Gastronomie

Feine Deftigkeit zwischen alten Balken

Packt selbst mit an: Jung-Gastronom und Koch André Vordenbäumen, der bald in Herbede sein eigenes Restaurant eröffnet.

Packt selbst mit an: Jung-Gastronom und Koch André Vordenbäumen, der bald in Herbede sein eigenes Restaurant eröffnet.

Foto: Haenisch / waz fotopool

Witten.   André Vordenbäumen eröffnet zum Frühsommer sein eigenes Restaurant in einemHerbeder Fachwerkhaus. Der gelernte Koch kehrt damit zu seinen Wurzeln zurück.

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Die Herbeder haben’s längst gemerkt, die unmittelbaren Nachbarn sowieso: Der „Andy“ ist wieder zurück. Und hat Großes vor im Dorf. Gerade renoviert André Vordenbäumen ein Fachwerkhaus an der Schulstraße, um dort im Frühsommer sein eigenes Restaurant zu eröffnen. Und sich damit einen Lebenstraum zu erfüllen.

Noch sieht es nicht so aus, als ob hier in wenigen Monaten Gäste speisen könnten. Plastikplanen flattern in den leeren Fensterhöhlen. Steinstapel stehen neben dem Gebäude. Innen ein Gewirr aus dunklen alten Balken. Mittendrin André Vordenbäumen. Der 38-Jährige ist bestens gelaunt und beruhigt die Besucherin beim Blick ins vermeintliche Chaos: Alles halb so schlimm. „Wir müssen nur noch die Balken abschleifen, ein paar Decken reinziehen und sauber machen.“ Wir – dazu gehört zum Beispiel Zimmerer Thomas Tüttemann aus dem Hammertal. Große Firmen, die wird man auf dieser Baustelle nicht finden.

Jedenfalls kann sich der frisch gebackene Hausbesitzer und gelernte Koch schon ganz genau vorstellen, wie sein Restaurant mal aussehen soll. Heißen wird es übrigens „André’s 1726“ und ja, er wisse, dass das Apostroph im Deutschen dort eigentlich nicht hingehört. 1726 wurde das ehemalige Bruchstein- zu einem Fachwerkhaus umgebaut. Und weil Vordenbäumen solche Gebäude liebt, bleibt der Charakter auf jeden Fall erhalten – mit hoher Decke, die den Blick freigibt zur Galerie. Mit Kamin, mit offener Küche, damit jeder sehen kann, wie hier gekocht wird. Und hier hängt ein Kronleuchter. Und dort auch – der Andy ist in seinem Element.

Dabei hatte er schon zu kämpfen mit Genehmigungen und Nutzungsänderungen („Das ist der Wahnsinn“), feilte fünf Monate an der Kalkulation, hat locker über eine halbe Million reingesteckt und vorher lange gesucht nach dem idealen Objekt. Das hat letztlich seine Freundin Annette entdeckt.

Mit ihr und Sohn Cedric (10) lebt Vordenbäumen in Bochum-Stiepel. Doch groß geworden ist er in Herbede, wo er die Hardenstein-Schule besuchte. Seine Eltern wohnen noch hier. Die Lehre zum Koch absolvierte er bei Diergardt in Hattingen, brutzelte dann mal in Garmisch, mal in der Schweiz, auf Sylt oder im Bochumer „Living Room“, damit es nicht langweilig wurde. Doch jetzt will er den Leuten in seiner Heimat mal wieder zeigen, „was kochen heißt“.

„Feine Deftigkeit“ nennt André Vordenbäumen seine Küche, mit der er nicht nach den Sternen greifen will. Natürlich wird es sowas Feines wie Salzwiesenlamm für 24 Euro geben, aber auch einen Mittagstisch mit „Omas Top Five“ für 9,99 Euro, also etwa Rinderroulade oder Zander mit Steckrübengemüse. Und die Soßen kommen natürlich nicht aus der Tüte, sondern köcheln vier Tage auf Andys Herd.

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