Vermüllung

Mülheim: Junges Partyvolk verlässt Ruhrstrand als Müllplatz

Müll über Müll lag am frühen Samstagmorgen quer über Mülheims Ruhrstrand verteilt. Zwei Bürger räumten den Unrat eine Stunde lang zusammen.

Müll über Müll lag am frühen Samstagmorgen quer über Mülheims Ruhrstrand verteilt. Zwei Bürger räumten den Unrat eine Stunde lang zusammen.

Foto: Victoria Schmitz

Mülheim.  Partyvolk hat am Wochenende in Mülheim den Ruhrstrand verwüstet hinterlassen. Die Stadt ist ratlos. Eine Abi-Feier sei nicht angemeldet worden.

Offenbar Abiturienten schlugen bei einer wilden Party am Ruhrstrand in den Saarner Auen über die Stränge. Sie hinterließen den Platz am Fluss am Freitag als Müllhalde.

Leserin Victoria Schmitz machte am Samstag ihrem Unmut über den vermüllten Ruhrstrand in den sozialen Medien Luft: „Herzlichen Glückwunsch an die größten Idioten der Welt. War euer Motto „Abi 2020 - mir egal, wie es der Welt geht?“, fragte sie mit stark sarkastischem Unterton in den weiten Raum des Netzes. Dass es wohl Abiturienten waren, die die Unmengen Müll am Ruhrstrand hinterlassen haben, lässt sich daraus schließen, dass unter dem Müll ein entsprechender Zettel und ein kleiner Blumenstrauß zu finden waren, womöglich von einer Entlassfeier am Freitag. Schon am Freitag hatte Schmitz den Ruhrstrand von feiernden jungen Leuten bevölkert gesehen.

„Für mich habt ihr nicht mal ein Zeugnis verdient“

Victoria Schmitz hatte sich am frühen Samstagmorgen am Ruhrstrand ein Bild der Verwüstung gezeigt, als sie dort mit ihrem Partner joggen war. Die ganze Wiese am Ruhrstrand war übersät mit Müll, leeren Bier- und Schnapsflaschen. Kurzerhand wurden die zwei Jogger aktiv und räumten eine Stunde lang den Unrat zusammen. „Wir mussten gar Gänse mit ihren Köpfen aus Tüten ziehen“, schilderte Schmitz gegenüber dieser Redaktion die Situation, die sie mit Bildern belegte.

„Für mich habt ihr nicht mal ein Zeugnis verdient“, schimpfte Schmitz im Netz gegen das ignorante Partyvolk, das am Rande des Schutzgebietes „Fauna - Flora - Habitat“ keinerlei Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Naturschutzbelangen ringsum gezeigt haben muss. Schmitz sprach von mutwilliger Zerstörung des Lebensraumes für die schützenswerte Tiere vor Ort, die dort zurzeit noch brüteten.

Stadtsprecher konnte zur Sache am Sonntag nicht viel sagen

Stadtsprecher Volker Wiebels zeigte sich am Sonntag ratlos, was sich vor Ort abgespielt haben könnte. Das Ordnungsamt könne wohl erst am Montag aufklären, ob es der Vermüllung gewahr geworden ist. Wiebels berichtete nach Rücksprache mit einem Ordnungsamtsmitarbeiter allerdings davon, dass „wir gerade am Wochenende mit Abifeiern zu tun hatten“.

Die Feiern seien grundsätzlich erlaubt gewesen, so Wiebels. Allerdings habe die Stadt eine Anmeldung beim Ordnungsamt zur Pflicht gemacht. Dabei habe man besondere Auflagen gemacht, etwa zur Anzahl der Feiernden, auch zu Zugangskontrollen und zum Ordnungsdienst. Insbesondere habe das Ordnungsamt Abiturienten von Feiern auf der Schleuseninsel, im Witthausbusch und in der Müga dringend abgeraten.

An allen drei Orten seien am Samstag bei Kontrollen Menschenansammlungen wegen des Verstoßes gegen die Corona-Schutzverordnung aufgelöst worden. „Vom Ruhrstrand aber haben wir nichts gehört.“ Und andere, angemeldete Abifeiern sei bei Kontrollen ohne Beanstandung geblieben.

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