Handel

Mülheim: Tabak Budde gibt Laden in der Innenstadt auf

Edle Zigarren aus der Dominikanischen Republik und anderes hatte Marc Budde (55) in seinem Tabakladen am Löhberg im Angebot. Diesen Standort gibt er nun allerdings auf und konzentriert sich auf seinen Laden an der Aktienstraße.

Edle Zigarren aus der Dominikanischen Republik und anderes hatte Marc Budde (55) in seinem Tabakladen am Löhberg im Angebot. Diesen Standort gibt er nun allerdings auf und konzentriert sich auf seinen Laden an der Aktienstraße.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim  Ein Traditionsgeschäft in der Mülheimer Innenstadt macht zu. Tabak Budde verlagert sein Geschäft an die obere Aktienstraße. Das hat drei Gründe.

Seinen Laden am Löhberg schließen wollte Marc Budde ohnehin - zum 31. Januar. Wegen des Lockdowns ist das traditionsreiche Tabak-Geschäft aber ohnehin schon seit ein paar Wochen zu. Zurzeit räumt der Inhaber auf und aus. "Wir ziehen eins zu eins um", sagt er. Sein Sortiment wird er jetzt an der Aktienstraße 282, wo es bereits seit 2010 eine Budde-Zweigstelle gibt, zum Verkauf anbieten.

Getrübtes Verhältnis zum Hauseigentümer

Drei Gründe gibt der Junior-Chef des Familienunternehmens für den Umzug an. Nicht die Corona-Krise macht dem Händler zu schaffen. Aus Krankheitsgründen möchte er etwas kürzer treten, hat deshalb auch schon das Geschäft an der Ruhrtalstraße in Kettwig dicht gemacht. Außerdem findet er den Zustand der Mülheimer Innenstadt nicht gerade attraktiv. Ausschlaggebend war aber das getrübte Verhältnis zum Hausbesitzer.

"An der Aktienstraße wird jetzt ausgebaut", berichtet Marc Budde. Der gesamte Warenbestand vom Löhberg soll dort wieder angeboten werden. "Wir haben ja eine exlusive Auswahl an Tabakwaren und zählen zu den zehn besten Tabak-Fachgeschäften in Deutschland. Und das soll auch so bleiben", so der 55-Jährige. Die Beratung spiele dabei auch eine große Rolle.

Laden wurde 1965 gegründet

1965 wurde Tabak Budde von Herbert und Ursel Budde gegründet. Es war auch lange Zeit im Rathaus-Gebäude an der Schollenstraße beheimatet (bis 2009), 1984 stieg Sohn Marc mit ins Geschäft ein. Außerdem betreibt die Familie noch einen Tabak-Großhandel, der in Winkhausen angesiedelt ist.

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Hauptsächlich Stammkunden sind es, die Tabak Budde aufsuchen. Viele kommen aus anderen Städten - sogar aus Aachen oder Brüssel. "Denen ist es ganz egal, wo der Laden ist", glaubt der erfahrene Händler. Dass irgendwelche Käufer abspringen, sei nicht zu befürchten.

Zigarren-Zirkel besteht weiter

Eine Raucher-Lounge, in der Veranstaltungen angeboten werden können, soll es auch an der Aktienstraße wieder geben. Beibehalten wollen Marc und Herbert Budde zudem die traditionellen Außentermine - etwa die Teilnahmen am Kulinarischen Treff an der Ruhr.

Den legendären Zigarren-Zirkel, der vier Mal im Jahr am Löhberg tagte, gibt es nach wie vor, er zieht mit um. "Das ist ein Kreis von Freunden, die das Zigarrenrauchen zelebrieren", erklärt Marc Budde. Zum Rauchvergnügen gibt es meist auch andere Gaumenschmeichler - edle Schokolade, ausgesuchten Rotwein oder Whiskey.

Gute Kontakte zu Tabak-Firmen

Der Zigarren-Zirkel reist auch. "Wir waren zum Beispiel schon neun Mal in Kuba", berichtet Marc Budde und erläutert: "Zigarre ist nicht gleich Zigarre. Es kommt auf den Anbau des Tabaks, die Ernte und die Verarbeitung an. Das haben wir uns vor Ort angeschaut." Der Tabakhändler aus Mülheim hat gute Kontakte zu produzierenden Firmen im Ausland.

Einen Service bieten die Buddes an der Aktienstraße nicht mehr an: den Vorverkauf von Tickets für Kulturveranstaltungen.

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