Ein kurioses Verkaufsangebot aus Duisburg sorgt aktuell für Lacher in den sozialen Medien. Im Anzeigenportal „Kleinanzeigen.de“ verscherbelt ein Nutzer ein Betonstück des kürzlich gesprengten Weißen Riesen. Während Steinchen aus der Berliner Mauer für unter 20 Euro zu haben sind, will dieser Verkäufer satte 2000 Euro für die Hochhaus-Überreste haben.

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Die Anzeige wurde am 29. Juli im Portal hochgeladen, also zwei Tage nach der spektakulären Sprengung. Auf den Fotos sieht man einen hellgrauen Brocken, etwa so groß wie ein Teller. Er wirkt grob abgebrochen, Kiesel und Splitter sind eingelagert. Es könnte sich tatsächlich um ein Stück Stahlbeton handeln, das vom Riesen abgerissen wurde – oder von einer ganz anderen Baustelle stammt.

Hochhaus-Reste zum Verkauf: Online-Händler verlangen tausende Euro

In der Beschreibung versichert der Nutzer, dass der Trümmer vom „historischen Weißen Riesen“ in Hochheide kommt. Mehr erklärt er nicht, auch nicht auf unsere Nachfrage. Ob es sich nun um ein echtes Stück des Riesen oder gar um einen Scherz handelt – alleine ist er mit einer solchen Anzeige nicht.

Kurz nach der Sprengung hatte ein anderer Nutzer auf demselben Portal versucht, mutmaßliche Überreste des Betonriesen sogar für 3000 Euro zu verkaufen. Diese Anzeige wurde inzwischen gelöscht, kursiert als Screenshot jedoch in den sozialen Netzwerken.

Bei der Sprengung des Weißen Riesen sind zehntausende Tonnen Schutt entstanden. Weggesprengte Betonteile haben sich teils weit verteilt.
Bei der Sprengung des Weißen Riesen sind zehntausende Tonnen Schutt entstanden. Weggesprengte Betonteile haben sich teils weit verteilt.© FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Kurios sind die Preisvorstellungen aus mehreren Gründen. Einerseits: Bekämen Händler wenige Stücke zu diesem Preis verkauft, könnten sie sich davon im benachbarten Problemhochhaus eine ganze Eigentumswohnung leisten. Einheiten in der Ottostraße 58 bis 64 werden teils mit einem Verkehrswert von unter 10.000 Euro zwangsversteigert.

Andererseits berichten mehrere Anwohner, dass sie Andenken an den abgerissenen Riesen kostenlos bekommen haben. Innerhalb der Evakuierungszone haben sich einige Betonteile bei der Sprengung nämlich recht weit verteilt. So sind Bewohner auf kleine Stücke gestoßen, als sie die Zone wieder betreten und zurück in ihre Wohnungen durften.

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Abbruchfirma: „Über den hohen Preis haben wir geschmunzelt“

So erklärt sich auch die zuständige Abbruchfirma PORR Becker, wie die Stücke in Umlauf geraten sind. „Man evakuiert immer einer sehr großen Bereich. Da kann es gut sein, dass Abplatzungen im ein oder anderen Busch hinter den Bauzäunen gelandet sind und von Anwohnern gefunden wurden“, meint Christina von Krosigk, Sprecherin der Becker Unternehmensgruppe.

Genug Schutt gibt es vor Ort noch immer. 45.000 bis 48.000 Tonnen sind bei der Sprengung entstanden. Die Teile liegen aber im eingezäunten Bereich. „Die Baustelle ist gesichert und darf nicht betreten werden“, erklärt die Sprecherin. Die Überreste würden zerkleinert und abtransportiert. Bis Mitte Dezember soll die Abrissfläche aufgeräumt sein.

Man evakuiert immer einer sehr großen Bereich. Da kann es gut sein, dass Abplatzungen im ein oder anderen Busch hinter den Bauzäunen gelandet sind und von Anwohner gefunden wurden.

Christina von Krosigk, Sprecherin der Becker Unternehmensgruppe

Auch Mitarbeiter der Abbruchfirma sind auf die Verkaufsanzeigen im Internet gestoßen. Es ließe sich nicht sicher sagen, ob der Beton tatsächlich vom Hochhaus stammt. Möglich sei es. So oder so sagt Christina von Krosigk: „Über den hohen Preis haben wir geschmunzelt.“

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Anwohnern geht es ähnlich. Unter einem Facebook-Beitrag zum 2000-Euro-Angebot äußern sie Spott. „Ich könnte mir jeden Tag ein Bröckchen mitnehmen“, kommentiert eine Nutzerin. Eine weitere scherzt: „Das mache ich auch. Da liegt ja noch ein bisschen von rum. Lass mich hochrechnen, wie schnell ich die ersten zehn Millionen zusammen habe.“