Verkehr

Brücken-Neubau: Witten-Herbede droht jahrelange Vollsperrung

Abbruchreif: 2024 will Straßen NRW mit dem Neubau der Herbeder Ruhrbrücken (Wittener Straße) loslegen. Die Brücke besteht aus drei Teilen. Im Vordergrund das 375 Meter lange Stück über Ruhr und Mühlengraben, hinten die Firma Lohmann.

Abbruchreif: 2024 will Straßen NRW mit dem Neubau der Herbeder Ruhrbrücken (Wittener Straße) loslegen. Die Brücke besteht aus drei Teilen. Im Vordergrund das 375 Meter lange Stück über Ruhr und Mühlengraben, hinten die Firma Lohmann.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Witten.  2024 startet der Neubau der Ruhrbrücken mit einem Komplettabriss der alten. Dann droht Herbede für Jahre vom übrigen Witten abgenabelt zu werden.

Wird Herbede für bis zu vier Jahre vom übrigen Wittener Stadtgebiet abgeschnitten? Diese Befürchtung macht im Dorf die Runde, seitdem die Pläne von Straßen NRW konkreter werden. Für die Sanierung der dreiteiligen Ruhrbrücke ab 2024 ist eine Vollsperrung der Wittener Straße offenbar unausweichlich.

Die drei maroden Brücken sollen komplett ersetzt werden. Das sind die Omega-Brücke über die Bahngleise, eine kleine Brücke über die Straße „Ruhrtal“ und das 375 Meter lange Stück, das über Mühlengraben und Ruhr führt. Außerdem ist auf der Hevener Ruhrseite ein Kreisverkehr geplant, um den häufigen Rückstaus an der Kreuzung Seestraße, Fahrendelle und Herbeder Straße ein Ende zu machen. 20 Millionen Euro soll das Projekt kosten, das Auswirkungen bis zur Ecke Herbeder Straße/Alter Fährweg hat.

Neubau gleichzeitig in zwei Richtungen

Im Verkehrsausschuss im März 2018 war noch die Rede davon, die neuen Brücken erst parallel zu errichten und dann zu verschieben, so dass weiterhin Verkehr möglich ist. Von diesen Plänen ist der Landesbetrieb nun abgerückt, wie die zuständige Planerin Heike Ischebeck bestätigt. „Das geht nicht, weil der Brückenzug zu lang ist und wir außerdem die doppelte Gewässersituation haben.“ Außerdem sei im Bereich von Haus Herbede für ein Parallelbauwerk kein Platz. Das heißt: Alle drei Brücken werden am Stück abgerissen. Von der Straße „Ruhrtal“ aus startet der Neubau in beiden Richtungen. Der Landesbetrieb rechnet mit einer Bauzeit von zwei bis vier Jahren. „Das heißt aber nicht, dass die Brücken volle vier Jahre gesperrt sind.“

Heike Ischebeck betont, dass die Planungen derzeit auf Hochtouren laufen und Umleitungen noch ausgetüftelt werden. Im Vorfeld werde es dann Informationsveranstaltungen für die Bürger geben, „wir planen das nicht im stillen Kämmerlein“. Viele Wittener werden während der Bauzeit sicherlich auf die A 43 ausweichen. Ischebeck: „Aber eine Bedarfsumleitung wird nicht über die Autobahn gehen.“ Genaue Details gebe es noch nicht.

Die Herbeder fürchten einen langen Umweg über Vormholzer Straße, Durchholz und Bommern. So abgenabelt zu sein, sorgt viele. Deutlich wurde das bei den Stadtteilgesprächen, die der SPD- und CDU-Ortsverein in den letzten Monaten angeboten haben. „Die Politik tut gut daran, die Leute darauf vorzubereiten, was auf uns zukommt. Das wird ein Riesenproblem“, prognostiziert SPD-Ratsherr Klaus Pranskuweit. Vieles sei unklar.

Wie etwa läuft der Busverkehr? Allein fünf Linien passieren Herbede plus Schulbusverkehr zur Gesamtschule Hardenstein. Immerhin habe man eine Rettungsdienststelle und die Feuerwehr in Herbede, sagt Pranskuweit. An Geschäftseinbußen, wie sie etwa Edeka-Chef Dominik Grütter befürchtet habe, teilt er nicht. „Zwar können keine Wittener nach Herbede kommen. Aber die Herbeder wären gezwungen, im Ort einzukaufen.“

Bei allen Sorgen: „Wir brauchen eine funktionierende Ruhrüberquerung für Herbede“, sagt Pranskuweit „Das ist wie mit dem Bau der Pferdebachstraße. Manche Sachen muss man einfach in Kauf nehmen.“

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