Serie Türme

111 Stufen führen zum kostbaren Trinkwasser

Der 30 Meter hohe Wasserturm am Kermelberg. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

Der 30 Meter hohe Wasserturm am Kermelberg. Foto: Walter Fischer / WAZ FotoPool

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Witten. An der Grenze zu Herdecke liegt der Kermelberg. Inmitten von Feldern und Wiesen sieht man den gleichnamigen Wasserturm schon von weitem.

In einer Höhe von 30 Metern lagern die beiden Wassertanks der Stadtwerke. Darin sind insgesamt rund 300 Kubikmeter gespeichert. Besucher finden den Turm, wenn sie über die Kuppe des Schnees fast bis zur Grenze des Nachbarstädtchens Herdecke fahren und dann kurz vorher rechts in eine schmale Straße abbiegen. Auch wenn der Weg unendlich lang erscheint, türmt sich nach einigen hundert Metern der Wasserspeicher zur Rechten auf.

Über der schweren Metalltür, die den Eintritt in den Wasserturm verwehrt, hängt ein Schild aus schwerem Eisen. „1958“ ist ins Metall eingraviert, das Baujahr. Nicht ganz so alt wie der Wasserturm in Bommern, hat der Speicher am Kermelberg einen Vorteil: Er ist nach Absprache mit den Stadtwerken für Schulklassen begehbar. Allerdings sollte man sich sturmfest kleiden. Der Wind bläst kräftig gegen die Steinwände.

111 Stufen muss man erklimmen, um auf die Außenplattform zu gelangen. Immer im Kreis herum ist der Aufstieg nichts für schwache, leicht schwindelige Gemüter. Rote Backsteine - unterbrochen von silbern glänzenden Luftschlitzen an der Wand - pflastern den Weg in die Turmspitze. Sie lenken aber nur wenig von dem steilen Aufstieg ab.

Endlich oben angekommen, gibt es einiges zu beachten, wie Stadtwerkemitarbeiter Sebastian Leuschner erklärt. „An der Satellitenschüssel sollte man nicht länger als ein paar Sekunden stehen bleiben. Denn die hochkonzentrierte Strahlung verursacht nach einiger Zeit Kopfschmerzen.“ Wer den Rundgang auf der Außenplattform wagt, kann einen weiten Blick über den Rathausturm bis nach Dortmund auf der einen und über Herdecke bis nach Hagen auf der anderen Seite genießen. Nur auf seine Füße sollte man Acht geben. Denn zahlreiche Gitter machen die Plattform zum Hindernislauf.

Die Mitarbeiter Karl-Heinz Moch (61) und Sebastian Leuschner (25) können noch eine Etage höher steigen - besser gesagt: Sie müssen. Schließlich muss sich jemand um die Reinigung der Tanks kümmern. „Wir haben hier oben Trinkwasser eingelagert, da muss alles sauber sein. Deshalb darf man auch nicht mit Straßenschuhen den Bereich um die Tanks betreten“, erklärt Moch. Die Hygieneregeln für Trinkwasser sind streng. Das Eisenschloss an der Metalltreppe, die zu den Tanks hinaufführt, symbolisiert dem Besucher deutlich: kein Zutritt!

Der Wasserturm am Kermelberg gehört zu dem 14 Kilometer langen „Drei-Türme-Weg“, zusammen mit dem Bergerdenkmal auf dem Hohenstein und dem Helenenturm. Die Ruhe und Aussicht, die sich rund um den Speicher am Kermelberg zeigt, ist allerdings einzigartig.

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