Diesen Namen kennt man auch in Dortmund: Das Essener Sternerestaurant „Hannappel“ ist erstmals mit einem eigenen Stand auf der Gourmedo vertreten. Eine echte Bereicherung für alle, die mal eine kleine Kostprobe vom Fine Dining versuchen möchten, ohne gleich den Preis für ein Sternemenü zu zahlen. Aber lohnt sich der große Aufwand für den Gastauftritt in der Nachbarstadt auch für die Gastronomen?

Jeden Mittwoch

Newsletter WochenDOsis: Jetzt anmelden

Deine wöchentliche Portion Dortmund: Geschichten aus unserer Stadt, für die wir ganz genau hingesehen haben. Jeden Mittwoch um 6 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Küchenchef Tobias Weyers ist davon überzeugt. „Ob Duisburg oder Dortmund: Wir sehen das Ruhrgebiet als ein Ganzes.“ Die Gourmets tun das offenbar auch. „Viele unserer Stammgäste sind am ersten Abend schon hergekommen.“

+++ WochenDOsis – hier der WAZ Dortmund auf Facebook, Instagram und TikTok folgen +++

Vor zwei Jahren hat Weyers mit seinem Team zum ersten Mal auf der Gourmedo gekocht. Damals aber nur für einen Tag, als Gast im Sternezelt. „Das hat uns gut gefallen“, sagt Weyers. Die entspannte Stimmung, das Treffen mit den Kollegen aus der Szene. „Das ist wie ein großes Klassentreffen.“ Als die Anfrage kam, in diesem Jahr ganz dabei zu sein, mussten Weyers und Sommelier René Silva Sampaio, der mit ihm zusammen seit Januar das „Hannappel“ betreibt, nicht lange überlegen.

In Dortmund soll die Werbetrommel für neues Restaurant gerührt werden

Dabei haben die beiden derzeit eigentlich alle Hände voll zu tun. In Bottrop wollen sie mit dem „Rosa“ ein zweites Lokal aufmachen, ein À-la-carte-Restaurant mit Mittagstisch. Eine eigene „Spielwiese“, auf der sie sich austoben können. „Jo, Langeweile ist es grad nicht“, gibt der Koch schmunzelnd zu. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Schon am 2. September soll es losgehen. „Wenn alles gut geht“, fügt Sampaio hinzu und klopft auf Holz.

Auch interessant

Der richtige Zeitpunkt also, um ein bisschen die Werbetrommel zu rühren. Aus beiden Läden haben die Gastronomen Gerichte mit nach Dortmund gebracht. „So können wir sehen, wie sie angenommen werden.“ Aus dem „Rosa“, in dem künftig der frühere Hannappel-Souchef Oliver Jacoby die Küche leiten wird, kommt das „Cod en Bleu“, Kabeljau gefüllt mit Wagyu Schinken und geräuchertem Käse im Briochebrot. „Das war am ersten Gourmedo-Tag unser Verkaufsschlager.“ Aus dem Essener Sternelokal stammen Pilzterrine und Flanksteak mit Gurke, Blaubeere und Petersilienwurzel. Leichtigkeit und Frische, damit will das Team punkten.

Gastronomen wollen nächste Generation an Gästen aufbauen

Leicht und frisch soll nicht nur das Essen, sondern auch das Ambiente sein. „Wir wollen den Menschen die Angst vorm Fine Dining nehmen“, sagt Sampaio. Viele hätten immer noch falsche Vorstellungen von der Sterne-Gastronomie. Zu steif, zu verkrustet. „Das wollen wir aufbrechen – schließlich sind wir auch entspannte junge Leute“, so der 29-Jährige. Von dieser Lockerheit wollen sie nicht nur die Besucher in Dortmund überzeugen. Ihr Ziel: „Neue und jüngere Kunden zu gewinnen und so die nächste Generation an Gästen aufzubauen“, erklärt Sampaio.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Instagram, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Aber hat er als Sommelier eigentlich was zu tun bei der Gourmedo? „Aber ja, es ist echt extrem, was hier am ersten Abend an Wein über die Theke gegangen ist.“ Schorlen kaum, dafür hochwertige Flaschen. Ob deutscher Sekt oder Champagner: „Das ist klasse, das geht hier beides gut miteinander.“ So wie die Mischung der Gäste. „Von 18 bis 65 Jahren“, sagt Sampaio im Rückblick auf den ersten Abend. „Und alle haben Spaß.“

„WochenDOsis“: So heißt unser Newsletter aus Dortmund und für Dortmund. Jeden Mittwochmorgen um 6 Uhr verschickt das Team der WAZ Dortmund eine fein abgestimmte Story-Mischung direkt ins E-Mail-Postfach – hintergründig, informativ, unterhaltsam. Hier geht‘s zur kostenlosen Anmeldung.

Noch mehr Spaß würden alle allerdings haben, wenn das Wetter etwas besser wäre. „Für das durchwachsene Wetter war bislang zwar echt viel los“, sagen die beiden jungen Gastronomen. Unterm großen Zeltdach sei die Stimmung auch ohne Sonne super. Dennoch schicken sie einen Wunsch nach ganz oben: „Bis Sonntag bitte wenigstens keinen Regen.“