Kirchentag

Wittener Jugendliche musizieren auf dem Alex

250 Jugendliche aus dem Kirchenkreis Witten-Hattingen beim Evangelischen Kirchentag in Berlin. „CreJo“-Mitglieder geben spontanes Open-Air-Konzert.

Eigentlich wollten die Jugendlichen aus Witten und Hattingen nur für den Gottesdienst am heutigen Samstag proben. Doch plötzlich füllte sich um sie herum der Alexanderplatz in Berlin. Die Bands „Soul-Teens“ und „Lekkerkerk“ ließen sich nicht lange bitten und gaben ein spontanes Open-Air-Konzert. Solche Geschichten schreibt der Evangelische Kirchentag.

„CreJo“ betreibt die gemeinsame Jugendarbeit der Creativen Kirche Witten und der Johannes Kirchengemeinde in Hattingen-Niederwenigern. Mit 60 Mitgliedern im Alter von 14 bis 26 Jahren ging es nun zum Kirchentag nach Berlin, wo sie am Samstag um 11 Uhr den Jugendgottesdienst unter dem Thema „No Risk, no Fun“ in der St. Lukas Kirche in Kreuzberg feiern. „Das spontane Musikmachen auf dem Alexanderplatz und vor allem der Jugendgottesdienst, wo wir die Musik machen, sind absolute Highlights“, sagt Teilnehmerin Jule Kürten (14).

Jugendliche schlafen in Schule

Die Szene auf dem Alex beschreibt die besondere Atmosphäre, die momentan in der Hauptstadt herrscht. Davon überzeugen sich die insgesamt 250 Jugendlichen (darunter die „CreJo“-Mitglieder) aus dem Kirchenkreis Hattingen-Witten, die in vier Bussen angereist sind. Seit Mittwoch weilen sie an der Spree, untergekommen sind sie in einer Schule in Lichterfelde. Mit dem Abend der Begegnung wartete gleich am Ankunftstag ein erster Höhepunkt auf die Gruppe von der Ruhr. „Die Stimmung war toll und alles verlief total friedlich“, sagt Jugendreferentin Karina Kuznik. Rund 200 000 Menschen waren zwischen Brandenburger Tor und Reichstag zusammengekommen.

„Am schönsten finde ich die Offenheit der Menschen und dass es überall Musik gibt. Außerdem fühlt man sich nicht als Fremder, da einen überall Kirchentags-Teilnehmer umgeben“, sagt die 16-jährige Paulina Hafer. Aus über 2000 Veranstaltungen dürfen die Besucher am Kirchentag wählen. Das Gespräch von Barack Obama und Angela Merkel empfanden die Wittener als sehr humorvoll.

„Wise Guys“ überzeugen mit A-Capella-Auftritt

Am Donnerstagabend amüsierten sie sich beim Konzert der A-Capella-Band „Wise Guys“. „Für viele der Jugendlichen war das ein Höhepunkt“, sagt Kuznik. Ihr imponierte vor allem, dass sich sämtliche Generationen für das Konzert begeisterten. Viele aus der Jugendgruppe waren dabei, ansonsten bewegen sich die Wittener und Hattinger in Kleingruppen durch die Stadt. „Teilweise läuft man sehr aneinander vorbei“, so Kuznik. Ein positiver Nebeneffekt sei das gute Wetter, dass die Jugendlichen sehr genießen.

Für Hans Werner Ludwig, Leiter der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis, ist der diesjährige Kirchentag aus einem anderen Grund besonders. In zwei Jahren richtet die Westfälische Landeskirche die Veranstaltung in Dortmund aus. Ludwig ist im Organisationsteam – und das macht jetzt schon kräftig Werbung für das Ruhrgebiet. Auf der Messe, dem Markt der Möglichkeiten, wirbt das Team mit den im „Pott“ bekannten Büdchen um die Gunst der Besucher.

Persönliche Einladung für Besucher

„Ich habe mit einem Kollegen aus Berlin gesprochen und wir haben einige Gemeinsamkeiten festgestellt. Etwa die Büdchenkultur und Currywurst. Das werden die Leute in Dortmund wiederfinden“, sagt Ludwig. Die Besucher des Büdchens bekommen Bierdeckel, Armbänder und eine persönliche Einladung. Ihre Augenpartie wird fotografiert und auf einem Ankündigungsplakat ausgedruckt. Motto: „Wir sehen uns in Dortmund.“

Bis Sonntag aber läuft zunächst noch der aktuelle Kirchentag. Mit einem Bus wird die Wittener Delegation noch weiter zur Abschlussveranstaltung reisen, die im Luther-Jahr in Wittenberg stattfindet.

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