Stadtverwaltung

Mülheims SPD wünscht sich Georg Robra als neuen Dezernenten

Georg Robra (45) hat Sozialpädagogik in Dortmund studiert, seit 2012 war er Dezernent in drei verschiedenen Städten. Die SPD Mülheim wünscht ihn sich als neuen Dezernenten.

Georg Robra (45) hat Sozialpädagogik in Dortmund studiert, seit 2012 war er Dezernent in drei verschiedenen Städten. Die SPD Mülheim wünscht ihn sich als neuen Dezernenten.

Foto: Marion Pokorra-Brockschmidt

Mülheim.  Die SPD-Fraktion sieht Georg Robra (45) als neuen Bildungs- und Sozialdezernenten. Die große Frage ist, ob ihr andere Fraktionen folgen.

Die SPD-Fraktion hat sich bei einzelnen Enthaltungen festgelegt: Georg Robra soll neuer Dezernent für Bildung, Soziales, Jugend, Gesundheit, Sport und Kultur werden. Unklar ist jedoch, ob die Genossen auf die Unterstützung anderer Fraktionen setzen können. Mindestens ein heißer Kandidat wird gehandelt, der dem Vernehmen nach mit CDU, BAMH, Grünen und FDP im Gespräch ist.

Der SPD-Fraktionsspitze um Dieter Spliethoff und Claus Schindler dürfte in den Tagen vor dem 14. Februar, wenn der Stadtrat über die Nachfolge von Ulrich Ernst entscheiden soll, noch einiges Verhandlungsgeschick abverlangt werden, um eine Mehrheit zu organisieren. Schon in den eigenen Reihen gibt es Zweifel, ob Robra tatsächlich der geeignete Bewerber ist.

Kindheit und Jugend in Mülheim verlebt

Georg Robra ist 45, gebürtig aus Adenau in der Eifel. Seine Kindheit und Jugend hat er in Mülheim verlebt. Er hat am Gymnasium Heißen Abitur gemacht und noch während seines Studiums der Sozialpädagogik auf der Heimaterde gelebt, bevor ihn der berufliche Werdegang aus Mülheim zog. Seit Oktober 2016 ist Robra als Beigeordneter für Bildung, Soziales, Jugend, Gesundheit, Sport und Kultur in Rheda-Wiedenbrück tätig. Er fungiert im Ostwestfälischen auch als erster Vertreter des Bürgermeisters.

Dass Robra als Dezernent beziehungsweise Beigeordneter in den vergangenen sechs Jahren in gleich drei Städten aktiv war, sehen manche in der SPD als kritisch, schließlich ist das Wahlamt auf acht Jahre angelegt. SPD-Fraktionschef Spliethoff spricht von nachvollziehbaren Gründen für die schnell aufeinanderfolgenden Wechsel von Herford nach Barsinghausen (Niedersachsen) und weiter nach Rheda-Wiedenbrück. Robra selbst wollte sich auf Nachfrage am Donnerstag nicht öffentlich zu der im Raum stehenden Bewerbung äußern. Spliethoff sagt, Robras fachliche Kompetenz sei unbestritten, eine inhaltliche Nähe zur SPD sei gegeben.

SPD hat den anderen Fraktionen ihre Wahl mitgeteilt

Den anderen Fraktionen hat die SPD ihre Wahl mitgeteilt. Nur: Was werden die anderen, insbesondere die CDU, daraus machen? CDU-Fraktionschefin Christina Küsters gibt sich bedeckt. Bis zur Fraktionssitzung am nächsten Mittwoch werde man sicher noch Gespräche mit Bewerbern führen, noch gebe es keine Festlegung auf einen Kandidaten. Mehr noch sei gar offen, wie sich die CDU überhaupt zur Abstimmung im Stadtrat verhalten wird. Schließlich habe man gegen die voreilige Ausschreibung der Dezernentenstelle gestimmt, bevor die Debatte über die Dezernatsstrukturen gar nicht zu Ende geführt sei.

Die Union hält sich wohl alle Optionen offen. Am Ende könnte sie der SPD auch mit einer Enthaltung im Stadtrat zu ihrem Glück verhelfen. Gleichwohl muss die SPD weiter fürchten, ihr Dezernat einzubüßen. Denn CDU, BAMH, Grüne und CDU führen, wie zu hören ist, allesamt Gespräche mindestens auch mit einem Dezernenten aus einer Stadt am Niederrhein. Für die CDU ein Spiel mit dem Feuer, wird sie in Zukunft auch „ihre“ Dezernate verteidigen müssen. Rechtsdezernent Frank Steinfort wird in diesem Jahr 62 Jahre alt und geht absehbar in den Ruhestand.

>>>Bewerber sollen sich noch präsentieren können

Die Fraktionen, die für ein Bündnis gegen die SPD infrage kommen, gaben sich am Donnerstag vor beziehungsweise nach einem Termin beim Oberbürgermeister noch bedeckt, was ihre Präferenzen in der Bewerberliste anbetrifft.

Laut Tim Giesbert (Grüne) gab es beim OB die Verständigung der Fraktionen und Ratsgruppen jenseits der SPD, dass jedes politische Lager bis Montag maximal sechs aussichtsreiche Kandidaten benennen soll, die sich der Politik dann noch mal – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – präsentieren können.

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