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Popchor „Stairway“ freut sich auf Sprung ins kalte Wasser

Mit Eifer bei der Probe: Die Sängerinnen von „Stairway“ mit Chorleiter Martin Martmöller am Klavier im Martin-Luther-Zentrum an der Ardeystraße.Foto:Manfred Sander

Mit Eifer bei der Probe: Die Sängerinnen von „Stairway“ mit Chorleiter Martin Martmöller am Klavier im Martin-Luther-Zentrum an der Ardeystraße.Foto:Manfred Sander

witten.   Der gemischte Chor „Stairway“ nimmt im Mai erstmals an den Wittener Tagen für Neue Kammermusik teil. Die Wittener singen eine Welturaufführung.

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„Stairway“ nennt sich der Chor mit 25 Frauen und lediglich fünf Männern. Und im Untertitel des Logos steht „Singing for Life“. Das hat etwas Religiöses, zumindest aber Spirituelles. „Stairway“ heißt übersetzt so viel wie „Himmelsleiter“ und erinnert nicht nur an den Led-Zeppelin-Klassiker „Stairway to Heaven“, sondern auch an die Vergangenheit der Chormitglieder.

Denn die meisten Mitglieder stammen aus anderen Chören, in denen sie jahrelang vorwiegend Gospellieder gesungen hatten. Das war ihnen irgendwann zu langweilig, also gründeten sie 2013 einen eigenen Chor: Stairway. „Wir sind zwar Laien“, sagt Sprecher Uwe Peters, „haben aber durchaus einen künstlerischen Anspruch“. Im Vordergrund stehe der Spaß an der Gemeinschaft, nicht das Vokalkönnen. Mitmachen kann jeder. „Wir mögen kein Vorsingen“, so Peters.

Stairway bezeichnet sich selbst mit als Popchor – mit einem Repertoire querbeet: „Thank you for the Music“ von Abba, „Earth Song“ von Michael Jackson oder das unsterbliche „Hallelujah“ von Leonard Cohen selig sind im Fundus der fidelen Truppe. „Wir machen Mainstream“, sagt Chorleiter Martin Martmöller, und Vorstandsmitglied Christiane Suttrop wirft ein: „Wir singen aber auch Kirchenlieder.“

Festivalgäste aus aller Welt in Witten

Und jetzt das: Der Laien-Mainstream-Popchor soll an den 49. Wittener Tagen für Neue Kammermusik teilnehmen und am 7. Mai gleich drei Konzerte am Hammerteich bestreiten. Uff! Neue Musik – da denkt man an vollendete Disharmonien von Komponisten wie Bartok, Schönberg, Stockhausen, aber auch Glass und Reich. Martmöller: „Das kann auch ziemlich gaga sein.“ Diese Neue Musik geht nicht in jedes Wittener Ohr, aber in die von Tausenden Interessierten aus aller Welt, die sich von den vermeintlich schrägen Tönen jedes Jahr nach Witten locken lassen.

An diesem Donnerstagabend, als die WAZ den Chor besucht, wird in den Räumlichkeiten der Martin-Luther-Gemeinde an der Ardeystraße noch das vorhandene Material geprobt – denn was der Chor im Mai singen wird, weiß er noch gar nicht. Der Komponist Gordon Kampe, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Folkwang-Hochschule in Essen, erarbeitet derzeit Miniaturen für den Chor. Das wird also eine Welturaufführung im Mai am Hammerteich. Kampe hatte Martmöller kontaktiert, ob der Chor denn nicht Lust habe, mitzumachen. Basisdemokratisch wurde entschieden; das ging schnell. Man freut sich auf den Sprung ins kalte Wasser.

Komponist kommt selbst vorbei

Gordon Kampe komponiert mundgerecht, will den Stairways keine allzu eigenwilligen Unzumutbarkeiten abringen. Mitte März liefere er das Werk, dann kommt Kampe auch selbst vorbei – zum Einstudieren. Christiane Suttrop ist zuversichtlich: „Uns ist versichert worden, dass wir keine schrägen Töne singen müssen.“

Internetseite des Chors geht in Kürze an den Start

Die Homepage des Chors geht in der nächsten Woche an den Start. Die Adresse lautet dann: www.chor-stairway.de. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen. Stimmliches Können ist nicht erforderlich. Im Vordergrund stehen der Spaß und die Gemeinschaft.

Der gemischte Stairway-Chor probt jeden Donnerstag um 20 Uhr im Martin-Luther-Zentrum an der Ardeystraße 138.

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