Mannesmann-Haus

Barrierefrei Wohnen in Wittener Denkmal-Gebäude

Das Mannesmann-Haus wird komplett saniert. Er sollen 18 barrierefreie Wohnungen entstehen.

Das Mannesmann-Haus wird komplett saniert. Er sollen 18 barrierefreie Wohnungen entstehen.

Foto: Walter Fischer

Witten.   Im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Mannesmann-Werke an der Ardeystraße entstehen nun barrierefreie Wohnungen, nachdem sich der Plan, ein Ärztehaus zu errichten, zerschlagen hatte. Umbau des denkmalgeschützten Hauses kostet rund 1,5 Millionen Euro. Im September soll es bezugsfertig sein.

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Lange wurde gerätselt, was sich tut im Mannesmann-Haus. Jetzt ist das Geheimnis gelüftet: Im ehemaligen Verwaltungsgebäude an der Ardeystraße entstehen 18 barrierefreie Miet-Wohnungen. Das denkmalgeschützte Haus, das zur zeit komplett umgebaut wird, soll schon im September bezugsfertig sein.

Das dreistöckige Haus mit der markanten klassizistischen Fassade hat nach der Mannesmann-Zeit rund 20 Jahre lang das Tiefbauamt beherbergt. Seit dem Jahr 2010 ist es in Privatbesitz. Eigentümer Bärbel und Klaus Breitenbach haben damals nicht lange gezögert, als ihnen das Haus angeboten wurde. „Nach drei Tagen habe ich ja gesagt“, erzählt der 55-Jährige, der zusammen mit seiner Frau eine Stukkateur-Firma führt.

Besondere Atmosphäre

Verliebt haben sie sich in den imposanten Bau aus dem Jahr 1908, in „den wunderschönen Raum und die besondere Atmosphäre“. Und die soll daher auch erhalten bleiben: Die alte Treppe mit den zart-gelben Solnhofer Platten zieht sich weit geschwungen nach oben, im Glas der Eingangs-Tür ist noch das MW der Mannesmann-Werke zu lesen, die alten Messinglampen werden wieder aufgehängt.

Breite Gänge, weite Flure: Ideal für barrierefreies Wohnen, entschieden die Breitenbachs. Allerdings war das nicht von Anfang an ihre favorisierte Lösung: Ein Ärztehaus sollte zunächst entstehen. „Ich hatte auch genug Interessenten“, erzählt der Unternehmer. „Aber als sie den Preis gehört haben, wurden sie komisch.“ Das Projekt hätte sich daher nicht gerechnet – auch das angedachte Büro-Modell zerschlug sich. Nun also Wohnungen: „Barrierefreie Räume in Witten sind Mangelware, es gibt einen riesigen Bedarf“, ist der Chef überzeugt. Und die citynahe Lage sei einfach ideal.

Gemeinsamer Garten und Hausmeisterservice

Zwischen 36 und 100 Quadratmetern groß werden die Wohnungen sein, modern ausgestattet mit extra breiten (rollstuhlgerechten) Türen. Jede bekommt Balkon oder Terrasse, ein Aufzug ist ebenso geplant wie ein Wirtschaftsraum auf jeder Etage, ein großer Gemeinschaftsgarten und Hausmeisterservice.

Die Decken werden abgehängt, rund drei Meter Höhe bleiben aber erhalten. Ein Problem fürs Heizen? „Nein, nicht bei 60 Zentimetern dicken Außenmauern und einem Blockheizkraftwerk im Keller.“ Auch der Nachbarschaft zur Werkstadt will der Unternehmer nur Positives abgewinnen: „Die machen ja für jedes Alter was.“

„Im gehobenen Segment“, sieht Breitenbach seine Wohnungen, für deren Umbau er bis zu 1,5 Millionen Euro veranschlagt hat. Über die konkreten Mietpreise will er noch nicht reden. Interessenten sind indes schon da: Gestern schauten sich einige zum ersten Mal neugierig in der Immobilie um.

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