Gesundheit

Yogalehrerin bietet in Mülheim Kurse für Krebskranke an

Nadine Herber im Yoga-Studio „Divali“, Heinrich-Lemberg-Straße 19a, in Mülheim-Heißen. Hier startet ihr Gruppenangebot für Krebskranke und Freunde.

Nadine Herber im Yoga-Studio „Divali“, Heinrich-Lemberg-Straße 19a, in Mülheim-Heißen. Hier startet ihr Gruppenangebot für Krebskranke und Freunde.

Foto: Martin Möller

Mülheim.   Nadine Herber hat selber eine Brustkrebs-Therapie hinter sich. Ab Mai leitet sie im Mülheimer Studio „Divali“ Yoga-Kurse für Krebskranke.

Von Yoga fühlen sich viele angesprochen, sie üben in Vereinen, Fitnesscentern, Studios. Mit einem speziellen Angebot geht Nadine Herber demnächst an den Start: Ab 6. Mai erteilt sie im Heißener Studio „Divali Yoga“ Stunden für Menschen mit Krebserfahrung. Menschen wie sie selber.

Die 36-Jährige, ursprünglich Hotelfachfrau, ist 2016 an Brustkrebs erkrankt. Ihre Tochter war gerade im Kindergartenalter. „Wieso ich?“ Eine bis heute unbeantwortete Frage, denn auf Ernährung, Sport, frische Luft habe sie immer geachtet. In den folgenden beiden Jahren musste Nadine Herber, wie sie berichtet, alle verfügbaren Behandlungsformen über sich ergehen lassen: zwölffache Chemotherapie, zwei Operationen mit Brustamputation und Wiederaufbau, Entfernung von 19 Lymphknoten, Bestrahlung.

„Yoga war mein Begleiter durch die Krebstherapie“

Wenige Wochen nach der Diagnose, in einer Zeit voller Angst und Verunsicherung, habe sie begonnen, ihr Yoga-Training gezielt einzusetzen, um sich „wohltuende Gedanken zu schenken“, so Herber. Um sich mit Sätzen zu stärken, wie diesem: „Ich muss jetzt stark sein, für mich, für meine Familie, für meine Freunde.“ Offenbar hat es ihr gut getan, sie sagt: „Yoga war mein Begleiter durch die Krebstherapie.“ Ihre eigene Behandlung wird, obwohl sie sich gesund fühlt, noch über Jahre in Form einer Hormonersatztherapie mit monatlichen ärztlichen Kontrollen fortgeführt.

Mittlerweile hat sich Nadine Herber zur Yoga-Lehrerin ausbilden lassen und mit Blick auf das Thema „Yoga und Krebs“ fortgebildet. In kleinen Gruppen möchte sie ab dem 6. Mai unterrichten, jeweils montags von 9.30 bis 10.30 Uhr, zunächst bis zu den Sommerferien. Sechs bis acht Teilnehmer(innen) können sich eine Matte reservieren, wobei neben Erkrankten auch Angehörige oder Freunde willkommen sind. Die „Yoga Sanft“-Kurse umfassen Atem- und Entspannungsübungen sowie leichtes Körpertraining, das in jedem Stadium der Therapie praktiziert werden kann, wie die Yogalehrerin betont, „auch mit Port oder kurz nach einem Eingriff“.

Thema Krebs soll nicht im Mittelpunkt stehen

Das Thema Krebs soll nicht im Mittelpunkt der Stunden stehen, damit die Teilnehmer mental abschalten können. Übungen aber, die etwa nach einer Operation unangenehm oder belastend sind, werden weggelassen. Und die teils heftigen Neben- und Spätwirkungen diverser Krebstherapien, Erschöpfung, Schlafstörungen, Osteoporose, Mobilitätseinschränkungen durch Narben, können durch angepasstes Yoga gelindert werden, so Nadine Herbers Erfahrung.

Die Schnupperstunde kostet zehn Euro, anschließend jede Einzelstunde 14 Euro, eine Zehnerkarte 120 Euro. Die Yogalehrerin hat sich gegen einen Kurs mit festem Monatsbeitrag entschieden: „Manchmal fühlt man sich so schlecht, dass man gar nicht kommen kann.“ Natürlich könne sie keine medizinische Behandlung vornehmen oder gar Heilung versprechen: „Ich kann keinen Arzt ersetzen“, sagt sie, „aber den Kranken etwas anbieten, wodurch sie sich besser fühlen.“

Anmeldung bei Nadine Herber, Telefon 0176-47660560 (auch per WhatsApp), Infos zum Kurskonzept auch auf www.yoga-und-krebs.de.

>> RAT: SOFORT ZUM ARZT GEHEN

Als Nadine Herber den ersten Knoten in ihrer Brust entdeckte, ignorierte sie das zunächst. Später bestätigte ihre Frauenärztin die Veränderung, sie riet, die Sache zu beobachten und in drei Monaten wiederzukommen. Ein folgenschwerer Fehler, denn der Krebs verschlimmerte sich rasch.

Nadine Herber rät daher allen Betroffenen: „Immer aufs Bauchgefühl hören. Sofort zum Arzt gehen. Zweitmeinung einholen.“

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