TuRa-Ballettgala

Tanz auf Spitze und in Gummistiefeln

Begeisterten: einige Schülerinnen beim Ballettabend des TuRA Balletts.

Begeisterten: einige Schülerinnen beim Ballettabend des TuRA Balletts.

Foto: Bastian Haumann

Witten.   Die Ballettgala von TuRa Rüdinghausen im Saalbau zeigte am Sonntagabend eine bunte Vielfalt des Tanzes vor vollem Haus.

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Wenn sich alle zwei Jahre die Balletteleven von TuRa Rüdinghausen ankündigen, heißt es im Saalbau: Ausverkauft! Rund 700 Eltern und Verwandte waren der „Invitation to dance“, der Einladung zum Tanz, so der Titel des Programms, gefolgt. Die Show am Sonntagabend wurde fast ein Jahr lang vorbereitet. Kein Wunder, dass die 150 Tänzerinnen – und vor allem ihre Mütter – aufgeregt sind.

Am Bühneneingang herrscht schon am Sonntagmorgen Betrieb. Etwa 150 Mädchen zwischen drei und zwanzig Jahren wuseln über die Flure, bekommen von ihren Müttern noch schnell eine Flasche Wasser zugesteckt und werden geschminkt. Mit silbrigem Glitzer auf den Augenlidern und sanft aufgetragenem Lippenstift sehen sie wie kleine Profis aus.

Von den ganz Kleinen in der weißen Gruppe bis zu den großen Mädchen in schwarz sind alle Klassen und Altersgruppen in Farben eingeteilt. Die rosa und weißen Tütüs der Minis sind etwas verspielter als die sportlichen Anzüge der blauen Klasse und die Kostüme der großen Tänzerinnen erinnern eher an phantasievolle Abendkleidung.

Maike (11) tanzt bereits seit ihrem dritten Lebensjahr bei TuRa. Bereits zum vierten Mal ist sie bei der alle zwei Jahre stattfindenden Gala dabei und damit schon so etwas wie ein alter Hase. Aufgeregt sei sie nicht, obwohl sie eine kleine Soloeinlage hat: „Beim Tanz geht es nicht nur darum, die Gruppe zu präsentieren, sondern dass ich mich auch selbst präsentiere“, erklärt sie selbstbewusst.

Von Tango bis Tim Bendzko

Zwischen einem Jahr und sechs Monaten hat die Tanzpädagogin Kathrin Hellwig mit den Mädchen geübt und die Choreographie entwickelt. Der Sonntag ist wegen des großartigen Zuspruchs der letzten Gala eine Zusammenstellung der schönsten Tänze aus den letzten Jahren. Zu klassischer Musik von Brahms, Delibes oder Adolphe Adam über Tango und festlichen Walzern bis zu Justin Timberlake und Tim Bendzko ist musikalisch für alle etwas dabei. Und auch die Tänze variieren von klassisch bis zu modern. Einmal ist es ein filigraner Elfentanz auf Spitzenschuhen, dann stampfen die ganz Kleinen in Gummistiefeln auf die Bühne.

Mit großem Einsatz unterstützen die Familien die Leidenschaft der Kinder. Allein siebzehn Mütter und ältere Tänzerinnen sind als Helferinnen eingeteilt, um die wuselige Mädchenmeute zu bändigen und zum richtigen Zeitpunkt auf die Bühne zu schicken.

Kathrin Hellwig ist sein zehn Jahren bei TuRa und mit Herzblut dabei. „Es ist ganz toll zu sehen, was die Kinder für Leistungssprünge machen. Beim ersten Mal auf der Bühne sind sie ganz schüchtern.“ Hellwig setzt auf Selbstständigkeit. Die Kinder sollen es ganz allein schaffen, auf die zu Bühne gehen. „Das ist die ganz große und wichtige Leistung der Kinder.“ Die Lehrerin begleitet die Mädchen viele Jahre. Ein Auftritt schöpfe Motivation für das weitere Üben: „Ballett ist eine der härtesten Sportarten, die man lernen kann. Das prägt für’s Leben und das wichtige Stichwort ist Haltung. Und zwar nicht nur die körperliche Haltung, sondern auch die Haltung zum Leben.“

>> Spitzentanz erst ab zwölf Jahren

TuRa Rüdinghausen bietet Ballettkurse für Mädchen und Jungen ab drei Jahren in den Räumen an der Brunebecker Straße an. Zurzeit werden an fünf Wochentagen insgesamt 14 Gruppen unterrichtet. Zweimal im Jahr gibt es eine Ballettfreizeit für die Minis und Maxis.

Spitzentanz können die Mädchen erst ab zwölf Jahren beginnen. Ein Orthopäde achtet dabei auf die körperliche Gesundheit und Eignung der Kinder.

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