Ev. Krankenhaus

Ev. Krankenhaus sieht sich gut aufgestellt

Foto: Roy Glisson

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Seinen Abschied als Vorstandsvorsitzender der Ategris GmbH verknüpfte Volker Feldkamp mit einem klaren Bekenntnis zur Region. „Ich bleibe Mülheimer, weil ich das Ruhrgebiet als Lebensmittelpunkt behalten möchte“, sagte er am Freitag.

Feldkamp (50) wechselt, wie berichtet, zum 1. September in den Vorstand der Rhön Kliniken AG, einem bundesweit agierenden, börsennotierten Konzern mit Sitz in Bad Neustadt/Saale.

Dort betritt er kein Neuland: Vor acht Jahren wechselte Feldkamp von eben diesem Klinikkonzern ins Ruhrgebiet, als Geschäftsführender Direktor der Stiftung Ev. Kranken- und Versorgungshaus zu Mülheim. Seit 2005 führt Feldkamp die Geschäfte der EKO GmbH in Oberhausen, ab 2006 auch die am EKM.

Feldkamp war Mitbegründer der Holding Ategris im Jahr 2005, unter deren Dach sich die beiden Evangelischen Krankenhäuser (EKO, EKM) und die Stiftung vereinigen.

Volker Feldkamp, der an beiden Krankenhäusern die Strukturen optimierte, hinterlässt ein wohl bestelltes Haus, lobte EKM-Geschäftsführer Nils Benjamin Krog, der Feldkamp als Ategris-Vorsitzender und als Geschäftsführer der Stiftung beerbt. Unter den schwieriger werdenden Bedingungen im Gesundheitssystem habe Feldkamp maßgebliche Veränderungs- und Modernisierungsprozesse in Gang gesetzt, so Krog. In Mülheim waren das etwa die neue Kardiologie, die Ansiedlung niedergelassener Fachärzte, der Neubau des Wohnstiftes Dichterviertel und der größere Anbau, der ab Jahresende auf dem EKM-Gelände entsteht.

Das EKM sei gut gerüstet für die Zukunft: „Ein Haus, das sich wohltuend abhebt von vielen anderen“, lobte Prof. Dr. Heinz Klinkhammer auch Feldkamps Arbeit.

Klinkhammer (64) ist ab September neuer Kuratoriumsvorsitzender am EKM, außerdem sitzt er im EKM-Präsidium und der Stiftung. Klinkhammer, von 1996 bis 2006 Personalvorstand der Telekom AG, ist Jurist und Betriebswirt und gilt als ausgewiesener Gesundheitsexperte. Von 1979 bis 1990 war er in leitender Funktion im NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Soziales tätig. Er schätzt, dass viele Krankenhäuser künftig „nicht mehr mithalten können“, dass Fusionen und Konkurse die Folge seien.

Am EKM will er sich nicht ins operative Geschäft einmischen, aber strategisch kon­trollieren, als Sparringspartner für den Vorstand fungieren, sagte er am Freitag: „Ein Aufsichtsrat will auch Rat geben.“ Dazu müsse man auch selbst auf der Höhe des Geschäftes sein.

Auf Volker Feldkamp wartet nun eine neue Herausforderung: Die Rhön-Kliniken AG betreibt 60 Krankenhäuser mit 35 000 Mitarbeitern. 2500 Menschen arbeiten in den beiden Häusern der Ategris in Oberhausen (EKO) und Mülheim (EKM).

Es muss nicht bei den zwei Häusern bleiben. Längst gebe es Anfragen, regional wie überregional, Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, Syn­ergien zu nutzen, sagte der neue Ategris-Vorstandsvorsitzende Krog (47), Geschäftsführer am EKM. Wenn dieselben medizinischen Leistungen im Umkreis von 10 km mehrfach vorgehalten werden, werde es auch in Krankenhäusern Veränderungsprozesse geben.

Der Pflegenotstand werde die Krankenhäuser künftig stark beschäftigen, so Nils Krog, ebenso die Tatsache, dass sich ein Arbeitgeber bei einem Mangel von 7000 Ärzten in ganz Deutschland besonders attraktiv darstellen müsse.

Der scheidende Feldkamp wird das aus der Perspektive des Bürgers beobachten können: Seine Mülheimer Wurzeln will er, der Vater einer 16-jährigen Tochter ist, nicht aufgeben. Zumal er die medizinische Versorgung vor Ort gut kenne. „Wenn schon krank, dann hier“, schmunzelte Feldkamp gestern. Auch sein Ehrenamt als DRK-Vorsitzender in Mülheim wird Feldkamp weiterhin ausüben.

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