Pferde

Zwei Wittenerinnen kümmern sich um Pferdehufe

Ali Freund (li.) und Claudia Fabis, hier mit Stute Valona, haben sich in Witten als Hufpflegerinnen selbstständig gemacht.  Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Ali Freund (li.) und Claudia Fabis, hier mit Stute Valona, haben sich in Witten als Hufpflegerinnen selbstständig gemacht. Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.   Claudia Fabis und Ali Freund haben sich selbstständig gemacht, pflegen Pferdehufe. Sie sorgen für einen gesunden „Auftritt“ der Tiere.

Sie sind Freundinnen, jede von ihnen hat drei Kinder. Zusammen haben Claudia Fabis und Ali Freund auch noch eine Firma. Die Frauen pflegen Pferdehufe. Ihre vierbeinige Kundschaft steht nicht nur in Witten, sondern auch in den Nachbarstädten.

Alles begann damit, dass Claudia Fabis 2016 ihre Stelle bei einer Software-Firma verlor. „Das Unternehmen wurde verkauft.“ Die Kauffrau wollte sich beruflich anders orientieren, der Büroarbeit den Rücken kehren. Die passionierte Reiterin und Besitzerin zweier Pferde sprach mit ihrer Freundin.

„Mustangs haben keine Eisen und wunderbare Hufe“

Auch Ali Freund, gelernte Industriemechanikern, gehören zwei Pferde. Für die vier Tiere, die keine Hufeisen tragen, hatten die Frauen vor einigen Jahren einen Offenstall gebaut. Um sie artgerechter zu halten, mit mehr Luft und Bewegungsfreiheit. Zwei Hufpflegerinnen kümmerten sich regelmäßig um deren Hufgesundheit. Das wäre auch etwas, das mir Spaß machen könnte, dachte sich Claudia Fabis. Ihre Freundin Ali stimmte zu.

Beide absolvierten an 16 Wochenenden eine Weiterbildung zur Hufbearbeiterin. Die Tiere, um die sie sich jetzt kümmern, sind unbeschlagen, sogenannte Barhufpferde. Pferde benötigten in der Regel keine Hufeisen, betonen Fabis und Freund. Und erinnern an die amerikanischen Mustangs. „Die haben auch keine Eisen und wunderbare Hufe.“ Das nachwachsende Horn, das die wilden Pferde in der freien Natur „ablaufen“, muss bei von Menschen gehaltenen Tieren regelmäßig entfernt werden. Ohne die Pflege könnte ein Pferd eine falsche Hufstellung entwickeln, die zu Schmerzen führen könnte.

Hufschuhe für den Ausritt auf steinigem Boden

In der Regel suchen die Wittenerinnen ihre tierische Kundschaft alle vier Wochen auf. Zur Behandlung bringen sie eine spezielle Raspel, ein Messer und eine Zange mit, Nipper genannt. Damit die Arbeit am Huf nicht so auf den Rücken geht, haben sie auch noch einen Hufbock bei sich, auf dem das Tier – idealerweise – seinen Huf zur Pflege „ablegt“.

Die Frauen verpassen Pferden aber auch Schuhe, die aus Kunststoff gefertigt sind. „Diese Hufschuhe sind ein Schutz, wenn man mit unbeschlagenen Pferden ausreitet und der Boden zum Beispiel steinig ist.“

„Früher waren Pferde Arbeitstiere“

Claudia Fabis und Ali Freund haben nicht nur die Hufe ihrer Schützlinge, sondern das ganze Pferd im Blick. Sie geben den Haltern, in der Regel Freizeitsportlern, auch Tipps zur richtigen Ernährung und Bewegung des Tieres.

Ein gutes Mineralfutter sei wichtig, meinen sie. Außerdem nach Möglichkeit viel Auslauf. „Wenn ein Pferd überwiegend in der Box steht, ist das nicht artgerecht“, erklärt Fabis. Die Folgen seien unter Umständen Sehnenschäden und Verhaltensauffälligkeiten. „Früher waren Pferde Arbeitstiere, die sich den ganzen Tag bewegten. Und Bewegung brauchen sie, idealerweise auf rund 16 Kilometern am Tag.“

Hat das Frauenteam es sich mit den Hufschmieden verscherzt? „Nein, natürlich nicht. Wir arbeiten mit Schmieden zusammen.“ Außerdem komme auch nicht jedes Pferd ohne Hufeisen aus.

>>> WIRTSCHAFTSFAKTOR PFERD

Laut Bundesverband für Pferdezucht und Pferdesport haben deutschlandweit über 10 000 Firmen direkt oder indirekt das Pferd als „Haupt-Geschäftsgegenstand“.

Claudia Fabis und Ali Freund betreiben ihre Firma „Natürlich! Huf“ als Nebenerwerbsbetrieb. Die Wittenerinnen stellen sich und ihre Arbeit auch auf einer eigenen Internetseite vor (www.hufschuhe-westfalen.de).

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