Pferdebachstraße

Pferdebachstraße in Witten wächst gewaltig

Zwei Kreisel sollen den Verkehrsfluss auf der Pferdebachstraße nach dem Umbau erleichtern. Ein Kreisel entsteht etwa vor dem Haus (hinten) an der Westfalenstraße, der zweite an der Einmündung Schlachthofstraße.

Zwei Kreisel sollen den Verkehrsfluss auf der Pferdebachstraße nach dem Umbau erleichtern. Ein Kreisel entsteht etwa vor dem Haus (hinten) an der Westfalenstraße, der zweite an der Einmündung Schlachthofstraße.

Foto: Jürgen Theobald

witten.   Die Großbaustelle soll im Spätsommer starten. Wenn die Strecke 2021 fertig ist, wird sie mit Fahrbahn, Fuß- und Radwegen doppelt so breit sein.

Die Bäume sind weg, im Spätsommer soll der seit langem erwartete Umbau der Pferdebachstraße beginnen. Wenn sie voraussichtlich bis 2021 fertig ist, wird sie ein komplett neues Gesicht zeigen. Allein die jetzige Breite der Fahrbahn und Fußwege von zwölf Metern wird sich dann auf 24 Meter verdoppeln.

Von der Ardeystraße aus sollen die Bauarbeiten beginnen, die allmählich zur Leostraße hinunterwandern. Aktuell werden die europaweiten Ausschreibungen erstellt und Ende März veröffentlicht. Während der Bauzeit werde die Pferdebachstraße weitestgehend in einer Richtung offengehalten, so Verkehrsplaner Andreas Müller. „Aber es wird auch Vollsperrungen geben müssen. Unter anderem, um die neue Brücke zu bauen“, schränkt er ein. Es sind also massive Behinderungen zu erwarten.

Mehrzweckstreifen ganz was Neues

Ein riesiges Problem würden all die Leitungen für Wasser, Strom und Telekommunikation in der Straße sein, so der Experte, „denn sie liegen übereinander“. Seit einem Jahr trifft sich eine Leitungskoordinationsrunde, um die reibungslose Erneuerung der ebenso engen wie wichtigen Durchgangsstraße zwischen Autobahn, Uni, Ev. Krankenhaus und Zentrum abzustimmen. Vertreten sind unter anderem das s Tiefbauamt, das Osnabrücker Ingenieurbüros, das bei der Bauleitung federführend ist, Stadtwerke und Telekom.

„Aber die Zugänge zu allen Häusern bleiben gewährleistet, wenn auch mit Einschränkungen“, betont Verkehrsplaner Müller. Niemand müsse befürchten, morgens die Tür aufzumachen und plötzlich vor einem tiefen Loch zu stehen.

Ein Mehrzweckstreifen, den es in Witten bisher noch nicht gab, wird nach dem Umbau in der Mitte dafür sorgen, dass Fußgänger gesund über die dann doppelt so breite Fahrbahn kommen. Er ist aber nicht nur wie eine leicht erhöhte Verkehrsinsel, die sich mittig von der Westfalen- bis zur Leostraße zieht, sondern kann auch von Autos befahren werden, die in eine der Einfahrten einscheren wollen. So bildet sich hinter Abbiegenden keine Schlange, wenn sie erst den Gegenverkehr abwarten müssen.

Auf dem hellgrau markierten, etwa drei Zentimeter erhöhten Streifen werden auch neue Bäume stehen. Ursprünglich sollten sogar die Bäume erhalten bleiben, die am Fußweg vor dem Krankenhaus standen. Sie hätten sich bei der doppelt so breiten Straße dann in der Fahrbahnmitte, also auf dem neuen Mehrzweckstreifen befunden. Müller: „Aber die Wurzeln hätten die Baggerarbeiten für die Verkehrsinsel nicht überstanden.“

Senke an der alten Brücke wird zugeschüttet

Nach dem Umbau wird die schwer sanierungsbedürftige Pferdebachstraße nicht mehr wiederzuerkennen sein. Unter anderem entsteht nicht nur ein Kreisel an der Westfalenstraße und einer an der Schlachthofstraße, sondern die Senke dazwischen wird zugeschüttet.

Außerdem wird die scharfe S-Kurve entfernt, durch die besonders die Stelle an der teils abgetragenen Brücke übersichtlicher für die Verkehrsteilnehmer wird. „Ein kleiner Bogen bleibt aber“, ergänzt Verkehrsplaner Andreas Müller. Über weite Strecken liegt die Pferdebachstraße 115 Meter über dem Meeresspiegel. Im weiteren Bereich der Senke aber auf 113 Metern. Zwei Meter Höhenunterschied klingt vielleicht zunächst wenig. Um sie aber großräumig aufzuschütten, wird tonnenweise Baumaterial gebraucht.

Noch drei Meter höher liegt das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs und das gegenüberliegende Areal zum Ev. Krankenhaus hin. Um einen harmonischen Übergang zu schaffen, sollen Böschungen entstehen, die bis zu acht Meter breit sind. Auch Stützmauern waren im Gespräch, davon wurde abgerückt.

Die Reste der bisherigen Brücke, die ja auch teils in dem aufgeschütteten Gelände verschwinden würde, werden komplett abgetragen. Bis auf eine Stelle, die als eine Plattform für Spaziergänger noch an dieses Bauwerk erinnern soll. Das ist natürlich kein Vergleich zu der neuen, 56 Meter langen Brücke, die den Rheinischen Esel beidseitig mit der Pferdebachstraße verbinden soll. Ein Vorteil für Radfahrer und Fußgänger: Denn an der unübersichtlichen S-Kurve war es lebensgefährlich, die Straße zu überqueren, um seinen Weg auf dem Rheinischen Esel fortzusetzen. Aus der Brückengeometrie folgt, dass auf der Seite des Krankenhauses ein massives Hauptfundament gelegt werden muss. Es muss hohe Kräfte aushalten, denn an den beiden 22 Meter hohen Hauptpylonen und dem Seil-Widerlager hängt die ganze Brücke.

Insgesamt wird die Pferdebachstraße besser gegliedert. Auf beiden Seiten wird es Parkstreifen mit Bäumen geben, Radstreifen mit einer Breite von etwa zwei Metern werden in beiden Richtungen auf den Fahrbahnen aufgetragen. „Mit diesen Bäumen und jenen auf den neuen Mehrweckstreifen und auf den künftigen Böschungen wollen wir einen Teil derer ersetzen, die für die Sanierung der Pferdebachstraße abgeholzt wurden“, sagt Verkehrsplaner Andreas Müller. „Viele Leute sind überrascht, wie groß die Fläche rund um die Pferdebachstraße ist, seit dort keine Bäume mehr stehen“, hat er festgestellt.

Durch die großzügigere Gestaltung soll der Verkehr auf einer der wichtigsten Wittener Ein- und Ausfallstraßen in Zukunft staufreier fließen. Dazu dient auch die zusätzliche Rechtsabbiegerspur an der Ecke Pferdebach-/Ardeystraße Richtung Marien-Hospital. Andreas Müller stellt klar: „Um sie schaffen zu können, brauchen wir etwas Gelände der Firma ZF. Der benötigte Abschnitt ist auf dem Grundstück des Unternehmens, das vormals Bosch Rexroth war, schon abgesteckt.“

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