Handel

Edeka zieht in den früheren Real-Markt im Mülheimer Hafen

Der Real-Markt an der Weseler Straße ist mittlerweile geräumt. Die Immobilie wird jetzt über längere Zeit umgebaut.

Der Real-Markt an der Weseler Straße ist mittlerweile geräumt. Die Immobilie wird jetzt über längere Zeit umgebaut.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Der Vermieter hat sich erste Informationen entlocken lassen, wie es nach dem Auszug von Real an der Weseler Straße in Mülheim weitergeht.

Für den ehemaligen Real-Standort an der Weseler Straße gibt es Nachmieter. Unter anderem wird die Supermarktkette Edeka dort einziehen. Viele Fragen sind aber noch offen.

Seit vor etwa einem Jahr bekannt wurde, dass Real im Mülheimer Hafengebiet schließt, wird über mögliche Nachfolger spekuliert. Auch die ursprünglich rund 100 Mitarbeiter hatten auf eine Anschlusslösung aus derselben Branche gehofft, damit sie nicht in der Arbeitslosigkeit landen. Kaufland war beispielsweise im Gespräch, nun ist die Entscheidung für Edeka gefallen.

Auch Drogeriemarkt und Discounter ziehen ein

Dies hat der Eigentümer der Immobilie, eine Grundstücksgesellschaft aus Mülheim, gegenüber dieser Zeitung bestätigt. Außerdem werde dort ein Drogeriemarkt einziehen und ein Discounter. Details würden aber erst Anfang nächsten Jahres bekannt gegeben. Eine lange Umbauphase sei erforderlich, so der Inhaber: „Das wird eine erhebliche Baustelle.“

Auf Anfrage bestätigt auch eine Unternehmenssprecherin von Edeka Rhein-Ruhr, dass an der Weseler Straße ein neuer Standort geplant ist. Man werde „nach Umstrukturierung des Geländes durch den Eigentümer einen Teil der Fläche für einen Edeka-Markt nutzen“.

Es wird eine lange Umbauphase geben

Bislang hatte Real den überwiegenden Teil der Verkaufsfläche im Gebäude belegt, der Markt umfasste mehr als 6200 Quadratmeter. Kleinere Ladenlokale waren untervermietet, unter anderem an ein Schuh-Center, einen Bäcker, Apotheker, Zeitschriftenladen. Alle diese Mietverträge laufen zum 31. Dezember 2019 aus. Künftig wird die Fläche anders aufgeteilt werden.

Ob sich auch für die ehemaligen Real-Beschäftigten neue Perspektiven ergeben, ist derzeit schwer zu sagen. Etwa 70 Frauen und Männer hatten dort zuletzt noch gearbeitet, manche mit jahrzehntelanger Betriebszugehörigkeit. Alle haben zum Jahresende die Kündigung bekommen und sind auch schon freigestellt.

Neue Perspektiven für die gekündigten Real-Mitarbeiter?

Sollte dort zeitnah ein neuer Markt eröffnen, kommt zumindest theoretisch ein Betriebsübergang gemäß § 613a BGB in Frage. In diesem Fall müsste das Real-Team zu den bisherigen Konditionen weiterbeschäftigt werden. „Wir würden das in jedem Einzelfall natürlich rechtlich prüfen“, erklärt Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Henrike Eickholt. „Aber zunächst einmal sind die Arbeitsverhältnisse gekündigt, und ich würde den Menschen da keine großen Hoffnungen machen.“

Skeptisch beurteilt die Gewerkschafterin auch die geplante Nachvermietung an Edeka. Denn: Vielfach würden die Edeka-Filialen als Familienunternehmen geführt, „und diese Märkte sind meist nicht tarifgebunden. Das freut uns natürlich überhaupt nicht“, sagt Eickholt. „Insgesamt gibt es im Einzelhandel eine große Tarifflucht.“

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