Videoüberwachung

Piraten-Chef bezweifelt Sinn von Videoüberwachung in Witten

Der Wittener Stefan Borggraefe ist Vorsitzender der Piratenpartei Ennepe-Ruhr.

Der Wittener Stefan Borggraefe ist Vorsitzender der Piratenpartei Ennepe-Ruhr.

Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Würde der Wittener Rathausplatz durch Videoüberwachung sicherer? Piratenchef Stefan Borggraefe zweifelt daran.

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Der Vorsitzende der Piratenpartei Ennepe-Ruhr bezweifelt die Wirksamkeit von Video-Überwachung zur Verbrechensvorbeugung. „Sie konnte noch in keiner unabhängigen Studie nachgewiesen werden“, meint der Wittener Stefan Borggraefe.

Den im WAZ-Artikel vom 5.Januar über den Wittener Rathausplatz genannten positiven Beispielen von Video-Überwachung an einem kriminellen Brennpunktplatz in Duisburg-Marxloh ständen zum Beispiel die Erfahrungen solcher Methoden auf der Hamburger Reeperbahn entgegen.


Borggraefe: „Eine Wirksamkeitsanalyse über die drei Jahre nach Einführung der Video-Überwachung dort ergab, dass die Fallzahlen sogar um 32 Prozent angestiegen sind – im Bereich einfache und fahrlässige Körperverletzungen sogar um 75 Prozent.“ Selbst im Land mit der größten Video-Überwachungsdichte in Europa, nämlich in Großbritannien, hätte insgesamt kein signifikanter Rückgang von Kriminalität im öffentlichen Raum und von Gewaltverbrechen festgestellt werden können, betont der Wittener. Und er ergänzt: „Lediglich eine Videoüberwachung von Parkplätzen hat sich als effektiv gegen Autodiebstähle erwiesen.“

Borggraefe schlägt vor: „Statt Probleme zu filmen, müssen sie gelöst werden. Wir brauchen mehr Geld für geschundene Kommunen wie Witten, damit sie beispielsweise fachlich gut geschulte Street Worker einstellen und sich besser um ihre öffentlichen Plätze kümmern können.“

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