Vorträge zu einem streitbaren Anti-Politiker

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Mit drei Vorträgen zu Leben und Werk des Sozialphilosophen und „Antipolitikers“ Gustav Landauer wird an zwei Dezembertagen in der Gustav-Landauer-Bibliothek im „Trotz Allem“ an der Augustastraße 58, das dreijährige Bestehen und eine gelungene Renovierung gefeiert.

Am morgigen Samstag, 6. Dezember, ab 19.30 Uhr schildert Tilman Leder aus Heidelberg, Verfasser einer zweibändigen Biografie Landauers, dessen frühe Auseinandersetzungen mit Marxismus, SPD und Arbeiter-Anarchismus nach Aufhebung der Sozialistengesetze des Kaiserreiches.

Am Sonntag, 7. Dezember, ab 15 Uhr widmet sich Corinna Kaiser aus Düsseldorf dem literarischen Werk Landauers und stellt dazu ihre Thesen vor. Landauer war nicht nur Übersetzer engagierter Autoren wie Rabindranath Tagore, George Bernard Shaw, Oscar Wilde, Pierre-Joseph Proudhon und Pjotr Alexejewitsch Kropotkin, sondern verfasste auch einen Roman und Novellen, die ihrer Ansicht nach eine besondere Würdigung verdient haben.

Anschließend, ab 17 Uhr, rundet Frank Pfeiffer aus Neuss das Bild ab, indem er Landauers politische Aktivitäten zur Gründung des Sozialistischen Bundes, seine Friedensbemühungen innerhalb des Forte-Kreises zur Beendigung des Ersten Weltkriegs und seine Beteiligung an der Münchner Räterepublik bis zu seiner Ermordung nachzeichnet.

Sein kürzlich verstorbener Enkel, der amerikanische Filmregisseur Mike Nichols („Reifeprüfung“, „Silkwood“, „The birdcage“, „Was vom Tage übrig blieb“, „Der Krieg des Charlie Wilson“, „Hautnah“) erinnerte in Interviews immer wieder an seinen Großvater, dessen Andenken ihm in Deutschland doch sehr vernachlässigt schien. Mittlerweile ist die Ausgabe der „Ausgewählten Schriften“ Landauers auf 10 Bände angewachsen und ein Denkmal in Berlin geplant, das die Erinnerungslücke schließen möchte.

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