Kriminalität

Mülheimer finanzierte Abhängigkeit durchs Dealen: Gefängnis

Hinter Gitter und Stacheldraht muss ein 53-jähriger Mülheimer, bei dem die Polizei rund 500 Gramm Heroin und 70 Gramm Kokain gefunden hatte.

Hinter Gitter und Stacheldraht muss ein 53-jähriger Mülheimer, bei dem die Polizei rund 500 Gramm Heroin und 70 Gramm Kokain gefunden hatte.

Mülheim.   Landgericht Duisburg schickt 53-Jährigen für vier Jahre und drei Monate hinter Gitter. Er war voll geständig, aber nicht zur Therapie bereit.

Wegen Drogenhandels verurteilte das Landgericht Duisburg einen 53-jährigen Mülheimer zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis. Am 20. Oktober 2016 waren bei einer polizeilichen Durchsuchung seiner Wohnung an der Heißener Straße rund 500 Gramm Heroin und 70 Gramm Kokain gefunden worden.

Mengen, die für den Eigenkonsum schlicht zu groß waren. Auf eine Tätigkeit als Dealer wiesen auch diverse einschlägige Utensilien sowie zwei Kilo des Schmerzmittels Paracetamol hin, das in Drogenkreisen gerne zum Strecken benutzt wird.

Angeklagter berichtete von langer Drogenkarriere

Der Angeklagte legte vor der 2. Großen Strafkammer ein rückhaltloses Geständnis ab. Der Mann mit abgeschlossenem Studium berichtete von einer langen Drogenkarriere. Zwischenzeitlich sei er einmal drogenfrei gewesen, habe nach einem persönlichen Schicksalsschlag aber einen schweren Rückfall erlitten. „In den Monaten vor meiner Inhaftierung habe ich bis zu fünf Gramm Heroin pro Tag gebraucht. Das kostete rund 300 Euro. Das konnte ich nur noch finanzieren, indem ich selbst mit Drogen handelte.“ Von wem er das Rauschgift kaufte, wollte der Angeklagte in der Verhandlung nicht offenbaren. Nach seiner Festnahme hatte er bei der Polizei Namen von Kunden genannt. Vor Gericht wollte er diese Angaben nicht wiederholen. „Es waren keine Minderjährige dabei, oder Leute, die nicht vorher schon süchtig waren“, versicherte er den Richtern.

Angeklagte hatte Therapie verweigert

Das Urteil fiel vergleichsweise maßvoll aus. Zu Gunsten des 53-Jährigen wirkte sich dabei vor allem dessen Geständnis aus, das es dem Landgericht ermöglichte, das Strafverfahren an nur einem Verhandlungstag abzuschließen. Eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt ordnete die Strafkammer im Urteil nicht an. Der Angeklagte hatte eine Therapie strikt verweigert. Ein psychiatrischer Sachverständiger hatte deshalb keine Aussicht auf Erfolg gesehen.

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