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Coronavirus: Mülheimer Freizeitleben kommt zum Erliegen

Sinfoniekonzert in der Mülheimer Stadthalle? Ob das nächste stattfindet, wird noch geprüft.

Sinfoniekonzert in der Mülheimer Stadthalle? Ob das nächste stattfindet, wird noch geprüft.

Foto: Jill Abanico / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Die Stadt Mülheim hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine Allgemeinverfügung erlassen. Auch kleinere Events werden abgesagt.

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hatte die Stadt Mülheim bereits fünf Großveranstaltungen abgesagt, nun gibt es ein generelles Verbot: Ab sofort und bis auf Weiteres sind alle Events mit mehr als 1000 Teilnehmern grundsätzlich verboten – egal ob öffentliche oder private. Auch kleinere Veranstaltungen sind betroffen. „Wir müssen massiv in private Bereiche eingreifen“, sagt Stadtsprecher Volker Wiebels.

Zu den betroffenen Veranstaltungen zählen:

  • Kultur-, Sport- und sonstige Freizeitveranstaltungen
  • Messen und Kongresse
  • Tanzveranstaltungen aller Art
  • familiäre und religiöse Veranstaltungen

Veranstaltungen unter 1000 Teilnehmern: Bewertung nach Einzelfall

Veranstaltungen ohne Zuschauer und Publikum unterliegen nicht dem Verbot, so lange nicht mehr als 1000 Personen teilnehmen. Die NRW-Landesregierung hatte am Dienstag die Kommunen verpflichtet, alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. Dem kommt die Stadt nun nach.

Laut Stadtsprecher Volker Wiebels richten sich Ordnungs- und Gesundheitsamt bei Events mit weniger als 1000 Teilnehmern nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts und bewerten jede Veranstaltung einzeln unter anderem nach den Fragen: Wie hoch ist die Anzahl und Intensität der Kontaktmöglichkeiten? Wie lange dauert eine Veranstaltung? Nehmen Risikogruppen teil oder Menschen aus Gebieten, die stark vom Coronavirus betroffen sind?

Für private Veranstalter gilt: „Wenn jemand nicht vom Ordnungsamt aufgefordert wurde, seine Veranstaltung abzusagen, sollte er für sich selbst überprüfen, ob sie wirklich jetzt stattfinden muss“, sagt Wiebels. Die Stadt werde nun aber auch intensiver eingreifen müssen, auch bei Events, die deutlich unter 1000 Teilnehmern liegen. Bis Freitag werden die betroffenen Veranstalter kontaktiert. Die Verbreitung des Virus könne nicht aufgehalten, aber sie müsse verlangsamt werden. „Am liebsten würden wir alles absagen. Aber das öffentliche Leben muss noch stattfinden.“

Zahlreiche Kulturveranstaltungen in Mülheim abgesagt

Zuletzt hatten die Veranstalter den Mülheimer Firmenlauf auf August verschoben, auch zahlreiche Kulturstätten machen ihren Betrieb dicht, so hat das Theater an der Ruhr seine nächsten Aufführungen abgesagt und auch die nächsten Veranstaltungen im Ringlokschuppen finden nicht statt. Auch der Auftritt von Ralf Schmitz in der Stadthalle am Freitag fällt aus. Die Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH bietet auf ihrer Internetseite eine Übersicht, welche Veranstaltungen abgesagt und welche noch geprüft werden.

In Mülheim haben sich bislang fünf Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Es gibt weitere zehn Verdachtsfälle, deren Ergebnisse noch ausstehen.

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