Bildung

Geduldsproben an der Brüder-Grimm-Schule

Die Brüder-Grimm-Schule

Foto: Udo Milbret

Die Brüder-Grimm-Schule Foto: Udo Milbret

Mülheim.   Groß angelegte Sanierung beginnt wohl erst 2019, mit dreijähriger Verspätung. Vier zusätzliche Lehrkräfte sollen nach den Sommerferien kommen.

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Großzügige Investitionen hat die Stadt den beiden Styrumer Grundschulen in Aussicht gestellt: Für insgesamt mehr als 17 Millionen Euro sollen sie saniert und erweitert werden, rund 9,5 Millionen sind allein der Brüder-Grimm-Schule am Hauptstandort Zastrowstraße versprochen, inklusive einer Runderneuerung der Turnhalle. Ziel sei es, im Stadtteil „eine hochattraktive Bildungslandschaft zu schaffen für zeitgenössisches Lernen und Unterrichten“, hatte der zuständige Dezernent Ulrich Ernst im Herbst 2015 erklärt. Diese Absicht gilt nach wie vor, doch die Umsetzung verzögert sich erheblich, und vor Ort spürt man Unzufriedenheit.

So kritisiert nun Michaela Hudler, Schulpflegschaftsvorsitzende der Brüder-Grimm-Schule: „Die Bauarbeiten, obwohl groß angekündigt, starten frühestens 2019.“ Nach ursprünglicher Planung hätte es bereits im Herbst 2016 losgehen sollen, Fertigstellung dann zwei Jahre später. Von Seiten der Stadt wird der Verzug eingeräumt, aber als alternativlos dargestellt: „Wir haben einen Riesen-Investitionsstau, was bauliche Notwendigkeiten an Schulen angeht“, sagt Stadtsprecher Volker Wiebels.

„Der Immobilienservice hat nur begrenzte Kapazitäten“

In den letzten Jahren seien immense Aufwendungen insbesondere für Brandschutzmaßnahmen nötig gewesen, die Kräfte binden. „Wir können die Klagen von Elternschaft und Schulleitung hundertprozentig verstehen“, so Wiebels, „aber der städtische Immobilienservice hat nur begrenzte personelle und planerische Kapazitäten.“ Von Notwendigkeit und Qualität der Entwürfe für die Brüder-Grimm-Schule sei die Verwaltung überzeugt. Sie kämen auch, nur eben mit dreijähriger Verspätung.

Die bauliche Situation ist nicht der einzige Punkt, den die Schulpflegschaftsvorsitzende bemängelt. „Die Personalsituation ist haarsträubend“, meint Hudler. Nach den Sommerferien würden an der Brüder-Grimm-Schule sieben Stellen fehlen, nur zwei sollten besetzt werden. Zurzeit besuchen 337 Kinder die Schule, rund 30 von ihnen sind Seiteneinsteiger, die Erstförderung erhalten. „Der Standort Styrum geht unter“, so Michaela Hudler. „Die Lehrer leisten großartige Arbeit, aber aufgrund der zunehmenden Belastung gibt es viele Ausfälle.“ Auch seien nur zwei Sonderpädagogen mit insgesamt 18 Wochenstunden an der Schule tätig. Die Betreuung der Kinder mit Förderbedarf überfordere die Lehrer.

Schulrätin verspricht neue Stellen im Sommer

Schulrätin Heike Freitag mag diese Situationsbeschreibung allerdings so nicht stehen lassen: Sie habe vor drei Monaten mit der Schulpflegschaftsvorsitzenden gesprochen. „Dies alles ist längst überholt und Frau Hudler offenbar nicht auf dem neuesten Stand.“

Mittlerweile gebe es einen Stellenplanvorschlag für das nächste Schuljahr, wonach vier Lehrer an die Brüder-Grimm-Schule abgeordnet werden sollen. Bei der kommenden Personalratssitzung werde darüber beraten und dann zeitnah entschieden. „Wir haben gute Lösungen für die Brüder-Grimm-Schule gefunden“, versichert die Schulrätin. Zum 1. November würden neue Stellen ausgeschrieben, sowohl für Lehrkräfte an Grundschulen als auch für Sonderpädagogen. „Wir haben genügend Stellen, die dann ausgeschrieben werden“, so Heike Freitag. „Wenn das erfolgt ist, werden wir auch neu verteilen.“

Schulleiterin Maria Reimann verlässt die Schule

Ersatz muss auch für Schulleiterin Maria Reimann gefunden werden, die die Brüder-Grimm-Schule verlässt. Eine Konrektorenstelle werde eingerichtet und besetzt, versichert die Schulrätin. Reimann hat sich von der Leitungsfunktion entpflichten lassen, „aus persönlichen wie fachlichen Gründen“ und wechselt als Lehrerin an eine andere Mülheimer Grundschule.

Wichtig ist ihr aber: „Mit dem Stadtteil Styrum und der Schule hat diese Entscheidung nichts zu tun. Ich habe hier immer unheimlich gerne gearbeitet.“

>> LAPTOP NOCH OHNE VERBINDUNG ZUM NETZ

Auch in technischer Hinsicht hakt es an der Brüder-Grimm-Schule. Bereits im vergangenen Oktober wurden der Schule von der Stadtverwaltung 45 Laptops zur Verfügung gestellt, um ein Medienkonzept zu verwirklichen. Schulleiterin Maria Reimann freut sich darüber, allerdings können die Rechner bislang nur in der Dependance an der Fröbelstraße genutzt werden, der ehemaligen katholischen Grundschule. Im Hauptgebäude an der Zastrowstraße gibt es dagegen noch keine Verbindung zum Server.

An einer Lösung werde gerade gemeinsam mit der Stadt gearbeitet, berichtet die Schulleiterin. „Noch vor den Sommerferien soll alles installiert sein.“

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