Flüchtlinge

Stadt Mülheim prüft Aufnahme geflüchteter Kinder aus Lesbos

Mädchen in einem Flüchtlingslager auf Lesbos: Dort leben viele junge Flüchtlinge, die ganz alleine unterwegs sind.

Mädchen in einem Flüchtlingslager auf Lesbos: Dort leben viele junge Flüchtlinge, die ganz alleine unterwegs sind.

Foto: ARIS MESSINIS / AFP

Mülheim.  Mülheim erwägt, einige unbegleitete Flüchtlingskinder aus Griechenland zu holen. Fraglich ist, ob das mit eingeschränkter Finanzhoheit geht.

Die Stadt Mülheim erwägt, weitere Kinder und Jugendliche aufzunehmen, die alleine auf der Flucht sind. Die Grünen hatten dies im Jugendhilfeausschuss angeregt.

Laut Mitteilung der grünen Ratsfraktion geht es um Kinder und Jugendliche, die im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos leben. Dort seien 19.000 Flüchtende unter menschenunwürdigen Zuständen zusammengepfercht. Die etwa 10.000 Kinder, davon viele völlig auf sich allein gestellt, litten unter den chaotischen Zuständen am meisten. Angesichts der Enge komme es immer wieder zum Aufruhr und Tränengaseinsatz der griechischen Polizei.

„Gebot der Nächstenliebe und Menschlichkeit“

„Es ist ein Gebot der Nächstenliebe und der Menschlichkeit, unbegleiteten und bedrohten Kindern Zuflucht zu bieten“, erklärt Ratsfrau Franziska Krumwiede-Steiner. Auch in anderen Bundesländern gab es entsprechende Initiativen. Der Vorstoß der Grünen im Jugendhilfeausschuss, ein kleines Kontingent unbegleiteter Kinder in Mülheim aufzunehmen, fand Gehör. Die Verwaltung will bei der Kommunalaufsicht nachfragen, ob dies in Mülheim als Stärkungspaktkommune mit eingeschränkter Finanzhoheit möglich ist. Krumwiede-Steiner: „Ich hoffe, dass angesichts der im Müll dahinvegetierenden, schutzlosen Kinder ein Konsens über Parteigrenzen hinweg möglich ist.“

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