Kultur

Street Art-Kunst aus der Spraydose in der Dezentrale

Ihre Street Art-Arbeiten zeigen Hanna, Julia, Viktoria, Theo, Kursleiter Cole Blaq und Amelie (v.l.) in der Dezentrale an der Leineweberstraße.

Ihre Street Art-Arbeiten zeigen Hanna, Julia, Viktoria, Theo, Kursleiter Cole Blaq und Amelie (v.l.) in der Dezentrale an der Leineweberstraße.

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Kunstmuseum bietet Street Art-Kurse für Jugendliche unter Leitung von Cole Blaq an. Die Bilder sind in der Dezentrale zu sehen.

Die Street Art-Kunst ist besonders bei jungen Leuten beliebt. Bei einem halbjährigen Kurs im Kunstmuseum haben Jugendliche verschiedene Techniken kennengelernt und ausgetüftelt: So sprühten sie Buchstabengraffiti, nach eigens erstellten Schablonen entstanden Bilder aus der Spraydose. Street Art-Künstler Aran Hudson alias Cole Blaq stand ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Die kreativen Ergebnisse sind jetzt bei einer Ausstellung in der Dezentrale an der Leinweberstraße 15 - 17 zu sehen.

Frei in der Gestaltung

Und auf ihre erste Bilder-Schau können die Jugendlichen schon ein bisschen stolz sein. Der Kursleiter ließ ihnen freie Hand. „Wir hatten kein Oberthema und konnten uns frei entscheiden, was wir machen“, sagt Amelie (12). „Motive und Themen durften wir uns aussuchen. Dann haben wir mit Schablonen, Klebeband, Stickern oder Folie gearbeitet“, erläutert Viktoria (12). Frei seien sie auch bei der Gestaltung mit Farbe gewesen. Fröhlich in Gelb-Orange und Blau-Gelb kommen zwei Elefanten von Viktoria daher. Und dass die Faszination für Comics Generationen überdauert, wird in vielen Arbeiten deutlich. Amelie hat sich fürs Phantom aus Micky Maus entscheiden. „Ja“, sagt sie, „ich bin Comic-Fan“.

Während manche großflächig mit der Spraydose gearbeitet und auf die Farbgebung Wert gelegt haben, sind bei anderen Arbeiten auch Mischtechniken oder Zeichnungen zu sehen. Gelungen zeigt das eine löwenmähnige rothaarige Schönheit von Hanna mit ganz „eigenem Strich“. Ins große Reich der Fantasie sind dabei wohl die meisten abgetaucht, dafür sprechen die Bilder Bände. Die Schablonen zu bauen, war ein bisschen kniffelige. „Wir haben sie auf Blättern vorgezeichnet, auf Pappe übertragen und dann mit dem Cuttermesser ausgeschnitten.“

Street Art-Künstler Aran Hudson war es wichtig, „den Kindern Spaß an der Technik zu vermitteln“, betont der Kursleiter. „Dass sie etwas mitnehmen, was sie auch umsetzen und Zuhause weiterentwickeln können.“ Hudson hat als Autodidakt angefangen, später in Düsseldorf Kunstgeschichte studiert und über Street Art geschrieben. „Ich mache auch Auftragsarbeiten und wirke bei Street Art Festivals mit“, so der 41-Jährige.

Eine Brücke zwischen Museum und Straßenraum

Barbara Thönnes, die im Kunstmuseum für Museumspädagogik und Kunstvermittlung zuständig ist, freut sich, mit der Dezentrale als Ausstellungsort „eine tolle Möglichkeit“ gefunden zu haben. Gut zugänglich, sei dieser Ort eine Brücke zwischen Museum und Straßenraum. Gute Erfahrungen habe man auch damit gemacht, die Kurse statt in der Woche am Wochenende im Blockformat anzubieten. „Damit kommen wir der Lebensrealität der Schüler näher.“

Neben den klassischen Kursen wie Malen und Zeichnen wolle man mit dem Angebot der Street Art-Kurse „in eine neue Richtung gehen“, erläutert Thönnes. Denn was für Kunstvermittler immer wichtig sei, ist, „dass wir lebensorientierter werden.“

<<< KURSE FÜR JUGENDLICHE UND ERWACHSENE

Im Kunstmuseum können Kinder, Jugendliche und Erwachsene originale Kunstwerke studieren. Inspiriert durch die Meisterwerke des Hauses, entstehen im Werkraum unter professioneller Anleitung eigene Arbeiten.

Elf Kurse für Kinder und Jugendliche sowie zwei Kurse für Erwachsene werden angeboten. Neben Klassikern wie Malen und Zeichnen gibt es spezielle Kurse, darunter Fotografie, Druck und Street Art. Info: 455-4193.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben