Landtagswahl

Wittener Schüler geben ihre Stimme ab

Sie nahmen gern an dem Projekt teil (v.l.): Tristan, Anna, Daniel und Louisa.

Foto: Thomas Nitsche

Sie nahmen gern an dem Projekt teil (v.l.): Tristan, Anna, Daniel und Louisa. Foto: Thomas Nitsche

Wenige Tage vor der Landtagswahl haben die Schüler des Ruhr-Gymnasiums für ihre Wunschpartei gestimmt.

Witten hat gewählt! Vor der Landtagswahl am Sonntag haben die Schüler des Ruhr-Gymnasiums in den vergangen zwei Tagen für ihre Wunschpartei gestimmt. Zugegeben, diese Wahl ist nicht ganz offiziell. Aber sie hat alles, was dazugehört: „Wahlbenachrichtigungen, Wahlkabinen, eine Urne, die auch versiegelt wird, und die original Stimmzettel des Ennepe Ruhr-Kreises“, sagt Lehrerin Tina Lüneberger. „Die Schüler sollen ein ähnliches Wahlerlebnis haben wie ihre Eltern.“ Dass die „Juniorwahl“ der echten am Sonntag tatsächlich ziemlich nahe kommt, ist im Ruhr-Gymnasium gestern zu spüren.

Die beiden 17-Jährigen Anna und Tristan haben sich freiwillig als Wahlhelfer gemeldet. Sie teilen die Stimmzettel aus und haken auf einer Liste ab, wer bereits gewählt hat. „Wir machen das so realistisch wie möglich. Manche haben zum Beispiel keinen Ausweis dabei, da sagen wir auch, dass sie dann leider nicht wählen können“, sagt Anna, die am Freitag ihren 18. Geburtstag feiert und am Sonntag selbst wählen darf.

Bildung und Umweltschutz zählen

Das Schulprojekt findet sie gut, um sich vorher zu informieren. „Wir haben Aufsteller, auf denen die Programme der einzelnen Parteien aufgeführt sind. Das ist sehr hilfreich“, sagt Anna. Für wen sie stimmen wird, will die 17-Jährige nicht verraten. „Generell sind für mich die Themen Bildung und Umweltschutz am wichtigsten, weil sie mich am meisten betreffen.“

Mitschüler Tristan darf diese Woche noch nicht zur echten Wahlurne gehen. In der Juniorwahl hat er seine Erststimme für Die Piraten abgegeben und seine Zweitstimme für die FDP. „Weil ich Christian Lindner gut finde und die Plakate von ihm ansprechend fand“, sagt der 17-Jährige. „Die Piraten finde ich relativ vernünftig – und mal ein bisschen innovativer als die fest etablierten Parteien.“

Für die beiden Wahlhelfer ist Politik wichtig, wie sie selbst sagen. „Weil es unsere Zukunft betrifft“, sagt Anna. „Wenn man in einer Demokratie lebt und die Chance hat zu wählen, sollte man das auch tun.“

Juniorwahl regt auch Erwachsene an

Tim (17) und Lukas (16)* sehen das ähnlich. „Ich habe mit beiden Stimmen Die Linke gewählt. Beim Wahlomat hatte ich 76 Prozent Übereinstimmung mit der Partei“, sagt Tim. Auch Lukas hat für Die Linke gestimmt – und Die Piraten. „Beim Wahlomat kam die MLPD raus, aber die kann ich nicht guten Gewissens wählen.“

Dass ihre Schüler sich so für Politik zu interessieren scheinen, überrascht Lehrerin Tina Lüneberger nicht. „Man muss es für sie nur handhabbar machen, indem man zum Beispiel über Tierexperimente oder Bildung diskutiert.“ Auch die Jüngsten interessierten sich schon für Kinderrechtsthemen. Von dem Projekt erhofft sich die 39-Jährige auch, dass der Funke von den Jugendlichen auf die Erwachsenen überspringt. „Studien zeigen, dass in Haushalten, in denen die Kinder an der Juniorwahl teilgenommen haben, die Wahlbeteiligung steigt.“ Ein gutes Omen für Sonntag.

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