Statt Videoüberwachung werden mehr Polizisten gebraucht

Mehr Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen? „Ich schätze, dass die Grünen das kritisch sehen“, sagte WAZ-Redakteur Johannes Kopps beim Wahlforum. „Ich auch“, meldete sich prompt FDP-Direktkandidat Jürgen A. Weber zu Wort.

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Mehr Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen? „Ich schätze, dass die Grünen das kritisch sehen“, sagte WAZ-Redakteur Johannes Kopps beim Wahlforum. „Ich auch“, meldete sich prompt FDP-Direktkandidat Jürgen A. Weber zu Wort.

„In London zum Beispiel gibt es bereits eine flächendeckende Videoüberwachung. Aber das Geld hätte besser investiert werden können“, sagte der Liberale. Kein einziger Attentäter sei vor seiner Tat entdeckt worden. Wichtiger sei es, dass die beteiligten Personen mehr und besser zusammenarbeiten würden.

„Ich bin mit der FDP einer Meinung, das hat ja geradezu Seltenheitswert“, entgegnete daraufhin Grünenpolitiker Janosch Dahmen. An Bahnhöfen und Flughäfen, wo ein gewisses Gefährdungspotenzial bestehe, mache die Videoüberwachung Sinn. „Aber wir brauchen keinen Überwachungsstaat, sondern mehr Polizisten.“

Zwei Beamte aus Witten abgezogen

In diesem Punkt stimmten auch Pirat Roland Löpke und Sozialdemokrat Ralf Kapschack ihren Kontrahenten zu. „Videoüberwachung hätte den Anschlag in Berlin nicht verhindert“, sagte Kapschack. „Sie gaukelt ein Sicherheitsgefühl nur vor.“ Damit sich die Bürger wirklich sicher fühlten, brauche es mehr Polizisten auf den Straßen.

„Wieso wurden aus Witten dann zuletzt Polizisten abgezogen?“, hieß es aus dem Publikum. „Ich bedaure das sehr, aber man kann Polizisten nicht an Bäumen pflücken, man muss sie zuerst ausbilden“, entgegnete Kapschack. „Wo Kapschack Recht hat, hat er Recht“, pflichtete Ralf Brauksiepe von den Christdemokraten seinem Kollegen bei. Man könne der alten SPD-geführten Landesregierung keinen Vorwurf machen. „Das Ziel muss es sein, dass die Stellen bald wieder zur Verfügung stehen und vielleicht sogar noch zusätzliche.“

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