"Irgendwann kommt der Zeitpunkt zu gehen"

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Der kommende Mittwoch ist für Udo Wildförster ein ganz besonderer Tag. Er feiert seinen 60. Geburtstag – und nimmt gleichzeitig seinen Hut als Vorstand des Kulturforums. Claudia Vüllers erzählte er von 23 Jahren Kulturforum, Erfolgen, Pannen und besondere

Fällt es Ihnen schwer, Ihren Schreibtisch zu räumen?Wildförster: Das weiß ich noch nicht. Ich habe jetzt noch Resturlaub, nehme nur einige Termine wahr. Das fühlt sich noch wie Urlaub an. Wie es nach meiner Pensionierung ist, am Saalbau vorbeizufahren und nicht mehr zur Arbeit zu gehen, weiß ich noch nicht. Ich habe diese Arbeit wirklich sehr gerne gemacht, denke aber, dass ich mit meiner Freizeit auch etwas Sinnvolles anderes anfangen kann.

Was haben Sie vor?Wildförster: Ach, ich lasse das mal auf mich zukommen.

Sie arbeiten seit 1985 beim Kulturforum, seit über zehn Jahre als Leiter. Was hat sich in dieser Zeit geändert?Wildförster: Als ich hier angefangen habe, hatten wir wesentlich mehr finanzielle Ressourcen zur Verfügung, um ein sehr hochwertiges kulturelles Programm auf die Beine zu stellen. Man soll ja nicht nur auf die Finanzen schielen, aber wir hatten da schon mehr Möglichkeiten. Verändert hat sich auch sonst viel. Das Kulturforum wurde vom Kulturamt zum Eigenbetrieb und dann zu einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Da waren wir dann für Personalentscheidungen und Gebäudemanagement verantwortlich. Das war eine spannende Sache.

Blicken Sie zufrieden auf Ihre Arbeit zurück?Wildförster: Ja. Wir haben viel erreicht. Auch die notwendigen Kürzungen konnten wir ohne allzu heftige Einschnitte kompensieren. Klar hätte ich gerne erlebt, ob es zum Wissenszentrum kommt und hätte es gerne begleitet. Aber irgendwann kommt eben der Zeitpunkt zu gehen. Nach so langer Zeit ist es vielleicht auch gut, wenn jemand Neues folgt.

Wer übernimmt das Zepter?Wildförster: Das ist noch nicht entschieden. Die Vertretung des Vorstands geht erstmal auf Kulturdezernent Matthias Kleinschmidt über. Das ist so in der Satzung festgelegt.

Woran erinnern Sie sich gerne zurück, an was nicht?Wildförster: Mein erster größeres Projekt war 1985 „Kultur 90”. Über 30 Großstädte in NRW waren dabei, jede hatte ein Thema – Witten „Kultur und Gesundheit”. Das war sehr zeitintensiv, aber auch spannend. Dann gab es ebenfalls 1985 in Münster das Projekt „Landesschulkulturtage”. Viele Wittener Schulen haben sich beworben, nur wenige konnten ihre Projekte vorstellen. Da habe ich mir gedacht, warum machen wir so etwas nicht mal für Witten? Daraus entstanden die Wittener Schulkulturtage, die bis 2005 liefen.

Was war unangenehm?Wildförster: Wir mussten einmal eine Veranstaltung mit Walter Giller und Nadja Tiller ausfallen lassen, weil die Gewerkschaft ÖTV streikte. Ein anderes Mal fuhr ein Mann mit seinem Pkw in das Notstromaggregat auf dem alten Parkdeck. Da konnte die Veranstaltung aus Sicherheitsgründen auch nicht stattfinden. Der Mann wurde glücklicherweise nicht verletzt.

Was wünschen Sie der Wittener Kultur?Wildförster: Dass die Breite des Programms, die wir heute haben, bestehen bleibt. Und dass die Bevölkerung dieses Angebot mehr wahrnimmt.

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