherheitsvorkehrungen zu überprüfen. Wildvögel dürfen keinen Zugang zu Tränken und Futterstellen von Hausgeflügel haben. Ställe sollten nur mit Schutzkleidung betreten werden.

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Das Ansteckungsrisiko könne demnach man auch minimieren, indem man Volieren abdeckt. „Soweit möglich, sollte Geflügel im Stall verbleiben und ein etwaiger vorhandener Auslauf überdacht sein“, heißt es bei der Essener Stadtverwaltung. Außerdem empfehlen die Veterinärämter, Hunde anzuleinen. Denn freilaufende Vierbeiner können mit potenziell infizierten Wildvögeln in Kontakt kommen und so zur Verbreitung des Virus beitragen.

Dass sich Menschen bei Tieren anstecken, gilt nach jetzigem Stand als unwahrscheinlich. Dazu müsse es einen „sehr intensiven“ Kontakt geben, heißt es. Und dass infizierte Menschen andere Menschen anstecken, gilt als nahezu ausgeschlossen. Wer einen toten oder auffällig kranken Vogel findet, sollte ihn nicht anfassen und die Feuerwehr informieren.