Freundeskreis Schloss Steinhausen hat sich aufgelöst

Abschied vom Turm

Foto: Hans Blossey

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Vier Jahre Einsatz waren vergebens: Der Freundeskreis Schloss Steinhausen, der sich im Juni 2005 gründete, hat seine Auflösung beschlossen.

„Aufgrund der fehlenden Bereitschaft des neuen Eigentümers zur Kooperation mit dem Verein wurde dessen Bemühungen die Grundlage entzogen”, so die Begründung.

Der Freundeskreis ist damals aus dem Heimat- und Geschichtsverein Bommern entstanden. Ein kleine Gruppe von 15 Mitgliedern hatte beschlossen, sich um die Restaurierung des Turms, dessen Spitze seit zehn Jahren auf der Wiese steht, und des Torhauses zu kümmern. Im alten Torhaus hat der Verein außerdem seine Räume mit dem Heimatstübchen, „das in letzter Zeit riesigen Zulauf hatte”, so Vorsitzender Werner Jacob.

Doch den Mietvertrag hatte Schlossherr Fritz Oberste-Frielinghaus im letzten Jahr fristgerecht gekündigt: Zum 31. Mai muss der Verein raus. Die neue Bleibe in ehemaligen Pferdeställen sei auch nur eine Zwischenlösung, erklärt Jacob. Im Falle der Restaurierung hätte der Freundeskreis sogar einen Vertrag gebraucht, der ihm 25 Jahre lang die Nutzung und den Zugang für die Öffentlichkeit gewährleistete.

Die Unstimmigkeiten begannen im Juni 2008 mit dem Ende eines Erbstreits, aus dem Fritz Oberste-Frielinghaus nach eigenen Angaben als Alleinerbe des Schlosses hervorging. Seitdem „haben wir alles versucht”, erklärt Werner Jacob. Nach einer Versammlung im Februar hatte der Freundeskreis in einem Brief Frielinghaus darum gebeten, die Entscheidung, mit ihm nicht zusammenzuarbeiten, zu überdenken. „Doch er hat nicht mal geantwortet”, so Jacob. Verwundert zeigt er sich, dass der Schlossherr es offenbar ablehne, dass sein Eigentum mit viel Geld in Ordnung gebracht werde.

Die Anträge auf Fördermittel für die Turmsanierung hatte der Verein bereits vor Beginn des Streits gestellt und über Sponsoren 10 000 Euro gesammelt. Für ein Gutachten war die Bausubstanz untersucht worden. Damit rutschte das Projekt auf die Förderliste des Landes und bekam 45 000 Euro bewilligt. Für weitere Zuschüsse und Sachspenden hätten die Signale auf Grün gestanden, sagt Werner Jacob. Bis zum 25-jährigen Jubiläum des Heimatvereins in diesem August sollte der Turm fertig sein. Jacob: „Wir haben selbst einen Architekten hinzugezogen, der die Restaurierung bis in die letzte Mauerfuge ausgearbeitet hat.” 5000 Euro habe das gekostet. „Alle haben das Projekt positiv begleitet, aber wenn der Schlossherr nicht will . . .”

Der will in der Tat „nichts dazu sagen. Das ist Privatsache”, hat Fritz Oberste-Frielinghaus entschieden.

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