Freiluftflächen

Fulerumer Feld: Bürgerinitiativen bündeln ihre Kräfte

Das Fulerumer Feld mit angrenzendem Rumbachtal liegt in Mülheim-Heißen/Heimaterde an der Grenze zu Essen-Haarzopf. Die vier Bürgerinitiativen beider Städte haben sich nun zusammengetan, um gemeinsam für den Erhalt der Freifläche zu kämpfen. Im Vordergrund des Bildes ist die Siedlung Mausegatt zu erkennen. 

Das Fulerumer Feld mit angrenzendem Rumbachtal liegt in Mülheim-Heißen/Heimaterde an der Grenze zu Essen-Haarzopf. Die vier Bürgerinitiativen beider Städte haben sich nun zusammengetan, um gemeinsam für den Erhalt der Freifläche zu kämpfen. Im Vordergrund des Bildes ist die Siedlung Mausegatt zu erkennen. 

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Mülheim  Mülheimer und Essener Initiativen wollen gemeinsam für den Erhalt von Freiluftflächen kämpfen. Sie wissen tausende Unterstützer hinter sich.

Von oben sieht man es deutlich: Die Fulerumer und Haarzopfer Felder mit dem angrenzenden Rumbachtal sind die grüne Lunge der Stadtteile Mülheim-Heißen/Heimaterde und Essen-Haarzopf. Auf beiden Seiten kämpfen die Anwohner für den Erhalt der Freiflächen, die nicht nur frische Luft zu ihnen durchlassen, sondern auch der Naherholung dienen. Nun haben sich die Bürger beider Städte zusammengetan, um noch gezielter gegen die Bebauungspläne der Wirtschaftsförderung vorzugehen.

Drei Mülheimer und eine Haarzopfer Interessenvereinigung rund um das Fulerumer Feld vernetzen sich und bündeln ihre Kräfte im Kampf um den Erhalt der Freifläche, der bekanntlich die Bebauung mit Wohn- und Gewerbegebiet droht. Die Bürgerinitiative „Fulerumer Feld - Rettet Mülheims grüne Lunge!" habe die vergangenen Wochen genutzt, um sich mit anderen lokalen Interessenvereinigungen zum Schutze der Natur zusammenzutun, sagen deren Sprecher Sabine Gründges und Florian Scheffler.

Mülheimer und Essener Initiativen wissen tausende Unterstützer hinter sich

Mit der direkt angrenzenden Interessengemeinschaft (IG) Rumbachtal und der Bürgerinitiative (BI) Tinkrathstraße werde es künftig einen regelmäßigen Wissensaustausch geben. Mit der Haarzopfer BI „Finger weg von Freiluftflächen“ ist die Mülheimer BI "Fulerumer Feld" darüber hinaus auch eine strategische Partnerschaft eingegangen. Schließlich seien beide Initiativen durch ihr Kernthema miteinander verbunden - den Erhalt bedrohter Landschaftsschutzgebiete. Und beide wissen tausende Bürgerstimmen hinter sich: Die BI Fulerumer Feld habe nach eigenen Angaben mittlerweile 15.000, die Haarzopfer BI rund 6000 Unterstützer.

Die Haarzopfer BI hat auf ihrer Seite der Felder bereits einen Sieg errungen: Nach großen Bürgerprotesten sah die große Koalition von SPD und CDU in Essen von den ursprünglichen Plänen ab, die Landschaftsschutzgebiete Harscheidweg und Neulengrund sowie die Ackerfläche am Spielkampsweg zu bebauen. Die im Laufe der Monate gesammelten Informationen, Gutachten und Erfahrungen gebe die Essener Initiative nun an die Freunde auf Heimaterder Seite weiter, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Die Stadtgrenzen zwischen den Feldern verlaufen fließend

Jörn Benzinger, Sprecher der Haarzopfer BI: „Das Fulerumer Feld grenzt direkt an bereits gerettete Landschaftsschutzgebiete auf Essener Seite, sie sind Teil desselben Regionalen Grünzugs B, bilden gemeinsam eine Pufferzone zum angrenzenden Naturschutzgebiet, sind Teil desselben Kaltluftentstehungsgebiets und verfügen über die gleichen wertvollen Ackerböden für die Landwirtschaft."

Florian Scheffler, Sprecher der BI "Fulerumer Feld", ergänzt: „Die Stadtgrenzen zwischen den Feldern verlaufen fließend, das gesamte Gebiet wird von den Bürgern gerne als Naherholungsgebiet genutzt.“ Beide Initiativen wollen gemeinsame Aktionen starten. Ein erster Schritt sei die offizielle Anfrage bei der zuständigen Essener Bezirksvertretung III zur Unterstützung der Bemühungen für den Erhalt des Fulerumer Feldes gewesen – mit positiver Resonanz, so Benzinger.

Einsatz für Natur und Klima verbindet

„Auch wenn – einzeln gesehen – jede Vertretung für sich doch verschiedene Ansätze und Kernziele vertritt, so verbindet uns alle unser Einsatz für Natur, Klima und eine nachhaltig klimaneutrale Bebauung rund um das Rumbachtal“, so der Vorsitzende der IG Rumbachtal, Heinz Moseler.

Laut Sabine Gründges seien auch die Themen zunehmender Starkregen und Verkehrsaufkommen verbindende Elemente. Evelyn Schnell von der BI Tinkrathstraße sieht einen Zusammenschluss als gewinnbringend für alle Beteiligten: „So können wir in Zukunft gemeinsam gelagerte Rechercheinteressen aufteilen und die Ergebnisse kooperativ nutzen.“

INFO:

- Die IG Rumbachtal zählt rund 100 Mitglieder und hat sich im Jahre 2013 mit dem Ziel gegründet, dass die von Land und Stadt geplanten notwendigen Maßnahmen zum Hochwasserschutz nicht an den Interessen der Anwohner vorbei umgesetzt werden. Der Hochwasser- und Klimaschutz sind heute noch Kernthema der IGR.

-Die BI Tinkrathstraße-Diepenbeck hat sich 2017 gegründet, als die Bezirksvertretung I und der Planungsausschuss sich mit der erneuten Einleitung eines Bebauungsplanes befassten, der die Bebauung im Bereich des Dreieckes Tinkrathstaße-Diepenbeck und Velauer Straße vorsah. Dieses grenzt an den Landschaftsschutzbereich mit dem Siepental „Im Look“ und damit auch an das Fulerumer Feld.

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