Geschichte

Gedenkstein für aus Mülheim stammenden Kapitän in Norwegen

Korvettenkapitän Karl Thurmann. 

Foto: Repro Müller

Korvettenkapitän Karl Thurmann.  Foto: Repro Müller

Mülheim.   U-Boot-Kapitän Karl Thurmann, 1909 an der Ruhr geboren, verschwand mitsamt seiner Besatzung 1943. Norwegische Kinder fanden Spuren von ihm.

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Operationsziel Mittelatlantik: Letzte Meldung von U553: „Sehrohr unklar“. Seit dem 28. Januar 1943 gilt das U-Boot offiziell als vermisst, mitsamt seiner 47-köpfigen Besatzung und Kapitän Karl Thurmann.

„Hello from the northern part of Norway still covered with snow, ice and winter.“ So beginnt die Email, die Lars Tore Norberg vor einiger Zeit nach Mülheim schickt. Dort, im hohen Norwegen, wo lange im Jahr noch Eis und Schnee liegen, hätten ein paar Schulkinder einen erstaunlichen Fund gemacht, berichtet er. Der Beginn einer Geschichte, die die Menschen in Mülheim unbedingt erfahren müssten, ist er sich sicher. Alles dreht sich um einen gewissen Karl Thurmann, seines Zeichens Korvettenkapitän im zweiten Weltkrieg. „Ein so gut wie unbekannt gebliebener Marineoffizier und U-Boot-Kommandant“, schreibt Bodo Herzog im Deutschen Schifffahrtsarchiv.

Wenig steht in den Geschichtsbüchern

Über den Korvettenkapitän, der am 4. September 1909 in Mülheim geboren wurde, ist wenig aus den Geschichtsbüchern zu erfahren. Auch Annett Fercho vom Mülheimer Stadtarchiv kann nicht allzu viel über ihn in Erfahrung bringen. Ein bisschen aber schon. Die Laufbahn des Seekadetten Thurmann verlief normal. Fähnrich, Oberfähnrich, Leutnant zur See, Oberleutnant zur See, und ab dem 1. Juli 1937 Kapitänleutnant.

Aber was hat der gebürtige Mülheimer mit Norwegen zu tun? Vor einiger Zeit hätte eine Schulklasse aus Narvik bei Bogen bei einem Projektausflug eine erstaunliche Entdeckung gemacht. „Sie haben zwei Findlinge von Moos befreit und darunter Zeichnungen entdeckt, eingeritzt in Stein“, erzählt der Norweger. Auf dem einen stehe „Karl-Thurmann-Platz“ auf dem anderen sei eine U-Boot-Skizze zu erkennen, mit dem Zusatz U 553. Also genau dem U-Boot, mit dem der Mülheimer Korvettenkapitän 1943 im Nordatlantik als vermisst gemeldet wurde.

Eine große U-Boot-Basis gab es in Narvik

Bekannt ist, dass die Kriegsmarine im zweiten Weltkrieg in Narvik eine große U-Boot-Basis unterhielt. In einem ehemaligen Bergwerkshaus in der Nähe des Waldes sollen sich damals häufig deutsche U-Boot-Besatzungen getroffen haben.

„Weil es kein Grab für Thurmann und seine Besatzung gibt, könnten diese beiden Steine eine Art Anlaufstelle sein, für all die, die sonst keinen Ort zum Trauern haben“, glaubt der Norweger Norberg, der früher als Polizeiermittler gearbeitet hat. Von wem die Inschriften stammen, das ist bisher nicht bekannt. Norbergs Angaben zu Folge würde in Bogen aber bereits darüber nachgedacht, dort, wo die beschrifteten Steine gefunden wurden, eine offizielle Gedenkstätte zu erstellen, für Thurmann und seine Besatzung, mit der er 1942 wohl auch seine Geburtsstadt Mülheim besuchte. Am 24. August 1942 wurde Thurmann das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Beschrieben wird er als souveräner und unangepasster U-Boot-Kommandant.

Otto Sander verkörperte den kauzigen Kapitänleutnant

Im Roman „Das Boot“ (Lothar-Günther Buchheim), ist der reale Karl Thurmann durch die Schilderung des fiktiven Kapitänleutnants Trumann eingegangen. Filmisch umgesetzt wurde das Werk von Regisseur Wolfgang Petersen. Otto Sander verkörperte darin den kauzigen Kapitänleutnant („Philipp Thomsen“), dessen letzte bekannte Worte waren: „Sehrohr unklar!“

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