Creative Kirche

Das „Klischee“ lebt in der Sandstraße wieder auf

Das Jugendmusical „Klischee“ war im letzten Jahr ein großer Erfolg.  

Das Jugendmusical „Klischee“ war im letzten Jahr ein großer Erfolg.  

Foto: Crejo

Witten.   Creative Kirche führt das Musical von Miriam Schäfer wieder auf. Jetzt werden Jugendliche gesucht, die sich an der Neuauflage beteiligen wollen.

Die Premiere im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg. Jetzt gibt es eine Neuauflage: Das Jugendmusical „Klischee“ kommt wieder auf die Bühne. Wer dabei sein will, hat eine Chance: Denn es werden noch junge Leute gesucht, die sich an der Aufführung beteiligen wollen – als Sänger, Musiker, Schauspieler oder Bühnenbildner.

Das Musical ist ein Projekt der Creativen Kirche und Jugendarbeit CreJo. Geschrieben und komponiert wurde es von Musikerin Miriam Schäfer. Am 25. Juni 2016 wurde das Stück zum ersten mal aufgeführt – und auch zum letzten Mal. „Eigentlich sollte es eine Fortsetzung geben, aber dann waren schon Ferien und irgendwie haben wir anschließend die Chance verpasst“, sagt die Musikerin. Deshalb wolle man es jetzt im zweiten Anlauf richtig machen: Bis zu sechs Aufführungen sind geplant, sie werden vom 19. bis 21. Oktober über die Bühne gehen. Die Proben dafür beginnen direkt nach den Ferien, am Freitag, 8. September.

Band und Soulteens sind wieder mit dabei

Sechs Proben, dazu ein Wochenende Mitte Oktober, mehr gibt es nicht, dann muss alles stehen. Keine leichte Aufgabe. Damit das klappt, gibt es einen Stamm von Teilnehmern, die schon beim letzten Mal dabei waren und die Neuen unter ihre Fittiche nehmen können.

Zu dieser Basis gehören die Band, der Chor Soulteens und die Teamer. Doch auch für sie dürfte die Neuauflage nicht langweilig werden: „Wir spielen diesmal quasi eine ,extended version’, also eine verlängerte Version“, so Schäfer. Sie hat drei neue Songs für das Musical geschrieben, das Stück wird abgerundet. „Auch Wiederholungstäter werden auf diese Weise neue Eindrücke bekommen“, so Jugendreferent Maik Voswinkel.

Musical erzählt von sechs Parteien in einem Mietshaus

Das gelte übrigens auch für das Bühnenbild. Das Grundgerüst des Hauses, um das es in der Geschichte geht, ist buchstäblich schon da. Aber es muss nicht so bleiben, wie es ist: „Wir wollen wissen: Was geht da noch?“

Und davon handelt das Musical: Es erzählt von sechs Parteien in einem Mietshaus, ganz unterschiedlichen Typen: Ein Malocher, ein neugieriger Rentner, ein Teeny, der nur Party machen will, die Mutter, die Wert auf Ordnung legt, ein junges Paar – und dann ist da noch eine leere Wohnung, in die eine syrische Familie ziehen will. „Es geht darum, wie wir miteinander leben, wie wir uns wahrnehmen“, erklärt die Autorin. Und vor allem geht es darum, welche Chancen entstehen, wenn wir uns dem anderen ein Stück öffnen.

Stück will nicht Partei ergreifen

Das sei mal lustig, mal provokant und manchmal müsse man auch ganz schön schlucken. Aber das soll so sein: „Wir spiegeln unsere Gesellschaft und wollen zum kritischen Nachdenken anregen“, sagt Luisa Zuppa von der Creativen Kirche. Ein klassisches Happyend gebe es daher nicht. „Denn eines wollen wir mit ,Klischee’ nicht: Partei ergreifen, Position beziehen.“

Voswinkel findet gerade das spannend an dem Projekt. Denn es gehe eben nicht nur um Flüchtlinge, sondern auch um die Probleme der anderen Bewohner in diesem Haus. „Und dann ist es beim Zuschauen überraschend, auf wie vielen Ebenen man sich selbst wiederentdecken kann.“

>>>FÜR JUGENDLICHE ZWISCHEN 12 UND 25

Teilnehmen können Jugendliche zwischen zwölf und 25 Jahren, die Lust haben zu singen, zu schauspielern, in der Band mitzuspielen oder am Bühnenbild mitzubauen.

Die Proben laufen ab 8. September, 17 Uhr, in der Kirche an der Sandstraße 12. Die Teilnahme kostet 10 Euro. Mehr Infos: Tel. 28222-54

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