Fest der Demokratie

Mülheimer SPD feiert die Demokratie – und bleibt unter sich

Viele Tische blieben leer beim Fest der Demokratie am Mülheimer Flughafen, zu dem die SPD eingeladen hat.

Viele Tische blieben leer beim Fest der Demokratie am Mülheimer Flughafen, zu dem die SPD eingeladen hat.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Mit einem unterhaltsamen Programm hat die Mülheimer SPD zum „Fest der Demokratie“ an den Flughafen geladen. Viele Bänke aber blieben leer.

Zu einem „Fest der Demokratie“ hat die SPD am Samstagabend an den Mülheimer Flughafen eingeladen, mit illustrem Programm samt Polit- und Gesangsprominenz. Doch viele Tische blieben leer, obwohl die Veranstaltung laut SPD lange überbucht war.

300 Gäste konnten sich im Vorfeld zu der kostenlosen Veranstaltung anmelden. Der Regenguss am frühen Nachmittag hat aber wohl bei vielen die Meinung geändert – nur rund die Hälfte kam tatsächlich an den Flughafen. Dabei versprach das Programm, unterhaltsam zu werden. Oberbürgermeister-Kandidatin Monika Griefahn hatte mehrere alte Bekannte eingeladen.

Lilo Wanders und Sebastian Krumbiegel beim Fest der Demokratie

Sebastian Krumbiegel, Sänger der Band Die Prinzen, den die sächsische SPD einst in die Bundesversammlung schickte, sang unter anderem seinen Song „Die Demokratie ist weiblich“. Und Lilo Wanders, die Griefahn kennt, weil sie in dem niedersächsischen Wahlkreis lebt, für den die SPD-Politikerin als Direktkandidatin in den Bundestag zog, schenkte den Gästen eine halbe Stunde erotische Zweideutigkeiten mit guten Tipps in Sachen Paartherapie. Außerdem dabei: Suppi Huhn und die Kinderkönige und der Mülheimer Musiker Hartmut Kremer.

Auf politischer Seite hatte Monika Griefahn die Bundesumweltministerin Svenja Schulze eingeladen. Mit ihr diskutierte sie über die Chancen Mülheims auf mehr Arbeitsplätze mit Blick auf die beiden Max-Planck-Institute und die Hochschule Ruhr-West und Griefahn wiederholte ihren Plan, eine Stadtentwicklungsgesellschaft zu gründen, um die Attraktivität der City zu steigern: „Ich möchte, dass die Innenstadt von Mülheim wieder hip ist.“

SPD diskutiert mit Parents for Future über Umweltschutz

Ein Schwerpunkt aber lag auf den Umweltthemen: Wie Wasserstoff als Energiealternative zu Kohle funktioniert und wie der Klimaschutz mit Hilfe von Fassaden- und Dachbegrünung, Solardächern und elektrobetriebenen Kleinbussen in den Stadtteilen gesteigert werden kann. Neben Hanna Schenk von „Parents for Future“ diskutierten auch die Landtagsabgeordnete und ehemalige NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Hans-Peter Winkelmann vom Klimaquartier Broich und Bundestagsabgeordneter Arno Klare, der versprach, das CO2, das die Besucher nächste Woche mit ihrem Auto erzeugen, zu kompensieren – gleich am Sonntag das Zertifikat für kompensierte Treibhausgase nachreichte.

Bei all den ökologischen Themen, hätten Vertreter der Grünen gut ins Programm gepasst. Überhaupt hätte doch ein „Fest der Demokratie“ noch etwas besser als übergreifende Veranstaltung aller demokratischer Parteien in Mülheim funktioniert. So blieben die Genossen vor toller Kulisse bei dieser Wahlkampfveranstaltung eher unter sich. Immerhin: Andy Brings, OB-Kandidat von Die Partei, heizte als „Headliner“ mit Ramones-Songs ein – vor der Bühne unterstützt von seinen feierfreudigen Parteikollegen.

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