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Mülheim: MBI und Initiative sehen Probleme im VHS-Betrieb

Das leergezogene Gebäude der Heinrich-Thöne-Volkshochschule in der Mülheimer Müga. Die Zukunft des Denkmals ist völlig offen.

Das leergezogene Gebäude der Heinrich-Thöne-Volkshochschule in der Mülheimer Müga. Die Zukunft des Denkmals ist völlig offen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Mülheim.  Auch Weiterbildungseinrichtungen durften am 4. Mai wieder öffnen. Doch für Mülheims VHS muss noch ein Konzept erarbeitet werden.

Die Landesregierung hatte den Betrieb von Volkshochschulen bereits zum 4. Mai freigegeben, Mülheim ließ seinen VHS-Kursbetrieb aber weiter ruhen. Anlass genug für MBI und Bürgerinitiave zum Erhalt der VHS in der Müga, abermals Alarm zu schlagen.

Schon am Sonntag vor der möglichen Öffnung schickte MBI-Fraktionssprecher Lothar Reinhard einen offenen Brief an Bildungsdezernent Marc Buchholz raus, in dem er etwa beklagte, dass ein VHS-Betrieb im alten Gebäude in der Müga aufgrund der großzügigen Ausmessungen unter Corona-Bedingungen doch „viel problemloser“ einzurichten gewesen wäre als am neuen Standort an der Aktienstraße. Warum bloß habe die Stadt die Zeit nicht genutzt, den Brandschutz im alten VHS-Gebäude zwischenzeitlich auf Stand zu bringen?

Bürgerinitiative: Corona-Bedingungen an der Aktienstraße schlecht zu erfüllen

Reinhard ging noch weiter, zitierte aus einem Beitrag der Bürgerinitiative, die darauf aufmerksam machte, dass etwa die langen Flure in der VHS an der Aktienstraße teils nur 1,20 Meter breit und die Kursräume „umgebaute kleine Büros“ seien. Alles dort sei räumlich so knapp bemessen. In der alten VHS gebe es in jedem Raum ein Waschbecken, „an der Aktienstraße kann man sich die Hände dann wie die Hühner auf der Stange auf den Toiletten waschen, ohne Abstand natürlich“. . . Die Bürgerinitiative schickte dieser Tage noch eine Erklärung hinterher: Der Bürgerentscheid zur Sanierung und Wiederinbetriebnahme der VHS in der Müga sei endlich umzusetzen.

Nur hat sich an der Sachlage nichts geändert: Der Stadtrat war nicht bereit, die vom Kämmerer dafür aufgerufenen 22,5 Millionen Euro freizugeben. Auch für eine Mini-Sanierung à la Bürgerinitiativen (erst mal nur Brandschutz) gibt es keine politische Mehrheit. „Insofern gibt es für mich auch keinen Handlungsdruck“, sagte Kämmerer Frank Mendack am Freitag.

Kämmerer hat keinerlei Idee zum Umgang mit der Problemimmobilie

Aus seiner Sicht wird das VHS-Gebäude nun mindestens so lange leerstehen, bis die Bindungsfrist des Bürgerentscheids abgelaufen ist (Oktober 2021). Vorher werde sich wohl auch kein möglicher Investor ernsthaft mit der Immobilie beschäftigen. Es sind auch Stimmen aus der Verwaltung zu vernehmen, dass Mendack das Thema unbeachtet liegen lasse. Es gebe keinerlei Diskussion dazu, wie es mit dem Denkmal weitergehen könnte. „Jede Nutzung des Gebäudes wäre aber besser als der Leerstand. Für die Bausubstanz, für die öffentliche Anerkennung, für einen Schutz vor Vandalismus“, wird Kritik aus Verwaltungskreisen laut.

Es gab Initiativen für ein Bürgerzentrum, auch ist das Gebäude im Visier manch eines Schulpolitikers, der die Notwendigkeit für eine vierte Gesamtschule sieht. Dazu muss aber noch der Schulentwicklungsplan abgewartet werden. Dessen Entwurf soll Ende des Jahres vorliegen. Dass der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW das Gebäude ernsthaft ins Visier nimmt, um den künftigen Raumbedarf der Hochschule Ruhr West zu decken, gilt in Fachkreisen als unrealistisch. Es gebe preiswertere Lösungen.

VHS startet am Montag mit elf Teilnehmern Kurse zu Schulabschlüssen

Bildungsdezernent Marc Buchholz verwies derweil hinsichtlich der Wiederinbetriebnahme der VHS darauf, dass auch in der Nachbarschaft nicht zum 4. Mai eröffnet worden ist, so die Volkshochschulen in Duisburg, Oberhausen und Essen. Mülheims VHS soll an diesem Montag zunächst mit elf Kursteilnehmern starten, die einen Hauptschul- oder Fachoberschulabschluss anstreben. Integrations- und Deutschkurse laufen laut Buchholz bereits seit dem 9. April in digitaler Form.

Am Dienstag soll es eine Begehung mit Gesundheitsamt und anderen Fachleuten geben, um ein Konzept zu erstellen, wie ein VHS-Betrieb unter Bedingungen der Corona-Schutzverordnung möglich sein kann. Dass der Bau an der Aktienstraße womöglich Probleme bereiten könnte, will Buchholz zunächst nicht an die Wand malen. Der Dienstag sei abzuwarten, er sei aber zuversichtlich. Dass die Begehung und damit die Planung erst für Dienstag angesetzt ist, erklärt er mit den vielen Baustellen dieser Zeit: „Mir waren die Schulen in der Priorität wichtiger.“

Buchholz: Kurse sollen im Mai peu á peu starten

Sein Ziel: Bestehende Kurse sollen im Mai nach und nach starten, wenn nicht die Dozenten zur Risikogruppe zählen. Zudem sei die VHS „intensiv dabei, die VHS-Cloud an den Start zu bringen, eine Online-Plattform, die es erlaubt, mit Teilnehmern zu kommunizieren“. Buchholz kündigte dazu Schulungen an. Am 25. Mai werde VHS-Leiterin Annette Sommerhoff dem Bildungsausschuss berichten, wie der Betrieb angelaufen sei.

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