Politik

AfD hat letztes Mandat im Kreistag verloren

Uwe Liesche äußerte sich bisher eher als Präsident des Rotary Clubs - weniger zu AfD-Positionen.

Uwe Liesche äußerte sich bisher eher als Präsident des Rotary Clubs - weniger zu AfD-Positionen.

Foto: Jürgen Theobald

Witten.  Uwe Liesche ist aus der Partei ausgetreten - „aus privaten Gründen“. Sein Mandat behält er vorerst. Der Kreisverband blickt derweil nach vorn.

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„Parteilos“ steht seit Kurzem im Online-Informationssystem des Kreistags neben dem Namen von Uwe Liesche. Der Wittener erhielt 2014 eines der beiden Mandate, mit denen die Alternative für Deutschland (AfD) in den Kreistag gewählt worden ist. Nun hat er die Partei verlassen – „aus persönlichen Gründen“, wie er auf Anfrage mitteilte.

Mit dem Parteiaustritt von Uwe Liesche hat die AfD beide Mandate in Schwelm verloren. 2015 bereits wechselte Thomas Heidenreich von der AfD zu den Liberal Konservativen Reformern (LKR, damals noch ALFA), die im selben Jahr gegründete Partei des AfD-Mitbegründers Bernd Lucke. Das Mandat im Kreistag will Liesche vorerst behalten, der öffentlich statt mit AfD-Positionen eher als Präsident des Rotary Clubs Witten in Erscheinung trat. Den Rotarier-Vorsitz hatte er Anfang Juli turnusgemäß abgegeben.

„Uns war es wichtig, dass er sein Mandat behält“, sagt AfD-Kreissprecher und Vorsitzender Matthias Renkel. „Hier geht es nicht um Parteigeplänkel, sondern darum, dass eine ordentliche Politik im Kreistag gemacht wird.“

"Nie einfach, wenn man sich für AfD engagiert"

Liesche habe kaum etwas erreicht, heißt es dagegen von der Piratenpartei, auch nicht in früherer Zusammenarbeit mit Heidenreich. „Dabei kann man durchaus auch mit zwei Mandaten etwas bewegen“, sagt Stefan Borggraefe, Vorsitzender der Piratenpartei EN. Liesche selbst betont: „Einzelabgeordnete haben kaum Möglichkeiten, nicht mal ein Antrags- oder Stimmrecht.“

Die Gründe für Liesches Rückzug kann man in seiner ehemaligen politischen Heimat nachvollziehen. „Es ist privat nie ganz so einfach, wenn man sich für die AfD engagiert“, räumt Renkel ein, der den Mandatsverlust als geringen Rückschlag bewertet. „Wir blicken nach vorne!“ Das Ziel: eine Fraktion mit über fünf Abgeordneten und 15 Prozent bei den Kommunalwahlen 2020.

Bis dahin soll die aktuelle „Ruhe“ in der Partei aufrechterhalten werden – die im Gegensatz zu den innerparteilichen Zerwürfnissen in den Anfangszeiten des Kreisverbands steht. 2014 bekriegten sich AfD-Kandidaten per Anwalt. „Wir waren ein versprengter Haufen“, gibt Renkel zu. Nun sei die Partei personell erneuert, sagt der Wittener, der beim Kreisparteitag im Juli als Vorsitzender bestätigt wurde. „Die Streitereien gingen von Leuten aus, die heute kein Gehör mehr finden.“

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