Diskussion im Martmöller-Gymnasium

Stützen der Erinnerung

Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

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Witten. Nicht allein ein Symbol für die Teilung Deutschlands, sondern ganz Europas in eine freie und eine unfreie Welt sei die Berliner Mauer gewesen, meinte jetzt Bundestagspräsident Professor Dr. Norbert Lammert (CDU) bei einer Diskussion mit Schülern im Albert-Martmöller-Gymnasium.

Eingeladen zur Veranstaltung „Zeichen für Europa/Hommage an die jungen Generationen“ hatte die Wittener Bildungs- & Kulturinitiative, die bereits vor rund einem Jahr in einer spektakulären Aktion drei Originalsegmente der Berliner Mauer auf dem Schulhof des Gymnasiums aufstellte. Gemeinsam mit Schülern wurden sie dort anschließend von dem renommierten Künstler Thierry Noir bemalt: Als Symbol dafür, dass Mauern, welcher Art auch immer, durch persönliche Verantwortung und Engagement überwunden werden können.

Auf rund 70 Stellen weltweit sind heute Reste der Berliner Mauer verteilt, deren Errichtung jetzt 50 Jahre her ist. Ob man sich hätte vorstellen können, dass diese Mauerteile mal als Symbol der Freiheit gelten würden, wurde Lammert gefragt. „Es ist nicht verwunderlich, dass solche Reste wie Reliquien behandelt werden“, entgegnete er. Man könne das zwar für „vordergründige Sentimentalität“ halten, aber der Mensch bestehe nun mal nicht nur aus Verstand, sondern auch aus Gefühlen, für die solche „Stützen der Erinnerung“ wichtig seien.

An den Bau der Mauer 1961 erinnert sich Lammert noch genau: „Ich war damals zwölf Jahre alt und mit meinen Eltern in den Sommerferien in Holland,“ erzählt er. Es habe zu jener Zeit eine „nervöse Stimmung“ geherrscht, weil man nicht wusste, was der Mauerbau weltpolitisch für Folgen haben würde.

Auch, ob es überhaupt berechtigte Gründe für Staaten zum Bau von Mauern gebe und ob und wann die ostdeutschen Bundesländer westdeutschen Standard erreichen würden, wollten die Teilnehmer der regen Diskussion im Martmöller-Gymnasium von Lammert wissen.

Der wohnten u. a. auch Wittens Bundestagsabgeordnete Christel Humme (SPD) und Hans-Ulrich Kieselbach (CDU), Erster Stellvertretender Bürgermeister, bei.

Beide enthüllten gemeinsam mit Bundestagspräsident Lammert und Prof. Dr. Detlef H. Mache, Vorsitzender der Bildungs- & Kulturinitiative, anschließend eine Tafel an den Mauersegmenten, die auch an deren Bemalung durch Thierry Noir erinnerte.

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