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Jahreskalender 2019 zeigt historische Fotos aus Bommern

Das Kalenderblatt für den Februar 2019: Das Foto von 1911 zeigt das Fachwerkhaus an der Alte Straße 20 in Witten-Bommern.  Damals fand man hier die Grob- und Feinbäckerei Wilhelm Brockmann. Das Baby auf dem Bild ist Elli Johanna Hülsmann, die damals jüngste Hausbewohnerin.Quelle: Archiv des  Heimat- und Geschichtsvereins Bommern. Urheber: Emil Vollmerhaus. Repro:theo

Das Kalenderblatt für den Februar 2019: Das Foto von 1911 zeigt das Fachwerkhaus an der Alte Straße 20 in Witten-Bommern. Damals fand man hier die Grob- und Feinbäckerei Wilhelm Brockmann. Das Baby auf dem Bild ist Elli Johanna Hülsmann, die damals jüngste Hausbewohnerin.Quelle: Archiv des Heimat- und Geschichtsvereins Bommern. Urheber: Emil Vollmerhaus. Repro:theo

witten.   Bommern in alten Zeiten: Der Heimat- und Geschichtsverein des Stadtteils hat für seinen Jahreskalender 2019 historische Fotos zusammengestellt.

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Das neue Jahr lässt noch einige Wochen auf sich warten. In Wittens Buchhandlungen ist 2019 aber schon sehr präsent – mit Wandkalendern, die ihre Betrachter in ferne Länder, in kunterbunte Gärten oder ans Meer entführen. Mit einem lokalen Geschichtskalender möchte der Heimat- und Geschichtsverein Bommern durch das kommende Jahr führen. Unter dem Titel „Früher und heute“ sieht man jeden Monat ein historisches Foto aus dem Stadtteil, daneben ein Bild, das die einst fotografierte Stelle heute zeigt. Ein Stück Heimatkunde.

Die historischen Fotos für den Kalender, den es im DIN-A3- und DIN-A4-Format gibt, stammen zum großen Teil aus dem Archiv des Heimat- und Geschichtsvereins. „Wir haben aber auch Bilder von Privatleuten bekommen“, so der Vereinsvorsitzende Klaus Wiegand. Schon das Januar-Motiv lässt den Betrachter staunen. Das Foto von 1901 zeigt die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Villa des ehemaligen Gutshofs der Familie Lohmann am Bommeraner Bodenborn 68, die frühere Provinzialstraße.

Altes Fachwerkhaus in dreijähriger Arbeit saniert

Was das Bild belegt: Vor der Villa, in der heute eine Praxis für Logopädie ist, wurde einst Tabak angebaut! Wiegand: „1901 gehörte das Haus Wilhelm Ambrosius Lohmann.“ Das Foto, das das prächtige weiße Gebäude heute zeigt, hat Hobbyfotografin Sabine Laschat geschossen – wie auch die übrigen Kalenderbilder, die jetzt entstanden sind.

Auch ein Hingucker: das Februar-Motiv von 1911. Es zeigt ein vermutlich schon im ausgehenden 18. Jahrhundert erbautes Fachwerkhaus an der Alte Straße/Ecke Wacholderstraße. Davor sieht man einen Mann, Frauen und Kinder. Klaus Wiegand: „Im Gebäude befand sich einst die Grob- und Feinbäckerei Wilhelm Brockmann.“ Heute gehört das Haus Antje Rohrberg und Stefan Möller, die es in dreijähriger Arbeit unter fachkundiger Anleitung sanierten und restaurierten.

Einen Friseur gibt es am Bodenborn 75 immer noch

Die Ruhrbrücke um etwa 1910 aus der Perspektive der Ruhrmannstraße zeigt das Mai-Kalenderblatt. Im Hintergrund ist das ehemalige Wirtshaus „Zur Schifffahrt“ zu sehen, hinter der Brücke auch die damalige Damenbadeanstalt an der Ruhr.


Um 1915 entstand das Foto an der Wittener Straße 75, heute Bodenborn 75, das damals ein Lebensmittelgeschäft – den Konsum – und einen Friseursalon beherbergte. Vor dem Haus steht die Familie Adolf Borgschulte mit ihren zwölf Kindern sowie Nachbarn. „Adolf Borgschulte versah neben seiner Friseurtätigkeit auch die damals üblichen Aufgaben eines Barbiers. Er zog Zähne und setzte Blutegel an – als Mittel gegen Rheuma und Arthrose“, erzählt Historiker Klaus Wiegand. Manches bleibt: Einen Friseur gibt es am Bodenborn 75 heute noch.

Recherche im Wittener Stadtarchiv

Dass Mensch und Vieh früher unter einem Dach lebten, belegt das historische August-Foto. Darauf zu sehen ist das Fachwerkhaus „Am Aumen“, erbaut im Jahr 1701. Davor stehen alte und junge Frauen und Männer, eine große Kinderschar – und im Vordergrund eine Kuh! Die heutige Adresse: Am Tiemen 54. Hausbesitzerin ist Hanne-Lore Piotrowski.

Einen solchen lokalen Geschichtskalender zusammenzustellen – eine Idee von Klaus Wiegand und Vereinsmitglied Kurt Pacyna – war kein einfaches Unterfangen. „Wir haben daran acht Monate gearbeitet.“ Um die Texte zu den gezeigten Fotos schreiben zu können, recherchierte Wiegand auch im Wittener Stadtarchiv und bedankt sich hierfür bei dessen Leiterin Dr. Martina Kliner-Fruck. „Sie hat mich hervorragend unterstützt.“

>>> DEN NEUEN KALENDER GIBT ES IN BOMMERN

Den Kalender 2019 „Früher und heute“ des Heimat- und Geschichtsvereins Bommern bekommt man ab Anfang nächster Woche in der Bommeraner Buchhandlung SCM Shop Bundes-Verlag (Bodenborn 43). Der DIN-A4-Kalender kostet 9,90 Euro, der Kalender im DIN-A3-Format 12,50 Euro.


Der Heimat und Geschichtsverein Bommern wurde 1984 gegründet. Heute hat er knapp 300 Mitglieder. Die Räumlichkeiten des Vereins findet man am Bodenborn 47. Im Vereinsarchiv gibt es sehr viele Fotos und Dias, so Klaus Wiegand.

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