Witten. Helle Aufregung am Wittener Bahnhof. Lev Keller muss mit seinem Sohn zum Dortmunder Flughafen. „Wir müssen um zwölf Uhr dort sein, wir wollen in die Ukraine fliegen.“ Die Stellwerkstörung kann er gerade so gar nicht gebrauchen. Nach einigem Hin und Her findet Keller schließlich eine Fahrgemeinschaft, die sich ein Taxi nach Dortmund teilt. Dass man sich den Fahrpreis, den der Fahrer mit rund 65 Euro beziffert, später von der Bahn zurückholen kann, erfährt er nebenbei. Auf Bahnsteig 3 schimpft ein Mann währenddessen über die „katastrophale Informationspolitik“.
„Hier ist niemand von der Bahn. Ich stehe hier seit über einer Stunde, ich muss beruflich nach Mülheim, wo ich einen Termin habe“, sagt Alex. Kurz vor elf Uhr habe er auf dem Bahnsteig eine Live-Ansage gehört. Ansonsten sei immer wieder nur ein Band abgespielt worden, das auf eine Stellwerk-Störung hingewiesen habe, ärgert sich der junge Mann. Als um kurz vor zwölf endlich eine Bahn auf Gleis 3 in Richtung Essen fährt, huscht ein Lächeln über sein Gesicht. „Glück gehabt!“


