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Mülheims Pottschwarz-Inhaber plant Café in Floating Home

Oliver Kraus möchte zwei Floating Homes in Mülheim kaufen: für sich selbst und für ein Café.

Oliver Kraus möchte zwei Floating Homes in Mülheim kaufen: für sich selbst und für ein Café.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Oliver Kraus, Inhaber des Cafés Pottschwarz, interessiert sich für Floating Homes auf der Ruhr. Er plant ein Café und will selbst eins beziehen.

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Den Blick auf die Ruhr genießt Oliver Kraus schon jetzt, wenn er jeden Morgen über die Mendener Brücke zur Arbeit über die Ruhr fährt. „Das ist ohne Worte.“ Der 54-Jährige betreibt seit vier Jahren das Café Pottschwarz in Saarn, lebt heute an der Ruhr und will bald auf der Ruhr leben: Kraus möchte zwei der geplanten Floating Homes kaufen – eines für sich privat, das andere für ein weiteres Café.

„Die Möglichkeit, auf dem Wasser zu leben, ist sensationell“, sagt Kraus. Das Café will er andocken an das geplante Fahrradhotel mit sechs Appartements am Kreuzpunkt des Radschnellwegs mit dem Ruhrtalradweg. Dort, gegenüber dem Ruhrquartier, sieht Kraus viel Potenzial, mehr Leben, mehr Atmosphäre in die Stadt zu bringen. „Die Lage in Innenstadtnähe ist optimal“, sagt Kraus, „mit Gastro und Hotel kann man die gesamte Promenade mehr beleben“. Er schwärmt von der Vorstellung, dort die Füße in die Ruhr zu hängen, während man Kaffee trinkt.

21 Floating Homes in Mülheim geplant

21 Floating Homes plant das Architekten-Team „Ponton Planungsgruppe“ auf der Ruhr. Sie sollen zwischen 70 und 140 Quadratmetern groß sein und 2000 Euro pro Quadratmeter kosten – plus Baunebenkosten. Spätestens bis zur Internationalen Gartenschau 2027 sollen sie realisiert sein; das Fahrradhotel samt Café von Oliver Kraus könnte aber schon deutlich früher eröffnen.

Kürzlich stand Kraus mit seiner Frau auf einem Steg der Ruhr, spürte, wie das Wasser um ihn herum fließt und genoss schon jetzt das Gefühl: „Es ist total irre, mitten im Strom zu sein.“ Die Floating Homes werden allerdings nicht wie ein Boot sein; wegen ihres Betonkorpusses sollen sie relativ ruhig im Wasser liegen. Er könne die Schwierigkeiten verstehen, die mit einem solchen Projekt verbunden sind, weil es völliges Neuland ist. „Aber Mülheim kann ein Beispiel für andere Städte sein“, sagt Kraus. „Und es sind sich alle einig, dass wir das umgesetzt bekommen.“

Mülheimer Floating Homes sollen individuell geplant werden

mülheimer architekten-team plant wohnen auf dem wasserJeder Inhaber soll sein Haus individuell planen können, sie werden nicht alle gleich aussehen. Um jedes herum wird ein Steg verlaufen. Noch sind auch die Liegestellen nicht definitiv klar, sie werden sich vermutlich an sieben Stellen an der Ruhr befinden und 300 Meter der in Mülheim 12,5 Kilometer langen Ruhr einnehmen.

Auch die Hochschule Ruhr-West ist in das Projekt eingebunden: Studenten entwickeln ein Vehikel, um die Einkäufe von den etwas entfernten Parkplätzen zu den Häusern zu transportieren – für Oliver Kraus ist das vor allem für die Lieferungen an ein zukünftiges Café relevant.

„Die Ruhr ist für mich ein Teil des Großwerdens“

Der 54-Jährige verbindet viele Kindheitserinnerungen mit der Ruhr. Mit den Großeltern ging er spazieren rund um die Ruhrtalbrücke, an den Wochenenden fuhren sie zum Dicken am Damm. „Die Ruhr ist für mich ein Teil des Großwerdens“, sagt Kraus. Lokalpatriot ist er durch und durch. „Dass wir in so einer schönen Ecke wohnen, ist das größte Glück, das man haben kann“, sagt Oliver Kraus. „Die Leute sollten mehr wertschätzen, dass sie in so einer Lage wohnen.“

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