Soziales

Theaterprojekt bringt Schüler und Flüchtlingskinder zusammen

Die bunte Glitzerjacke ging reihum. Swimmy durfte jeder spielen.

Die bunte Glitzerjacke ging reihum. Swimmy durfte jeder spielen.

Foto: Joerg Schimmel

Fünf Monate probte Ruhrorter mit Kindern der Grundschule am Klostermarkt und aus den Flüchtlingsunterkünften ein kleines Theaterstück.

Gesine Hohmann kennt man als Schauspielerin des Autorenkollektivs „Vorschlag: Hammer“, das zu den Hausgruppen am Ringlokschuppen zählt und Stücke entwickelt, die sich für die gesamte Familie eignen. Für Ruhrorter, die am Theater an der Ruhr angesiedelte Gruppe um Adem Köstereli, die Projekte mit Geflüchteten initiiert, macht sie wöchentlich Kindertheater in der Flüchtlingsunterkunft an der Mintarder Straße.

Das vierte Projekt ist ein besonderes, denn es ermöglicht die Begegnung zwischen Schülern der Grundschule am Klostermarkt und Flüchtlingskindern. Das war eine Idee des städtischen Bildungsbüros, an der sich die Schule jahrgangsübergreifend mit Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren beteiligt.

Die Geschichte von Swimmy

Seit Januar treffen sie sich einmal pro Woche montags, um gemeinsam ein Stück zu entwickeln. Es ist die Geschichte von Swimmy, die an eine Episode aus der beliebten Bilderbuch-Reihe über den Regenbogenfisch erinnert. Der Kern der Botschaft ist einfach: In der Gemeinschaft sind wir stark. Swimmy lebte in einem Schwarm roter Fische, der größeren Fischen zum Opfer fiel.

Der Kleine kann fliehen, ist fasziniert von den bunten Wundern des Ozeans und stößt auf einen neuen Schwarm roter Fische, die aber Angst vor den aggressiven Haien haben. Dem kleinen Swimmy, der als Fremder ein doppelter Außenseiter ist, kommt die rettende Idee: die Fische müssen sich im Schwarm so formieren, dass sie zusammen selbst aussehen wie ein großer Fisch, vor dem die anderen Respekt haben.

Theater als universelle Sprache

Die Titelrolle war hoch begehrt, die glitzernde Jacke wollte jeder gerne tragen. So ging die Rolle reihum. Schön anzusehen waren auch die Quallen: Schirme, die mit bunten, transparenten Stoffe beklebt waren. Wenn sich Kinder aus unterschiedlichen Nationen treffen, kommt es immer wieder zu sprachlichen Hürden, die von den Kindern aber im gemeinsamen Spiel und Spaß schnell überwunden werden können.

Theater ist schließlich eine universelle Sprache, die jeder versteht. So kommen sich die Kinder schnell näher und es entwickelt sich ganz nebenbei und automatisch so etwas, was man Integration nennen könnte.

Selbstgenähte Erinnerungsstücke

Der gemeinsame Spaß war dem Team um Gesine Hohmann allerdings wichtiger als ein perfektes Spiel. Obwohl es für die Kinder schon einen riesigen Motivationsschub bedeutet, wenn sie sich bei der Präsentation in der Harbecke Halle von Eltern und Freunden den Applaus abholen können. Die T-Shirts mit den funkelnden Pailletten, die das Team selbst genäht hatte, können die Kinder als Erinnerungsstück behalten.

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