Kost-nix-Trödelmarkt

Einfach mitnehmen, was gefällt

Das soziokulturelle Zentrum "Trotz Allem" veranstaltete am Sonntag einen "Kost-Nix"-Trödelmarkt. Die Ware wurde verschenkt.

Das soziokulturelle Zentrum "Trotz Allem" veranstaltete am Sonntag einen "Kost-Nix"-Trödelmarkt. Die Ware wurde verschenkt.

Foto: Haenisch / waz fotopool

Zweiter Kost-Nix-Trödelmarkt im Sozikulturellen Zentrum. Kleidung, Kassetten und Bücher fanden neue Besitzer.

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Eine Entenfamilie aus weißem Porzellan mit goldenem Schnabel steht neben einer Videokassette über den Musiker Kurt Cobain, ein Englisch-Wörterbuch, reiht sich an einen Groschenroman. Das Soziokulturelle Zentrum „Trotz Allem“ in der Augustastraße 58 hat am Sonntag zum zweiten Mal einen Kost-Nix-Trödelmarkt organisiert. Passend zum Eigenverständnis des Zentrums, nicht profitorientiert zu arbeiten.

Wer an den drei großen Tischen allerdings Anbieter erwartet, wird enttäuscht. Die ehemaligen Besitzer haben ihre Sachen zwei Tage zuvor vorbeigebracht. Auf dem Markt selbst können noch Dinge dazugestellt werden, wenn Platz ist. „Der erste Markt vor Weihnachten ist sehr gut angekommen“, sagt Laura. Sie hilft ehrenamtlich im „Trotz Allem“ und gab den Anstoß zu dem besonderen Trödelmarkt.

„Damals bin ich umgezogen und hatte Sachen über.“ Im Team setzte sich die Idee, Menschen aus finanzschwachen Verhältnissen die Möglichkeit zu geben, in ihren und anderen ausgemusterten Dingen zu stöbern, schnell durch. „Geld wollten wir keins dafür“, sagt sie. Die Idee kommt an. Denn am Sonntagvormittag füllt sich der Laden schnell.

Bücher sind teuer

Die Besucher stöbern auf den drei großen Tischen in Kleidungsstücken, Bücher- und Elektrokisten und wühlen in Hörspielkassetten. „Ich finde das hier sehr in Ordnung, weil ich selbst betroffen bin“, sagt Susanne Meyer zu dem besonderen Trödelmarkt, der vor allem für Menschen aus prekären Verhältnissen gedacht ist. Die 58-Jährige hat am Freitag sogar selbst etwas beigesteuert.

Nach dem Tod ihrer Mutter hatte auch sie Dinge, die sie nicht wegwerfen, aber auch nicht behalten wollte. Nun ist die freie Künstlerin gekommen, um sich umzuschauen. „Seit Jahren muss ich mir Sachen kostenfrei von Freunden besorgen“, sagt die Wittenerin. Auf dem Trödelmarkt hält sie vor allem Ausschau nach Krawatten. Die will sie künstlerisch weiterverarbeiten.

Ein Liebesroman geht mit

„Ich lese sehr gerne und viel“, sagt Vera Schnell, die gerade in der Bücherkiste stöbert. Bücher seien aber oft sehr teuer. Die 45-Jährige wird fündig: Einen Liebesroman und „Kishon für unterwegs“ nimmt sie mit nach Hause.

Stefanie Wegener hat nur zufällig im Vorbeigehen von dem Trödelmarkt erfahren und ist spontan reingekommen. Ihr kleiner Sohn ist drei und wächst ständig aus allen Sachen raus. Sie findet zwar nichts Passendes für ihn – das Prinzip sei aber genau richtig. „Vielleicht hole ich mir noch ein Stück Kuchen“, überlegt die 28-Jährige. Denn den hat das Team des „Trotz Allem“ auf dem Tresen aufgebaut.

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