Soziales

Mülheimer Bürgerstiftung lobt Engagement in der Corona-Krise

Die Schulsozialarbeiterinnen Kirsten Heer (l.) von der Astrid-Lindgren-Schule und Doris Wischermann von der Brüder-Grimm-Schule erhielten in der Mülheimer Freilichtbühne den Innovationspreis der Mülheimer Bürgerstiftung für bürgerschaftliches Engagement in der Coronakrise.

Die Schulsozialarbeiterinnen Kirsten Heer (l.) von der Astrid-Lindgren-Schule und Doris Wischermann von der Brüder-Grimm-Schule erhielten in der Mülheimer Freilichtbühne den Innovationspreis der Mülheimer Bürgerstiftung für bürgerschaftliches Engagement in der Coronakrise.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Den Innovationspreis der Bürgerstiftung (3000 Euro) teilen sich die Brüder-Grimm- und die Astrid-Lindgren-Schule. Ihre Projekte sahen so aus:

Sie haben im Lockdown für vereinsamte Nachbarn musiziert und online Partys organisiert, sie haben Obdachlose und ältere Menschen mit Essen und alltäglichen Dingen versorgt, sie haben aufmunternden Kontakt gehalten zu Schülern, digital und persönlich – viele Mülheimer haben bewiesen, dass man auch an einer Krise menschlich wachsen kann. Am Dienstag zeichnete sie die Bürgerstiftung für ihr Engagement mit den Corona-Innovationspreis aus.

„Sie sind alle Gewinner“

„Sie sind alle schon einmal Gewinner, denn Sie haben in schwierigen Zeiten etwas getan, was nicht alltäglich ist. Danke, dass Sie aktiv geworden sind“, lobte Patrick Marx, Vorsitzender der Bürgerstiftung, das starke Engagement aller 18 Nominierten auf der Freilichtbühne. Und nutzte den Augenblick, um kurz den Bogen zur Politik zu schlagen: „Das erwarte ich ebenso von der Stadtspitze, dass sie Veränderungen anstößt. Mülheim war einmal top, jetzt sind wir nur noch Kreisliga. Es gibt viele Dinge, die man anpacken muss“, richte Marx sein Appell an den neuen Oberbürgermeister. Und damit an einen leeren Sitz: Marc Buchholz wohnte der Preisverleihung für soziales Engagement auch als Sozialdezernent nicht bei.

Viel klatschende Zustimmung gab das Publikum für die ,Ermunterung’ an Verwaltung und Politik. Den Dank der Stadtspitze spendete Stadtdirektor Frank Steinfort anstelle des OB umso wärmer: „Sie sind Repräsentanten einer Gesellschaft, die nicht nur klagt und durchhängt. Unsere Stadtgesellschaft lebt davon, dass es sie gibt.“

Jury hatte es nicht leicht

Leicht hatte es die Jury, die den Innovationspreis zum ersten Mal vergab, beileibe nicht. „Jede, wirklich jede Nominierung hat uns berührt, bewegt und stolz gemacht“, bekräftigte Anke Dieberg-Hemmerle von der Bürgerstiftung die gute Wahl der vorgeschlagenen Kandidaten. Für die Bewertung des Engagements zählten Kreativität, Aufwand, erzielte Wirkung, Nachhaltigkeit und die jeweilige Zielgruppe.

Am Ende fiel die Entscheidung derart knapp aus, dass die Jury sich entschloss, den mit 3000 Euro ausgestatteten Preis an zwei Nominierte zu vergeben. Er geht zu gleichen Teilen an die Brüder-Grimm-Schule in Styrum und die Astrid-Lindgren-Schule in Dümpten. Denn Kinder seien „uns deshalb so wichtig, weil sie ganz besonders verletzlich sind“, betonte Jurymitglied Harald Karutz in seiner Laudatio.

„Lubo Grimm News“ für Schüler

Schnell habe sich gezeigt, „wie sehr Freunde vermisst werden, dass der gewohnte, vertraute Schulalltag doch ganz schön fehlt“. Dass sich viele Mülheimer Lehrer eben keinen schlanken Fuß in der Corona-Krise gemacht haben, zeigte die Jury auch an diesen Beispielen. Die Brüder-Grimm-Schule und ihre Schulsozialarbeiterin Doris Wischermann hielten intensiv den Kontakt zu ihren Schülern, indem sie täglich die „Lubo Grimm News“ veröffentlichten. Das außerirdische Drachenwesen vermittelte kindgerechte Infos, animierte zu Mitmach- und Bastelaktionen, gab Lerntipps und Anregungen für Sportübungen. Außerdem bot die Schule eine telefonische Kindersprechstunde an.

An der Astrid-Lindgren-Schule hingegen entwickelte die Schulsozialarbeiterin Kirsten Heer mit ihren Kollegen den Superhelden „Heldi“. In zahlreichen selbst geschriebenen Geschichten erklärt Heldi etwa Corona und Abstandsregeln und gibt kindgerechte Tipps in Krisensituationen. „Heldi hilft Kindern dabei, über die eigene Befindlichkeit zu sprechen, er ist innovativ, durchdacht und liebevoll bis ins kleinste Detail ausgearbeitet“, lobte die Jury.

Superheld informiert über Corona

3000 Euro gehen jeweils zur Hälfte an die beiden Mülheimer Grundschulen. „Letztlich steht der Preis symbolisch für alle engagierten Menschen, von denen wir in Mülheim wissen und denen wir als Stadt und Bürgerstiftung von ganzem Herzen dankbar sind. Wir wünschen uns, dass unser Preis den Fokus auf die Hilfe lenkt, auf das Gute und Wertvolle, das sich auch und gerade in Krisen zeigt“, unterstrich Harald Karutz das hohe Engagement aller Nominierten.

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