Stadtentwicklung

Wittener Café del Sol soll schon im Sommer eröffnet werden

Jetzt soll es zügig gehen: Thorsten Kiehl und Rainer Enste zeigen die Pläne für das Café des Sol. Es wird direkt am Mühlengraben liegen. Die Fläche vorn hat die Stadt freigeschnitten, um freie Sicht zu schaffen.

Jetzt soll es zügig gehen: Thorsten Kiehl und Rainer Enste zeigen die Pläne für das Café des Sol. Es wird direkt am Mühlengraben liegen. Die Fläche vorn hat die Stadt freigeschnitten, um freie Sicht zu schaffen.

Foto: WAZ

Witten.   Eine expandierende Gastronomie-Kette zahlt 3,5 Mio. Euro für den Erwerb des alten Teppichland-Areals und den Neubau des Gastro-Betriebs. Das Café im Stil einer Kolonialvilla bekommt 450 Sitzplätze. 50 Voll- und Teilzeitkräfte sollen dort beschäftigt werden. Vorbereitungen für Abriss haben begonnen.

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Es verlangt dem nüchternen Betrachter noch etwas Fantasie ab, aber die Hildesheimer Gastro & Soul GmbH will auf dem alten Teppichland-Gelände noch in diesem Sommer ein Café del Sol eröffnen. Für die 2001 gestartete Restaurant-Kette auf Expansionskurs ist es der 28. Standort bundesweit und die 16. in NRW.

Weil die Notartinte noch nicht trocken war, hatte die Stadt alle Gerüchte in diese Richtung unkommentiert gelassen. Beim offiziellen Medientermin am Mittwoch ließen Stadtspitze und Investor „die sprichwörtliche Katze“, so die städtische Pressestelle, endlich ganz aus dem Sack. Sprachbilder mit „Sonne“ und „Café del Sol“ hatten Konjunktur. Bürgermeisterin Sonja Leidemann sprach zudem von einer „weiteren Bereicherung des Freizeit- und Kulturangebots“, Stadtbaurat Markus Bradtke von einem „einem Trittstein zur Verzahnung von Stadt und Fluss“.

Für Thorsten Kiehl (Gastro & Soul) ist das Teppichland-Gelände „ein nahezu perfekter Standort“. Außer der hohen Pkw-Frequenz an der Kreuzung Ruhrstraße/Ruhrdeich biete er das Ruhrtal und den Ruhrtalradweg (inzwischen 180 000 Nutzer im Jahr) gleich vor der Tür. „Diese Symbiose aus Straße und Natur“, so Kiel, habe keines des andern 27 Cafés vorzuweisen.

450 Sitzplätze und 50 Arbeitsplätze

Bis auf ein Detail bekommt Witten die baugleiche freistehende Villa im Kolonialstil hingesetzt, die schon zum Beispiel in Herne, Castrop-Rauxel oder Moers steht. Dazu gehören 250 Sitzplätze drinnen und 200 draußen, Palmen und warme Farbtöne, die Urlaubsflair verströmen. Die Ganztagsgastronomie (werktags 9 bis 1 Uhr, Wochenende 9 bis 2 Uhr) wird rund 50 Voll- und Teilzeitkräfte beschäftigen. Mit diesen Zeiten und seinem gastronomischen Angebot (Pasta, Pizza, Steak, Salat . . .) zielt das Café auf einen breiten Kundenkreis. Das Durchschnittsalter in den bisherigen Filialen liegt bei 42 Jahren. Die Besonderheit in Witten: Außer der überdachten Holzveranda wird es zwei Sonnenterrassen geben - zum Mühlengraben hin.

Dass sich im Überlaufbecken des Mühlengrabens regelmäßig unansehnliches Treibgut und Dreck sammelt, ist dem Investor nicht verborgen geblieben. Man habe mit RWE (Eigentümer des Kraftwerks Hohenstein) Gespräche aufgenommen, mit dem Ziel, dass der Mühlengraben regelmäßig gespült werde, so Kiehl. Der Abriss der Teppichland-Hallen beginnt jetzt, sechs Wochen werden dafür veranschlagt. Dabei wird auch ein Stück Wittener Industriegeschichte zu Grabe getragen: Von 1874 bis 1978 wurden in den Hallen Schaufeln und Spaten gefertigt, erst von der A. Buß & Co., dann von der A. Bredt & Co., danach kam Teppichland.

Das komplette Grundstück misst 8000 Quadratmeter

Von einem Nachfahren der Firma Bredt hat der Investor jetzt das komplette Grundstück (8000 qm) erworben, nach dem Abräumen werden 800 qm neu bebaut. Zum Bahndamm hin werden 100 Stellplätze angelegt. Gastro & Soul nimmt dafür insgesamt „unter 3,5 Millionen Euro“ (Thiel) in die Hand. Die Stadt Witten war beim Grundstücksgeschäft mit im Boot: Sie hat einen drei Meter breiten Streifen für den späteren Ausbau der Ruhrstraße erworben.

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