Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte

Barrierefreier Umbau an der Kronenstraße

Vorher – nachher: drei der fünf Doppelhäuser an der Kronenstraße, die die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte für die Bethel-Stiftung saniert. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool

Vorher – nachher: drei der fünf Doppelhäuser an der Kronenstraße, die die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte für die Bethel-Stiftung saniert. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool

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Witten. In der Kronenstraße tut sich was. Eines der denkmalgeschützten ehemaligen Eisenbahnerhäuser ist eingerüstet, andere sind frisch renoviert und bewohnt – von Menschen mit erworbener Hirnschädigung. Die Wohnungsgenossenschaft Witten-Mitte saniert fünf Doppelhäuser für die Bethel-Stiftung.

Über den Umbau berichteten Experten jetzt bei der ersten Fachveranstaltung der Wohnungsgenossenschaft am Donnerstagabend in Haus Witten. „Wir wollen damit eine Reihe ins Leben rufen, die sich mit Projekten aus der heimischen Wohnungswirtschaft beschäftigt“, erläuterte Vorstandsvorsitzender Frank Nolte. „Und wir wollen damit zeigen, dass wir kein verstaubtes Relikt vergangener Zeiten sind, sondern ein modernes Unternehmen, das wirtschaftliche mit sozialen Interessen verbindet.“

In einem ersten Bauabschnitt entstanden von Mai bis Oktober letzten Jahres zunächst acht barrierefreie Wohnungen mit einer Fläche zwischen 38 und 47 m². Ein drittes Doppelhaus soll bis Herbst 2011 fertig sein. Mittelfristig sollen insgesamt 16 Wohnungen entstehen als Lebensraum für Menschen, deren Hirn nicht von Geburt an, sondern durch Unfall oder Krankheit geschädigt wurde und denen so die Möglichkeit gegeben wird, statt im Heim, selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben.

„Intensiv betreutes Wohnen“ bietet Bethel an der Kronenstraße an. „Die ersten acht Mieter sind am 28. Oktober 2010 eingezogen“, sagt Lutz Schäfers, Regionalleiter der Stiftung Bethel im Bereich Hagen/EN-Kreis. Sie haben vorher in einem Heim in Breckerfeld gewohnt, denn eigentlich „brauchen sie Hilfe in allen Lebensbereichen“.

Es sei nicht einfach, für diese Menschen geeigneten Wohnraum zu finden, so Schäfers. Doch nach der Besichtigung der Häuser in der Kronenstraße Anfang 2010 war klar, dass alles passt – von den Möglichkeiten, die die Architektur der Gebäude bot, bis zum umgebenden Sozialraum. „Der Stadtpark ist in der Nähe, die Bushaltestelle vor der Tür, ein Bäcker um die Ecke“, zählt Lutz Schäfers auf.

Und natürlich sei Hilfe rund um die Uhr erreichbar. Denn die Stiftung selbst hat eine Doppelhaushälfte angemietet, die als Stützpunkt für einen Mitarbeiter-Pool dient. Sie beraten die Bewohner oder bieten Aktivitäten zur Gestaltung des Alltags an.

Durch die demografische Entwicklung, mit der eine zunehmende Pflegebedürftigkeit der Menschen einher gehe, rückten nachhaltige Konzepte, die selbstständiges Wohnen ermöglichen, in den Mittelpunkt, so Alexander Rychter, Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen. Der Bedarf solchen Wohnraums werde sich in Zukunft um etwa ein Drittel erhöhen. „Und damit müssen wir uns auseinandersetzen.“

Er lobte die Initiative des Wittener Wohnungsunternehmens, die denkmalgeschützten Häuser zu sanieren. „Denn das Ruhrgebiet ist nicht gesegnet mit historischer Bausubstanz.“ Die zweigeschossigen Gebäude an der Kronenstraße stammen aus dem 19. Jahrhundert. Sie sind Teil einer bereits durch Abbrüche reduzierten größeren Arbeitersiedlung für Eisenbahner und wurden um 1869 für das nahe gelegene Ausbesserungswerk gebaut.

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