Geschafft! In der berüchtigten Siedlung in Duisburg-Hochheide ist am Sonntag, 27. Juli, der dritte Weiße Riese gesprengt worden.
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Geschafft! In der berüchtigten Siedlung in Duisburg-Hochheide ist am Sonntag, 27. Juli, der dritte Weiße Riese gesprengt worden. 2200 Menschen mussten dafür ihr Zuhause verlassen. Inzwischen dürfen sie die Evakuierungszone wieder betreten.
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Sprengung des dritten Weißen Riesen in Duisburg-Hochheide: Wir berichten live!
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>>Die Weißen Riesen: Duisburgs berüchtigte Hochhaus-Siedlung
- Der bekannte Bauherr Josef Kun ließ die Riesen zwischen 1969 und 1974 auf Teilen der früheren Bergarbeitersiedlung Rheinpreußen hochziehen.
- Sein Ziel: Die Menschen aus den überalterten Zechenhäusern sollten modernen Wohnraum beziehen können. 1440 Wohnungen standen allein in den Weißen Riesen zur Verfügung.
- Die Grundrisse der sechs Häuser sind gleich: Sie sind rund 60 Meter hoch und bieten jeweils vier Wohnungen auf 20 Etagen pro Hausblock. Ein wichtiger Unterschied: Drei Riesen umfassen zwei Gebäudeteile (160 Wohnungen). Die anderen drei Häuser wurden mit vier Blöcken (320 Wohnungen) gebaut und sind damit doppelt so breit.
- Schon in den 1980ern standen aber viele Wohnungen leer. Das Leben in Hochhäusern galt als immer unattraktiver.
- Zwei der Riesen sind in den vergangenen Jahren gesprengt worden. Die Stadt wollte nicht mehr zusehen, wie Immobilienbesitzer die Gebäude verwahrlosen ließen.
- Jetzt wird auch der vierte Riese an der Ottostraße 54/56 gesprengt.
- Auf dem Areal des Hochhauses soll ein neuer Stadtpark entstehen und die in Verruf geratene Siedlung aufwerten.
- Stehen bleiben drei weitere und bewohnte Hochhäuser:
- Ottostraße 58-64 – das Problem-Hochhaus: Der inzwischen bekannteste Riese macht deutschlandweit regelmäßig Negativ-Schlagzeilen. Er ist das letzte der breiten Häuser mit 320 Wohnungen. Viele davon stehen leer. 2024 stellte die Deutsche Post hier über Monate keine Pakete zu, weil sich Boten bedroht fühlten. Im gleichen Jahr deckten die Behörden durch eine Razzia einen massiven Missbrauch mit Kindergeld auf.
- Hanielstraße 36/38 – der Rote Riese: Ähnliche Zustände wie im Problem-Hochhaus gab es bis vor rund 20 Jahren auch an der Hanielstraße. Dann griff bei einer Zwangsversteigerung eine Projektentwicklungsgesellschaft zu und sanierte den Roten Riesen. Heute sind die 160 Wohnungen fast alle belegt. Viele Mieter fühlen sich hier wohl.
- Ottostraße 18/20 – der ruhige Riese: In keinem der Weißen Riesen funktionierte das Zusammenleben in diesem Jahrtausend so geräuschlos wie an der Ottostraße 18/20. Bemerkenswert ist, dass auch dieses Haus vielen verschiedenen Eigentümern gehört.
Die Lage der Weißen Riesen in Duisburg.
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