Denkmalschutz

Burgfreunde fühlen sich überfordert

Seit Mitte November erstrahlt die Burgruine Hardenstein in neuem Licht: Zwei Jahre nach der Zerstörung der Scheinwerfer durch Vandalen wurden neue Strahler installiert. Spenden ermöglichten die 4000-Euro-Anschaffung. Foto:Barbara Zabka

Seit Mitte November erstrahlt die Burgruine Hardenstein in neuem Licht: Zwei Jahre nach der Zerstörung der Scheinwerfer durch Vandalen wurden neue Strahler installiert. Spenden ermöglichten die 4000-Euro-Anschaffung. Foto:Barbara Zabka

Witten.   Der Verein will die Ausgaben für den Erhalt der Ruine Hardenstein nicht mehr alleine stemmen. Drei Anschaffungen haben Rücklagen aufgebraucht.

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Die Bilanz der Burgfreunde Hardenstein für dieses Jahr kann sich eigentlich sehen lassen. Dank zweier großer Spenden konnten die zerstörten Bodenstrahler repariert und eine Videoüberwachung installiert werden. Außerdem ehrte die SPD die Vereinsmitglieder für ihr „außerordentliches Engagement im Dienste der Gesellschaft“. Trotzdem wünschen sich die Burgfreunde mehr Unterstützung. Vorsitzender Hans Dieter Radke: „Wir fühlen uns alleingelassen“.

Die Burgruine am Ruhrufer ist in Witten eine der Hauptattraktionen des Ruhrtalradwegs. Der zieht immer mehr Touristen an, das merken auch die Burgfreunde. „Das sind zigtausende Besucher. Und die kommen von sonst woher“, sagt Radke. Mehr Leute, die auf den Mauern herumkraxeln oder ihre Abfälle wegwerfen, machen allerdings auch mehr Probleme und mehr Arbeit. Eine Entschädigung gibt’s dafür nicht.

14 Leute kümmern sich um die Ruine

Besitzer der Burgruine ist die Erbengemeinschaft Frielinghaus, Pächter ist bis 2030 die Stadt Witten. Der Verein will sich zuallererst um den Erhalt der Ruine kümmern, übernimmt aber sehr viel mehr Aufgaben. Das reicht vom Rasenmähen bis zum ewigen Kampf gegen den Vandalismus. 85 Mitglieder zählt der Verein, der „harte Kern“ sind aber nur 14 Leute, die sich aktiv engagieren. Und auch die werden älter. Der Herbeder Hans Dieter Radke, den man sicherlich als treibende Kraft sehen kann, ist inzwischen 71 Jahre alt.

Das Jahr 2017 hat den Verein ziemlich strapaziert. „Unsere Vereinskasse ist quasi leer“, sagt Radke. „Wir sind diesmal an unsere Rücklagen gegangen.“ Wie berichtet, hatten Unbekannte im Sommer 2016 sieben der acht Bodenstrahler zerstört, die die Burgruine bei Dunkelheit erleuchteten. Die rund 4000 Euro dafür kamen unter anderem dank der Spende eines Wittener Ehepaares zusammen. Seit Mitte November erstrahlt die Burgruine nun ab 17.30 Uhr wieder in einem sanften Licht.

Aufwand ist zu hoch

Mit weiteren 6500 Euro schlug die Installation einer Videoüberwachungsanlage zu Buche. 2000 Euro kamen über Spenden, etwa 1000 Euro erließ die Firma Bosch Sicherheitssysteme dem Verein. Seit Mitte Oktober ist die Anlage scharf gestellt. Hardenstein ist übrigens die einzige Burgruine in NRW, die videoüberwacht wird. Hinzu kamen Dacharbeiten in den Türmen für 1150 Euro.

„Einerseits kann man stolz darauf sein, dass wir autark solche Summen zusammenbekommen“, sagt Radke. „Aber andererseits ist der Aufwand für so einen kleinen Verein zu groß.“ Einnahmen erzielen die Burgfreunde nur über Mitgliedsbeiträge und Feste. In den nächsten Jahren müssen einige Mauerwände neu ausgefugt werden – auch das sind Kosten von acht- bis zehntausend Euro. So könne es jedenfalls nicht weitergehen, findet Radke. „Was wir brauchen, ist eine fundierte finanzielle Sicherheit. Vielleicht wäre eine Stiftung eine gute Sache.“

Spenden: Konto: IBAN DE46 4525 0035 0002 7181 38.

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