Hilfe für Afrika

Erich Endlein sammelt schon sein halbes Leben für die Urwaldklinik

Foto: WAZ FotoPool

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Der 84-jährige Pfarrer ruft weiter zu Spenden für ein Krankenhaus in Tansania auf. Zurzeit wird dort der OP-Saal umgebaut. Finanzielle Unterstützung sei dringend notwendig.

Der gute Mann ist unermüdlich. Erich Endlein meint gar, manch einem während der letzten Jahrzehnte ein wenig auf die Nerven gegangen zu sein. Doch sein Anliegen ist dem Pfarrer a.D. von St. Engelbertus über nunmehr 42 Jahre, genau die Hälfte seines Lebens, immens wichtig geblieben: Noch heute bittet Endlein um Spenden für das Krankenhaus in Litembo (Tansania), das seit Anfang der 1960er-Jahre von der Mülheimer Urwaldärztin Irmel Weyer aufgebaut worden war.

Vor 13 Jahren hat sich Dr. Weyer, die im Juni von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mit dem Großen Verdienstkreuz ausgezeichnet worden ist, aus gesundheitlichen Gründen aus Afrika zurückgezogen, der Klinikbetrieb wird mit Hilfe aus dem Ruhrgebiet nicht nur weiter aufrechterhalten, auch wird mit Spendenmitteln die Fortentwicklung des Hauses gefördert.

Einzig funktionierendes Krankenhaus in der Region

Aus dem 1967 von Endlein gegründeten „Verein der Förderer der Urwaldärztin Dr. Irmel Weyer” ist die Dr.-Irmel-Weyer-Stiftung erwachsen, 300 Mitglieder sorgen heute noch für beträchtliche Summen, die in das Hospital in Litembo fließen. „Ohne Stiftung kann das Krankenhaus, das 400 000 Einwohner in der Region Mbinga betreut, nicht leben”, sagt Dr. Werner Jax aus Marl, der gemeinsam mit Dr. Norbert Weyres (Brühl) in der Stiftung als Stellvertreter Endleins den Einsatz der Spenden vor Ort organisiert.

Mit vier studierten Allgemeinärzten, einem Chirurg und demnächst einem Frauenarzt sei das Hospital im Grunde das einzig funktionierende in der Region, sagt Jax. Weil sich in Daressallam oder in Südafrika aber mehr Geld verdienen lasse, zahle die Stiftung den Ärzten einen Bonus zum staatlichen Grundgehalt, um sie am Ort zu halten.

Aktuell finanziere man das Projekt „Licht für die Nacht” – im OP sollen nicht mehr Petroleumlampen zum Einsatz kommen müssen, geplant ist der Einsatz von Batterie-Licht, das mit Sonnenkraft erzeugt wird. Auch wird der OP-Saal gerade umgebaut. „Jeder Cent ist nach wie vor notwendig, um die Hilfe zur Selbsthilfe schließlich in afrikanische Hände zu geben”, sagt Jax.

Dr.-Irmel-Weyer-Stiftung, Sparda Bank Essen, Kto. 1052000, Blz. 36060591; Info: 0172-282 94 22

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